Fussball
: Eiserne wieder auf Kurs

Mit neuem Selbstvertrauen geht der Fußball-Zweitligist Eisern Union in den Endspurt des Aufstiegsrennens.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Flink unterwegs: Julian Ryerson läuft den Hamburgern Douglas Santos und Bakery Jatta (von links) davon.

Michael Hundt

Was genau zu der großen Leistungssteigerung bei den Fußballern des 1. FC Union Berlin und dem daraus resultierenden hart erkämpften 2:0-Erfolg über den auf Platz 4 abgestürzten Hamburger SV am Sonntag geführt hat, darüber wollte Trainer Urs Fischer nicht so genau Auskunft geben.

„Dass kann jeder sehen, wie er möchte“, befand der Schweizer. Neben einer Änderung im taktischen System auf eine Raute im Vierer-Mittelfeld, die den starken Norweger Julian Ryerson überraschend in die Startelf spülte, gilt vor allem der kurze Abstecher am Freitag ins Olympische und Paralympische Trainingszentrum nach Kienbaum als wichtiges Puzzleteil.

Am Liebenberger See gab es als teambildende Maßnahme ein Barbecue, bei dem die Verlierer eines vorher ausgetragenen Lattenschießens als Service bedienten, sowie einen Kinoabend. „Wir haben uns eingeschworen und ein bisschen mehr Zeit gemeinsam verbracht, als wir es sonst schon tun“, erzählt Grischa Prömel, Torschütze zum 2:0. Eine Maßnahme, die die Unioner im Saison-endspurt öfter nutzen sollten.

Noch drei Sprints

Diesen vergleicht Torwart Rafal Gikiewicz treffend mit „drei Sprints, die nach dem Marathon der ganzen Saison noch vor uns liegen“. Und der ehrgeizige Pole hat nicht vor, noch weitere Punkte liegen zu lassen. Nach fünf sieglosen Partien vor demHSV-Spiel wich die Verunsicherung nach dem Schlusspfiff sichtlich. „Wenn du Angst hast, verlierst du. Aber wir haben gegen Hamburg gezeigt, dass wir keine volle Hose haben“, sagt Gikie-wicz. Angesichts der Leistung vom Sonntag brauchen die Eisernen kaum Angst vor den verbleibenden drei Aufgaben zu haben.

Wie es klappen kann, hat Ryerson, der zuletzt im Februar auf St. Pauli für Union auflief, inzwischen verinnerlicht. „Ich habe gelernt, dass wir nur von Spiel zu Spiel denken“, sagt der norwegische U-23-Nationalspieler. Am Sonntag geht es zum Tabellenneunten Darmstadt, der zuletzt bei Spitzenreiter Köln (2:1) und dem HSV (3:2) gewann. Es folgen das letzte Heimspiel am 12. Mai gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Magdeburg und das Finale beim Zehnten VfL Bochum.

„Diese Spiele müssen wir genauso angehen wie das gegen Hamburg. Mit dieser Einstellung und dieser Energie ist es schwer, uns zu schlagen“, sagt Prömel. Gelingt’s, sind die Berliner nicht mehr von Platz 3 zu verdrängen. Und am vorletzten Spieltag nehmen sich der Tabellenzweite SC Paderborn und der HSV im direkten Duell Punkte weg. Die Chancen für Union im Aufstiegskampf sind seit Sonntag also wieder deutlich gestiegen.

Holtby bereut Verweigerung

Lewis Holtby hat seine Spielverweigerung beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV vor dem Spiel beim 1. FC Union Berlin als "Kurzschlussreaktion im Affekt" entschuldigt. "Aufgrund einiger Enttäuschungen und dem unbedingten Willen, den Aufstieg zu erreichen sowieder Mannschaft und dem HSV helfen zu wollen, sind die Gäule im wahrsten Sinne des Wortes mit mir durchgegangen", schreibt Holtby auf seiner Facebook-Seite.

Der 28-Jährige hatte HSV-Trainer Hannes Wolf nach dem Abschlusstraining darum gebeten, ihn nicht zu nominieren. Er habe seinen Fehler "nach einer kalten Dusche" eingesehen. Sportvorstand Ralf Becker betonte, dass Holtby, dessen hochdotierter Vertrag Ende Juni ausläuft, nicht mehr für die Hamburger auflaufen werde.⇥dpa