Fußball-Bundesliga: „Union Berlin tut der Liga einfach gut“
Paul Petermann hat derweil eine ganz besondere Verbindung zu den Eisernen, spielte er bis vor einem halben Jahr doch für die A-Junioren von Union in der Bundesliga. Bei seiner ersten Männer-Station geht der 19-Jährige für den FSV Bernau in der Brandenburgliga auf Punktejagd. „Klar ist Union mein Lieblingsverein und immer, wenn es die Zeit erlaubt, bin ich bei den Spielen dabei“, erzählt der Offensivspieler. Arbeitsbedingt konnte Petermann am Dienstagabend nur die letzten zehn Minuten des Spiels sehen. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut. Wirklich Sorge, dass sie den Klassenerhalt nicht schaffen, hatte ich aber eigentlich nie.“
René Drescher ist 48, ehemaliger Trainer des Kreisoberligisten FC Lokomotive Frankfurt – und Union-Fan: „Da ich leider keine Dauerkarte habe, war es bei jedem Heim- und auch Auswärtsspiel immer ein Kampf um einTicket. Durch den Zuschauerausschluss war es für die Jungs sicher noch viel schwerer, aber sie haben das toll gemacht und alles gezeigt, was sie können. Der Verein tut der Liga einfach gut.“
Die Partie gegen den SC Paderborn gesehen hat Sven Baethge nicht – der Manager von Regionalligist FSV Union Fürstenwalde hat mit Blick auf die neue Saison alle Hände voll zu tun. „Ich freue mich natürlich für die Berliner. Es ist aller Ehren wert, als absoluter Neuling den Klassenerhalt vorzeitig klar gemacht zu haben.“ Der 47-Jährige kennt jede Menge Leute aus dem Verein und dessen Umfeld, ist selbst immer mal wieder im Stadion in der Wuhlheide. Und: „Wir haben noch ein Freundschaftsspiel gegen Union ausstehen. Vielleicht kommt es ja im Winter zustande – schön, dass es auf jeden Fallgegen einen Bundesligisten ist.“
Im Gasthaus „Klabautermann“ am Flakensee in Woltersdorf, wo sich zu jedem Union-Spiel die Fans um die Leinwand scharen, war die Stimmung am Dienstag natürlich bestens. „Wir haben nach dem Schlusspfiff ordentlich gefeiert. Das ersehnte Ziel ist erreicht, und zwar nicht erst am letzten Spieltag – super“, freut sich Rüdiger Prägert aus Erkner. „Wir sind so stolz, denn das hat uns keiner zugetraut. Vor einem Jahr haben wir den Aufstieg gefeiert und gedacht: ein Jahr Urlaub in der ersten Liga. Nun kommt ein zweites Jahr als Zugabe. Vielleicht können wir noch ein paar schöne Auswärtsfahrten erleben und die Stadien besuchen, die uns wegen Corona versagt geblieben sind.“
Der Woltersdorfer Norbert Gottschalk hat das Spiel gemeinsam mit Freunden zu Hause verfolgt – und natürlich auch bejubelt: „Ich bin sehr stolz und glücklich, dass wir es geschafft haben und nicht bis zum Ende zittern müssen. Traurig ist, dass wir nicht im Stadion dabei sein durften. Jetzt kann Union die Saison unbeschwert zu Ende spielen, und es wäre großartig, wenn wir am Ende doch noch vor Hertha stünden.“
Jörn Werner, ebenfalls aus Woltersdorf, hat mit seiner Familie vorm Fernseher mitgebangt: „Einfach klasse, was der Verein mit einem kleinen Etat geschafft hat. Mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfkraft sowie ein unglaublich toller Trainer waren für mich der Schlüssel zum Erfolg. Urs Fischer hat es immer wieder geschafft, mit seiner Ruhe und Sachlichkeit die Mannschaft so einzustellen, dass auch Durststrecken, wie beispielsweise nach der Corona-Pause, überwunden wurden. Die Geisterspiele an sich sind für uns Fans aber ein Unding, es kommt kein Spaß auf beim Zuschauen.“


