Fußball: Duda will bei Hertha angreifen

Gute Übersicht: Herthas Ondrej Duda
Michael HundtErst Verlängerung, dann Leihe
Noch vor einem Jahr unter Trainer Ante Covic galt er als einer der Fixpunkte in der Berliner Offensive. In Pal Dardais letzter Saison als Berliner Trainer traf Duda elf Mal und verlängerte seinen Vertrag vorzeitig. Auch Ante Covic setzte auf den 1,81 Meter großen offensiven Mittelfeldspieler, doch sportlich lief es im ganzen Verein nicht rund. Mit der Entlassung von Covic und dem Wechsel zu Jürgen Klinsmann verlor auch Duda jegliches Standing im Verein. „Der Trainer sagte mir, dass ich nicht spielen werde, egal wie gut ich trainiere.“ Einmal spielte er noch 50 Minuten unter Klinsmann beim 2:2–Unentschieden in Frankfurt, dann ging es für ein halbes Jahr in die englische Premier League. „Es war keine Flucht. Ich wollte um meinen Platz kämpfen, aber der Trainer hat nicht mit mir geplant und ich bin in einem Alter, in dem man viel spielen muss.“ Sauer ist er auf Klinsmann aber nicht. „Er ist nicht mehr wichtig im Club.“
Dort kam er etwas häufiger zum Einsatz, doch die letzten beiden Partien vor Leih–Ende saß er 90 Minuten auf der Bank. „Ich habe nicht so viel gespielt, wie erwartet, aber man hat mich gut behandelt.“ Einen Unterschied zwischen der englischen Eliteliga und der Bundesliga konnte er nicht ausmachen. „Ich dachte, es wird schwieriger, aber das Level ist gleich. Die Bundesliga ist taktischer, in der Premier League sind die Spiele offener.“
Jetzt ist Duda zurück in Berlin und will um seinen Platz in der Startelf von Trainer Bruno Labbadia kämpfen. Von ihm hat er bisher einen sehr guten Eindruck. „Wir haben darüber gesprochen, was für eine Idee er hat und was er über mich denkt.“ Ein detailliertes Gespräch, auf welcher Position der 54–Jährige mit ihm plant, gab es noch nicht.
Doch insgesamt sieht er das Team auf einem guten Weg. Im Training geht es aktuell dabei viel um Taktik und die richtigen Pressingsituationen. „Da müssen wir genau zuhören, dann werden wir erfolgreich sein“, sagt Duda. Zu konkreten Zielen wollte sich der Slowake nicht äußern. Nachdem Neuzugang Lucas Tousart vergangene Woche noch von einem Europapokalplatz sprach, erklärte Duda lediglich, dass man besser als letzte Saison sein will. Auch persönlich stapelt er tief und hat sich keine Toranzahl vorgenommen. „Die Tore kommen von ganz allein, wenn du im Rhythmus bist“, erklärt er. Doch dafür muss er spielen.