Bundesliga Union Berlin: FCU-Profi kritisiert Fans nach Schmäh-Rufen gegen Emre Can

Heiße Emotionen bei frostigen Temperaturen: Union Berlin biss sich diesmal an Borussia Dortmund die Zähne aus. Hier sieht BVB-Kapitän Emre Can die gelbe Karte von Schiedsrichter Robert Hartmann.
Sören Stache/dpa- Union Berlin verliert zuhause 0:3 gegen Borussia Dortmund – verdiente Niederlage laut Trainer Baumgart.
- Dortmunds Kapitän Emre Can trifft per Strafstoß und sorgt für hitzige Szenen auf dem Platz.
- Schmähgesänge gegen Can von Union-Fans sorgen für Kritik – auch von Union-Stürmer Ilyas Ansah.
- Dortmund mit effizientem „Männerfußball“ überlegen, Union zeigt jedoch solide Leistung in der ersten Hälfte.
- Statistiken: Union mit mehr Ballbesitz (56 %) und Ecken (7:2), aber ohne Durchschlagskraft im Angriff.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Niederlagen tun im Normalfall immer weh. Noch dazu, wenn sie so deutlich ausfallen wie das 0:3 (0:1) des 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund. Dennoch hielt sich der Ärger von Trainer Steffen Baumgart in Grenzen. Aus seiner Sicht hatte das Flutlichtspiel vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei einen verdienten Sieger.
„Mit Niederlagen bin ich immer unzufrieden. Ich würde auch heute gerne unzufrieden sein, aber die Jungs haben aus meiner Sicht alles probiert“, betonte Baumgart. „Ich fand die erste Halbzeit gut, in der zweiten Halbzeit hatten wir dann einfach zu wenig Durchsetzungsvermögen, sodass aus meiner Sicht das Spiel den richtigen Sieger hat.“
In der Tat boten die Gastgeber trotz des deutlichen Endstandes eine ordentliche Leisung gegen den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga. Vor allem kurz vor der Pause war es ein offener Schlagabtausch, in dem die Eisernen auch Chancen zum Ausgleichstreffer besaßen. Zudem hatten sie mit 56:44 Prozent erstaunlich viel Ballbesitz. Auch das Eckenverhältnis (7:2) war positiv. In der Statistik standen letztlich aber nur Borussia-Torschützen. Emre Can sorgte in der 10. Minute per Foulstrafstoß für die Dortmunder Führung. Nico Schlotterbeck erhöhte auf 2:0 (53.), Maximilian Beier erzielte den dritten BVB-Treffer (84.).
„Keine schlechte Leistung“ von Union Berlin
Borussia Dortmund zeigte sich bei frostigen Temperaturen von minus zwei Grad am Samstagabend eiskalt. Sein Team habe „richtigen Männerfußball“ gespielt, erklärte Kapitän Emre Can im „Sky“-Interview. Männerfußball – das ist normalerweise die Kernkompetenz von Union Berlin. Mit ihrer robusten Spielweise und der Wucht bei Standardsituationen hatten die Gastgeber im heimischen Stadion in dieser Saison selbst Bayern München schon zwei Mal in Schwierigkeiten gebracht.
Borussia Dortmund ließ sich davon diesmal aber nicht beeindrucken. Und wenn Männerfußball auf Männerfußball trifft, dann setzt sich am Ende meistens die bessere individuelle Qualität durch. Sie war – wenig überraschend – auf Dortmunder Seite zu finden. „Dortmund ist defensiv eine Top-Mannschaft. Wir hatten heute nicht die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Trotzdem war es insgesamt keine schlechte Leistung von uns“, erklärte Union-Stürmer Ilyas Ansah.

Der Ball passt genau ins Eck: Nico Schlotterbeck (links) erzielt hier das Tor zum 2:0 für Borussia Dortmund gegen Union Berlin.
Sebastian Räppold/Matthias KochDen Dortmunder Männerfußball verkörperte vor allem Emre Can. Der Kapitän brachte die Borussia nicht nur mit einem sicher verwandelten Foulstrafstoß in Führung, sondern war auch immer dann zur Stelle, wenn in der nickligen Partie die Emotionen hochkochten. Zum Beispiel in der 58. Minute, als sich aus dem Foul von Emre Can gegen Andrej Ilic eine handfeste Rudelbildung entwickelte. Can wollte den Ball nicht rausgeben, stieß dann Janik Haberer zu Boden und sah letztlich die gelbe Karte von Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen im Allgäu.
Dass ein Teil der Berliner Fans den Dortmunder Kapitän anschließend mit Schähgesängen (“Emre Can, Sohn einer H...“) überzog, war überflüssig und vor allem geschmacklos. Das fand auch Union-Stürmer Ilyas Ansah. „Ich finde es von unseren Fans nicht so geil, dass sie ein, zwei Sprüche raushauen, die für mich einen Tick zu viel sind. Sie machen geile Stimmung, aber das gehört zum Fußball nicht dazu“, bezog Ansah klar Stellung.
Vermutlich haben diese Schmähgesänge den Dortmunder Kapitän sogar noch beflügelt. „Ich glaube, er mag es. Ich spiele auch gerne auswärts und feiere es, wenn dicke Luft ist. So wie ich Emre einschätze, fand er es auch ganz cool“, erklärte Torhüter Gregor Kobel. In jedem Fall war gegen Can und diesen BVB für Union Berlin diesmal nichts zu holen.
