Champions League: Alphonso Davies beeindruckt erneut

Nicht zu stoppen: Bayerns Alphonso Davies (links) und Chelseas Reece James kämpfen um den Ball.
Sven Hoppe/dpaDank an die Fans
Doch nachdem die Anhänger seinen Namen skandierten, schien er nicht ganz zu wissen, wie er sich verhalten soll. Schließlich schubsten ihn seine Mitspieler ein Stück nach vorn, und er applaudierte anständig und bedankte sich für die Unterstützung.
Seit Monaten ist der 19-jährige Kanadier als Linksverteidiger beim Rekordmeister nicht mehr wegzudenken. Einst als Notlösung gedacht, da David Alaba aufgrund der vielen Verletzungen in die Innenverteidigung rutschte, ist Davies mittlerweile Stammspieler. „Er ist jung, mutig und arbeitet sehr hart und das Ergebnis sieht man auf dem Platz“, lobt David Alaba. Gegen Chelsea war nicht nur das Auftreten der gesamten Münchener Mannschaft beeindruckend, sondern besonders das von Davies. Er gewann 80 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 91 Prozent seiner Zuspiele an den Mann und bereitete das 3:0 durch Robert Lewandowski mustergültig vor.
Doch auch immer wieder erkennt man, dass Davies kein gelernter Außenverteidiger ist, sondern seine Karriere in Kanada bei den Vancouver Whitecaps im linken Mittelfeld begonnen hat. Doch aufgrund seiner enormen Schnelligkeit bügelt er auch Stellungsfehler immer wieder aus. Allein gegen Chelsea verhinderte er so drei brenzlige Kontersituationen der Gastgeber. „Der Junge ist gesegnet mit einem Körper und einem Sprint, das hatten wir so noch nicht bei Bayern“, erklärt Thomas Müller.
Dass Davies Anpassung so schnell funktionierte, hat auch mit David Alaba zu tun. „Als Mittelfeldspieler musst du auch zurücklaufen und verteidigen. Außerdem habe ich mit Alaba als Innenverteidiger einen Weltklasse-Linksverteidiger neben mir, der es mir einfach macht“, erklärt er. Durch seine Leistungen bleibt dem 80 Millionen Euro teuren Sommerneuzugang Lucas Hernandéz, der auch linker Verteidiger spielen kann, nur die Bank.
Sportdirektor Hasan Salihamidzic wollte jedoch keinen Spieler hervorheben. Er sprach von „einer sensationellen Mannschaftsleistung.“ Die könnte einen großen Ausschlag gegeben haben, dass Hansi Flick länger Trainer in München bleibt. Auf dem nächtlichen Bankett überreichte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge dem Trainer nachträglich zum Geburtstag einen Stift als Geschenk. „Und mit Stiften unterschreibt man bei Bayern München auch Papiere“, kommentierte Rummenigge.