Fußball in der Bundesliga
: Union Berlin besiegt gegen den FSV Mainz 05 den Torfluch

Die Fußballer des 1. FC Union Berlin können doch noch Tore schießen - auch ohne Max Kruse. Gegen Mainz 05 gelang mit dem 3:1 zudem der erste Sieg im Februar.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Kampfspiel: Andreas Voglsammer von Union Berlin wird von Alexander Hack von Mainz 05 von den Beinen geholt.

Andreas Gora/dpa
  • Der 1. FC Union Berlin gewinnt in der Fußball-Bundesliga gegen FSV Mainz 05 mit  3:1 (1:0).
  • Weiter geht es für Union Berlin mit dem Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli.
  • Marcus Ingvarsten von Gegner Mainz 05 will nicht mehr zurück an die Alten Försterei.

So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Spiel gegen FSV Mainz 05

Nimmt der Februar für den 1. FC Union Berlin noch ein versöhnliches Ende? Das war die entscheidende Frage vor der Partie gegen die mit 34 Zählern punktgleichen Mainzer am 23. Spieltag. In drei Begegnungen blieben die Eisernen in diesem Monat in der Fußball-Bundesliga ohne Sieg und Tor. Das kann nicht nur am Abschied von Max Kruse zum VfL Wolfsburg liegen und diese Diskussion ist nun zu Ende. Eine Woche nach der dürftigen Leistung bei der 0:1-Niederlage gegen Arminia Bielefeld feierten die Gastgeber vor 10 000 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei doch noch einen Sieg im Februar. Mit dem 3:0-Erfolg gegen Mainz und nunmehr 37 Punkten bleiben die Wuhlheider auch an den vorderen Rängen dran.

Union Berlin gegen FSV Mainz 05 – so fielen die Tore

1:0 Genki Haraguchi (7.)

Nach einer Flanke von rechts wird der Direktschuss von Niko Gießelmann noch von der Mainzer Abwehr geblockt. Doch den Abpraller nimmt auch der Japaner direkt und unter Mithilfe der Hacke vom Mainer Hack springt der Ball ins Tor.

2:0 Sheraldo Becker (56.)

Der Unioner nimmt sich ein bisschen die Art von Arjen Robben zum Vorbild, zieht von links in die Mitte und jagt den Ball sehenswert mit rechts in die aus seiner Sicht rechte Ecke des Mainzer Tores.

3:0 Taiwo Awoniyi (75.)

Der Nigerianer schließt, von Becker per Querpass bedient, eien Konter mustergültig mit einem Flachschuss ab.

3:1 Delano Burgzorg (90.)

Der Mainzer bekommt von der linken Seite den Ball aufgelegt und schiebt ihn durch die Beine von Torwart Andreas Luthe in die Maschen

So ging Union Berlin ins Spiel gegen FSV Mainz 05

Union Berlin, besser Trainer Urs Fischer, warf nach der 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld die Rotationsmaschine an. Gegenüber der Partie bei den Ostwestfalen gab es gleich fünf Änderungen in der Startelf. In der Defensive verabschiedeten sich Bastian Oczipka, Dominique Heintz und Julian Ryerson auf die Ersatzbank. Dafür setzte der Schweizer auf Kapitän Christopher Trimmel, den nach seiner Sperre zurückkehrenden Robin Knoche und Niko Gießelmann. Im Angriff mussten Sven Michel und Taiwo Awoniyi, der in der Hinserie beim 2:1-Erfolg der Eisernen Doppeltorschütze war, auf die Bank. Dafür erhielten Sheraldo Becker und Andreas Voglsammer das Vertrauen.

Bei den Gästen aus Mainz saß Ex-Unioner Marcus Ingvartsen zunächst auf der Bank. Anders als Union-Caoch Fischer agierte sein Mainzer Kollege nach dem Motto „Never Change a winning Team“ und beließ es bei exakt derselben Elf, die beim 3:2 über Bayer Leverkusen begann.

So lief das Spiel Union Berlin gegen FSV Mainz 05

Die Partie begann mit einer Schweigeminute gegen den vom russischen Machthaber Wladimir Putin angezettelten Angriffskrieg gegen die Ukraine und für die Opfer, die es deswegen schon gab. Beide Teams trugen am Arm eine schwarze Trauerbinde. das Spiel selbst begann wie von den Unioner wohl erträumt. Nach sieben Minuten war der Torfluch nach dem Abgang von Kruse Geschichte, als Haraguchi die schnelle Führung erzielte. Zwar ließ Dankert den Treffer überprüfen, weil Prömel vor dem Torwart lag, erkannte das Tor aber dann an. Spielerisch waren die Mainzer bis dahin ebenbürtig, der Treffer machte den Unterschied. bis zur Pause aber übernahmen die Rheinhessen langsam das Kommando, weil Union sich einige Fehlabspiele leistete. Kapital schlugen die Gäste daraus nicht, denn die Köpenicker standen defensiv äußerst stabil.

Bewegender Moment: Schweigeminute von Union Berlin und dem FSV Mainz 05 vor der Partie in der Alten Försterei.

Uwe Wuttke

In der zweiten Hälfte wurde es etwas turbulenter und auch robuster auf dem Feld. Und wieder waren es die Unioner, die effizienter vor dem Tor agierten. Ein Traumschlenzer von Becker brachte das 2:0. Und für die Mainzer kam es noch dicker. Dominik Kohr sah binnen weniger Minuten zweimal Gelb und musste, wie schon in der Hinrunde gegen die Köpenicker frühzeitig mit der Ampelkarte das Feld verlassen. Nun hatten die Berliner die Partie im Griff und „Joker“ Awoniyi traf wie schon in der Hinserie zum letztlich ungefährdeten und verdienten Sieg. Der Mainzer Ehrentreffer war nur noch Ergebniskosmetik und die Union-Fans konnten mit ihren Lieblinge endlich wieder einen Dreier feiern.

Union Berlin gegen FSV Mainz – die Statistik

Union Berlin – FSV Mainz 05 3:1 (1:0)

Union Berlin: Luthe - Jaeckel, Knoche, Baumgartl - Trimmel, Khedira, Gießelmann (85. Oczipka) - Prömel (85. Öztunali), Haragichi (76. Möhwald) – Becker (76. Michel), Voglsammer (67. Awoniyi).

FSV Mainz 05: Zentner - Bell (70. Tauer), Hack (62. Stöger), Niakhaté - Widmer, Stach, Kohr, Aaron - J.-S. Lee (70. Boetius) - Burkardt (77. Burgzorg), Onisiwo (62. Ingvartsen).

Tore: 1:0 Haraguchi (7.), 2:0 Becker (56.), 3:0 Awoniyi (75.), 3:1 Burgzorg (90.) - Schiedsrichter: Dankert (Rostock); - Gelbe Karten: Trimmel - Svensson (Trainer), Hack - Gelb-Rote Karte: Kohr (Mainz/60./Foulspiel) - Zuschauer: 10 000

Union Berlin gegen Mainz 05 - die Reaktionen

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Die drei Niederlagen in Folge sind nicht spurlos an uns vorüber gegangen. In der ersten Hälfte war die Verunsicherung noch zu spüren. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Ruhe am Ball. Das 2:0 kam zur richtigen Zeit, die Ampelkarte kam noch dazu.. diesmal haben wir das Spielglück gehabt, um zu gewinnen.“

Bo Svensson (Trainer Mainz 05):  „In der ersten Hälfte haben wir eine Situation nicht gut verteidigt. Die Schiedsrichter entscheiden die Szenen. Wir haben in letzter Zeit ein bisschen Erfahrung mit Videoschiedsrichtern. Es ist schwer eine Linie zu erkennen. Deshalb habe ich mich ein bisschen aufgeregt. Nach der Pause war Union dann besser als wir, hat verdient gewonnen.“

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin): „Endlich wieder. Die Freude über den Sieg ist viel größer als die Erleichterung. Wir wollten heute unbedingt gewinnen. Das Spielglück ist wieder zurückgekommen, Mainz war nicht die schlechtere Mannschaft.“

Taiwo Awoniyi (1. FC Union Berlin): „Wir waren gut vorbereitet. Wir sind einfach dran geblieben und haben uns belohnt. Ich war nicht überrascht, auf der Bank zu sitzen, freue mich über mein Tor. Das ist Fußball, mal klappt es, mal nicht.“

So sieht es für Union Berlin in der Bundesliga aus

Union Berlin liegt nach dem Sieg gegen den FSV Mainz 05 auf Rang 7 in der Tabelle der Fußball-Bundesliga.

Am Samstag hatte der kommende Gegner VfL Wolfsburg in der Liga bei Borussia Mönchengladbach 2:2 Remis gespielt und Lokalrivale Hertha BSC taumelt dem Abstieg entgegen. Die Berliner unterlagen beim SC Freiburg mit 0:3 und könnten bei einem Remis des FC Augsburg gegen Borussia Dortmund auf den Relegationsplatz abrutschen.

So geht es für Union Berlin weiter

Zunächst empfangen die Eisernen am 1. März (20.45 Uhr) im Viertelfinale des DFB-Pokals den Zweitligisten und Borussia-Dortmund-Bezwinger FC. St. Pauli an der Alten Försterei. Danach folgt ein ganz brisante Begegnung. Am 5. März (15.30 Uhr) reist Union Berlin an den Mittellandkanal zum VfL Wolfsburg und trifft dabei auf den verflossenen Angreifer Max Kruse. In der Hinrunde der Fußball-Bundesliga kamen die Köpenicker gegen die Niedersachsen durch Tore von Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi zu einem 2:0-Erfolg.

Und sonst noch bei Union Berlin?

Marcus Ingvartsen musste nicht groß jubeln, weil er für Mainz 05 keinen Treffer in der Alten Försterei gegen den eigenen Arbeitgeber.Union Berlin erzielt hat. Der dänische Nationalspieler ist an die Rheinhessen bis Saisonende ausgeliehen. In Köpenick fühlte sich der 26-Jährige indes nicht so richtig wertgeschätzt und vor allem falsch eingesetzt. Deshalb würde er auch gerne seine Zelte in der Hauptstadt komplett abbrechen. „Es war von Anfang an mein Plan, über die Leihe hinaus zu bleiben, weil ich wieder als Stürmer statt wie bei Union als Mittelfeldspieler auflaufen wollte“, erzählte der Offensivspieler dem „Kicker“ vor der Partie „seiner“ beiden Clubs gegeneinander.

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