Feuerzeug-Urteil des DFB: Petition – warum dieser Freiburg-Fan für Union Berlin kämpft

Pascal Lindenmann ist begeisterter Fan des SC Freiburg. Vor allem aber liegt ihm der Fußball am Herzen.
Privat/Pascal Lindenmann- Pascal Lindenmann, Freiburg-Fan, startet Petition gegen DFB-Urteil im Fall Union Berlin gegen Bochum.
- Forderung nach Neuansetzung des Spiels; über 5000 Unterstützer.
- Lindenmann kritisiert Urteil als ungerecht und sieht Gefahr für die Fan-Sicherheit.
- Union-Präsident Zingler fordert ebenfalls eine Neuansetzung.
- Ziel: Diskussion über DFB-Regelwerk und Fairness im Fußball anregen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das umstrittene DFB-Urteil im Fall des 1. FC Union Berlin nach dem Feuerzeug-Wurf im Heimspiel gegen den VfL Bochum beschäftigt weiter die Fußball-Bundesliga – und auch die Fans. Im Internet gibt es sogar eine Petition, die eine Neuansetzung des Spiels fordert. Mittlerweile haben sich bereits über 5000 Fans dieser Forderung angeschlossen.
„Ich bin begeisterter Fußballfan und Anhänger des SC Freiburg. Hier geht es aber nicht um die Farben des Vereins. Ich empfinde das Urteil einfach als ungerecht“, erklärt der Initiator der Petition, Pascal Lindenmann: „Ich bin ganz klar dafür, Gewalt zu bestrafen. Aber dieses Urteil des DFB ist der falsche Weg.“
Union Berlin fordert Neuansetzung
Auch Union-Präsident Dirk Zingler hatte am Wochenende noch einmal nachgelegt. Zingler sprach am Rande der Partie beim FC Heidenheim (0:2) von einem „Skandal“ und erneuerte seine Forderung nach einer Neuansetzung des Spiels, bei dem Bochums Torhüter Patrick Drewes durch ein Feuerzeug aus dem Union-Block am Kopf betroffen wurde und nicht mehr weiterspielen konnte. Wie stark dieser Kopftreffer war, wird seitdem heftig diskutiert. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte am Grünen Tisch das ursprüngliche 1:1 in einen 2:0-Sieg für Bochum umgewandelt.
Wer ist der Fan des SC Freiburg, der mit seiner Petition so vehement gegen den DFB und damit für Union Berlin kämpft? Pascal Lindenmann (28) ist selbst Fußballer und spielt im Amateurbereich. In der Bezirksliga Hochrhein kickt er für die SG FC Wehr/Brennet. Lindemann ist übrigens Torwart und nach eigenem Bekunden genau wie sein Vorbild Oliver Kahn „extrem ehrgeizig“. Über Bochums Keeper Patrick Drewes und das Thema Schauspielerei sagt Lindenmann: „Was er daraus gemacht hat, war einfach nicht fair. Ich glaube einfach nicht, dass er so krass getroffen worden ist. Trotzdem möchte ich mit meiner Petition auf keinen Fall Hass gegen Drewes schüren. Er ist auch nur ein Mensch, der wie jeder andere Mensch Fehler machen darf. Mir geht es um den Fußball und die weitreichenden Auswirkungen dieses Urteils.“
Pascal Lindenmann sieht vor allem eine ganz konkrete Gefahr, wenn das Urteil demnächst seine Rechtskraft entfalten sollte. Union Berlin hatte Berufung eingelegt – als nächste Instanz ist jetzt das DFB-Bundesgericht gefragt. „Ich habe die große Sorge, dass durch dieses Urteil Fans ermuntert werden, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Theoretisch kann ich mich in den gegnerischen Fanblock stellen und dann zum Beispiel durch einen solchen Feuerzeugwurf das Spiel zugunsten meines Clubs manipulieren“, betont er. „Das Urteil ist auf jeden Fall kein Beitrag für mehr Sicherheit im Stadion. Dabei sollte die Sicherheit das Allerwichtigste sein.“
Pascal Lindenmann appelliert an DFB
Lindenmann geht regelmäßig zu den Heimspielen des SC Freiburg und begleitet seinen Lieblingsclub auch zu Auswärtsspielen. Er plädiert dafür: Nicht den Club bestrafen, wie im konkreten Fall Union Berlin, sondern den einzelnen Gewalttäter so hart wie möglich zur Rechenschaft zu ziehen. „Was will man denn Union Berlin vorwerfen? Der Clubs kann nichts für einzelne Idioten. Solche Idioten, die sich danebenbenehmen, gibt es in jedem Club. Zudem wurde der Täter durch Union sehr schnell ermittelt. Mir tun im Übrigen auch die Spieler leid. Sie haben eine Niederlage erlitten, für die sie überhaupt nichts können.“
Pascal Lindenmann räumt zwar ein, dass das DFB-Sportgericht auf Basis der aktuellen Rechtslage entschieden habe. Stephan Oberholz als Vorsitzender des DFB-Sportgerichts hatte das Urteil gegen Union Berlin damit begründet, dass die Schwächung der Bochumer Mannschaft durch einen Berliner Zuschauer ausgelöst worden und nach der Rechts und Verfahrensordnung des DFB damit Union Berlin zuzurechnen sei.
Gerecht findet Pascal Lindenmann das trotzdem nicht. „Womöglich kann ich mit meiner Petition am konkreten Fall zwischen Union und Bochum nichts ändern, weil ich nur ein kleiner, unbekannter Fußballfan bin. Aber ich möchte zumindest einen breiten Diskurs über dieses Thema anregen. Vielleicht denkt ja der DFB auch nochmal über sein Regelwerk nach“, betont er.
Lindenmann hofft auf eine möglichst große Öffentlichkeit für die Petition, in die er in den vergangenen Tagen viel Herzblut gesteckt hat. „Diese Starrköpfigkeit habe ich von meinem Vater geerbt. Er ist am 30. Dezember gestorben. Er hat auch immer für die Werte gekämpft, die ihm am Herzen gelegen haben“, berichtet Pascal Lindenmann zwischen Trauer und Angriffslust.
Sein Anliegen ging per Mail nicht nur an den DFB und sämtliche Clubs der 1. und 2. Liga, sondern auch an viele Medien sowie Persönlichkeiten aus der Fußballszene. Denn Lindenmann ist überzeugt: „Spätestens wenn es den nächsten derartigen Fall gibt, stehen wir wieder vor denselben Problemen. Das ist nicht gut für die Fairness im Fußball. Der Fußball hat Besseres verdient.“


