Basketball
: Alba Berlin bricht die schwarze Serie

Im sechsten Anlauf feiert Trainer Aito mit dem Pokaltriumph gegen Oldenburg seinen ersten Titel in Deutschland. Gleichwohl gibt sich der Spanier danach gewohnt bescheiden.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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  • Und wir haben den Pokal: Maskottchen Albatros sowie Luke Sikma (Mitte) und  Niels Giffey jubeln über den Sieg.

    Und wir haben den Pokal: Maskottchen Albatros sowie Luke Sikma (Mitte) und  Niels Giffey jubeln über den Sieg.

    Andreas Gora/dpa
  • Alba-Coach Aito

    Alba-Coach Aito

    Andreas Gora
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„Er war glücklich für seine Spieler, dass sie den Pokal gewonnen haben. Er hat es wie ein Fan genossen, wie sie gespielt haben. Das sagt viel über ihn aus. Er will den Leuten etwas beibringen und sie wachsen lassen. Gewinnen ist für ihn nicht das Wichtigste“, erklärte Sportdirektor Himar Ojeda das Seelenleben des 73–jährigen Trainers. Auch deshalb setzte dieser ein Zeichen, als er in der Schlussphase mit Malte Delow und Lorenz Brennecke zwei Nachwuchsspieler von Kooperationspartner Lok Bernau einwechselte.

Das zurückhaltende Verhalten von Aito ist aber auch nachvollziehbar. Schließlich hat der Spanier bereits mehr als 20 Titel in seiner Karriere als Basketball–Coach gesammelt. Allein mit dem FC Barcelona war er in seiner Heimat neunmal Meister und fünfmal Pokalsieger, holte mit der Nationalmannschaft Silber bei Olympia 2008 in Peking. Nur bei Alba wollte es nicht klappen in zuvor fünf Anläufen in Pokalendspielen und Meisterschaftsfinalserien. Gleichwohl ehrt es ihn gerade deshalb, dass er sich bescheiden gibt. „Der Sieg ist nicht so wichtig für mich. Aber ich weiß, dass es für den Menschen wichtig ist. Ich freue mich für Sie.“

Dass er sich über den ersten Titel aber auch selbst freute, ließ sich in der Kabine nach dem Triumph beobachten. Bereitwillig ließ er sich mit einem Lächeln und der Hand am Pokal mit Manager Marco Baldi fotografieren. „Er würde niemals Dinge erfinden, um einen Titel zu gewinnen. Das ist seine große Qualität. Er möchte, dass die Dinge wachsen. Was jetzt passiert ist, das verändert nicht sein Leben“, erklärt Baldi seinen Coach.

Und auch die Spieler freuten sich nicht nur für sich über den lang ersehnten Titelerfolg. „Es war sehr wichtig für uns, den Pokal zu gewinnen. Wir konnten unsere Fans endlich einmal stolz machen. Es fühlt sich gut an“, befand Spielmacher Peyton Siva. Und er freute sich für Aito. „Es ist genial für ihn und es ist schön, ihn nach so vielen Versuchen mit einer Goldmedaille zu sehen.“ Und Nationalmannschaftscenter Johannes Thiemann fügte hinzu: „Es ist geil, dass wir das alle gemeinsam geschafft haben.“

Dabei schienen der ersten Hälfte des Finals die vorangegangenen Negativerlebnisse das Team noch zu hemmen. Doch spätestens mit Beginn der zweiten Hälfte platzte der Knoten und die Oldenburger wurden zum Spielball für die Albatrosse, bei denen Martin Herrmannsson (20 Punkte) und Rokas Giedraitis (13) herausragten. „Sie haben sich irgendwann freigespielt, dann fiel der Groschen. Es ist ein tolles Team“, meinte Baldi.

Und es soll noch nicht alles gewesen sein. Aito, dessen Zukunft nach der Saison noch offen ist, formuliert das zweite Ziel. „Wenn wir gesund bleiben, können wir  viel erreichen“, sagte er und meinte die Meisterschaft, die weiter über den FC Bayern München führt, gegen den Alba 2018 (2:3) und 2019 (0:3) scheiterte. Doch vielleicht ist der Final–Knoten bei den Albatrossen ja jetzt geplatzt.