Fußball
: Starke Hertha feiert im letzten Saison-Heimspiel gegen Leverkusen 2:0-Erfolg

Das letzte Heimspiel der Saison für Hertha BSC - der Spielbericht.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Herthas Peter Pekarik stoppt den Leverkusener Leon Bailey.

Michael Sohn/dpa

Hier die Partie im Check.

Die Lage

Das Ziel der Hertha vor der Partie war gegen die Leverkusener zu punkten. Schließlich galt es in der Tabelle vor dem punktgleichen Lokalrivalen 1. FC Union zu bleiben.Das gelang durch den fast überraschenden Sieg, weil die Köpenicker in Hoffenheim mit 0:3 verloren vermutlich sogar ganz sicher, denn 3 Punkte und neun Tore am letzten Spieltag aufzuholen, wird schwer für die Unioner.Für Bayer bedeutete die Niederlage im Olympiastadion einen herben Rückschlag im Bestreben, die Champions League zu erreichen.

Die Vorgeschichte: Bayer Leverkusen in einem der letzten beiden Saisonspiele im Berliiner Olympiastadion zu erleben, das war in den vergangenen Jahren kein Spaß für die Hertha-Fans, die diesmal ja fehlen. Die Ergebnisse ihrer Lieblinge waren jedenfalls niederschmetternd. 2016/17 gab es eine 2:6-Klatsche und im der vergangenen Saison unterlag Hertha mit 1:5. Für Trainer Bruno Labbadia war es eine besondere Partie, denn Leverkusen war 2008/09 seine erste Station als Chefcoach. „Es war ein unglaublich intensives Jahr mit dem Pokalfinale in Berlin, in dem ich auch den einen oder anderen Fehler gemacht habe. Es war damals eine der talentiertesten Mannschaften, wir haben spektakulären Fußball gespielt. Ich war zu ungeduldig, wollte am liebsten schon in der Saison deutsche Meister werden“, erinnerte sich der gebürtige Darmstädter und ergänzte: „Ich hätte gern das Wissen von heute schon damals gehabt. Dann wäre es spannend geworden.“

Die Tore

1:0 (22.)Matheus Cunha, lässt einen Rückpass von Dodi Lukebakio kurz nach vornespringen und drischt den Ball dann aus 14 Metern ins linke obere Toreck

2:0 (54.) Lukebakio, muss den Ball nach tollen Solo von Piatek gegen zwei Leverkusener nur noch über die Torlinie drücken.

Die Startelf und Taktik

Bei der Hertha fehlen inzwischen zwölf Spieler, nachdem die Youngster Lazar Samardzic (Mandelentzündung ) und Morton Dardai (Sprunggelenk) ausfielen.Arne Maier musste nach einer im Training erlittenen Fußprellungpassen. Für ihn rückte Niklas Stark ins defensive Mittelfeld. In die Viererkette kehrte nach seiner Rotsperre Dedryck Boyata zurück. Im Sturmzentrum startete diesmal der Pole Krzystof Piatek für Vedad Ibisevic, auf der linken Außenposition im 4-2-3-1-System überraschte der Einsatz vom zuletzt nach einer Gehirnerschütterung noch nicht zuhundert Prozent genesenenMatheus Cunha.

Bei Bayerrückte Nationalspieler Kevin Volland für den Argentinier Lucas Alario in die Sturmspitze. Dahinter sollte die Dreierreihe mit den schnellen Außen Moussa Diaby und Leon Baileysowie Toptalent Kai Havertz im Zentrum Herthas Abwehr sprengen. In der Defensive fehlten den Leverkusenern die rustikalen Bender-Zwillinge in der Viererkette. Dafür spielten Jonathan Tah und Aleksandar Dragovic.

So lief die Partie

Leverkusen erwischte erwartungsgemäß den besseren Start. Vor allem über die Außen Diaby und Bailey.Aber Zählbares kam nicht heraus, nur als der ansonsten bärenstarke, vor allemim Luftzweikampf schier unbezwingbare Boyata einmal Volland anschoss, wurde es gefährlich (6.). In der Folgezeit bekamen die Platzherren den ambitionierten Gegner besser in den Griff. Im Abwehrverbund wurde Diaby und Bailey früh gestoppt, und mit schnellem Umschaltspiel gelang es der Hertha nach vorne Nadelstiche zu setzen. Wobei gleich der erste saß, als Cunha mit einem Traumtor das 1:0 erzielte.Zwei Minuten späterhätte der Brasilianer erhöhen müssen, scheiterte aber frei vor Lukas Hradecky am Bayer-Schlussmann, in dem auch Piatek aus spitzem Winkel seinen Meister fand (35.). Zwar hatte Diaby noch eine gute Gelegenheit zum Ausgleich (37.), aber die Pausenführung für starke Berliner war durchaus verdient.

Zur zweiten Hälfte brachte Bayer-Trainer Peter Bosz mit Paulinho für Volland und Spielmacher Kerem Demirbay für Aranguiz mehr Offensive ins Spiel.Das machte sich bemerkbar. Allerdings wieder nur zehn Minuten, dann stand die Hertha-Abwehr wie eine Eins. Und nach vorne gab es weiter Nadelstiche. Ein schönes Solo von Piatek krönte Lukebakio mit dem 2:0 und Grujic schoss nur knapp daneben (63.) und vergab allein vor dem Tor (90.). Zwar setzte Bayer-Coach Bosz mit weiteren offensiven Wechseln alles auf eine Karte, aber die Hertha verteidigte souverän und aufopferungsvoll – Torunarigha rettete sogar spektakulär auf der Torlinie gegen Alario (78.) – den Vorsprung.

Die Statistik

Hertha BSC – Bayer Leverkusen 2:0 (1:0)

Hertha: Jarstein – Pekarik (50. Klünter), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt – Stark, Grujic –Lukebakio (68. Esswein) , Darida, Cunha – Piatek (88. Ibisevic)

Leverkusen: Hradecky – Dragovic, Tah, Topsoba (57. Alario), Wendell – Aranguiz (46. Demirbay), Baumgartlinger (76. Amiri) – Diaby, Havertz, Bailey (76. Wirtz) – Volland (46. Paulinho)

Tore: 1:0 Cunha (24.), 2:0 Lukebakio (54.)-Schiedsrichter: Brych (München) – Zuschauer: keine

So geht es weiter: Am letzten Spieltag reist die Hertha an den Niederrhein zu Borussia Mönchengladbach, die Leverkusener empfangen zeitgleich am Sonnabend um 15.30 Uhr den FSV Mainz 05.

Stimmen zur Partie

Niklas Stark: Es war ein richtiger Arbeitssieg. Aber wir hatten einen  Plan und haben diesen  toll umgesetzt. Es hat heute Spaß gemacht zu verteidigen und wie wir uns dabei gepusht dem Gegner auf den Sack gegangen sind.  Das wir vor Union stehen, ist ein kleiner Pluspunkt für uns  und unsere Fans. Wir sind froh, das  unseren Fans ermöglicht zu haben. 

Krzystof Piatek: Es war ein schwieriges Spiel, aber wir haben gut in der Defensive gestanden und in der zweiten Hälfte war etwas offener. Wichtig ist, dass wir zu Null gespielt haben. Normal schieße ich den Ball beim 2:0 ins Tor, aber Dodi stand besser. Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen und drei Punkte geholt haben.