Fußball: Union Berlin mit bitterer Heimpleite

Einen Schritt zu spät: Union Berlins Neven Subotic (l.) konnte das Gegentor durch Kai Havertz nicht verhindern.
Andreas Gora/dpaDie Ausgangslage: Mit dem 2:0–Auswärtssieg in der Vorwoche bei Werder Bremen hat sich der 1. FC Union Berlin viel Luft im Abstiegskampf der Fußball–Bundesliga verschafft. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt bereits neun Punkte. Leverkusen präsentierte sich vergangene Woche in Torlaune. Mit dem 4:3–Heimsieg über Dortmund hielten die Rheinländer Anschluss an die Champions–League–Plätze
Startelf und Taktik: Berlins Trainer Urs Fischer schickte seine gewohnte Elf im 3—5-2 auf den Rasen. Im Vergleich zum Spiel in Bremen kehrt lediglich Marvin Friedrich nach Gelbsperre zurück ins Team. Er bildet gemeinsam mit Neven Subotic und Keven Schlotterbeck die defensive Dreierreihe. Mittelfeldmann Grischa Prömel, der sich berechtigte Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz machen konnte, sitzt erneut nur auf der Bank. Im Sturm agieren erneut die beiden torgefährlichsten Spieler der Berliner mit Marius Bülter (6 Tore) und Sebastian Andersson (8 Treffer).
So verlief das Spiel: Union war von Beginn an wach und mutig und überraschte so die Gäste. Nach zwei Minuten gewann Marvin Friedrich den Ball tief in der Leverkusener Hälfte und legt auf Sebastian Andersson, dochdessen Schuss streicht Zentimeter am Pfosten vorbei. Nur wenige Minuten später kam Friedrich nach einem Freistoß selbst zu einer guten Kopfballchance. Die Berliner standen nicht so tief wie gewohnt und spielten zielstrebig nach vorn.
Nach einem erneut schnellen Ballgewinn landete die Kugel in der 6. Minute bei Christian Gentner, der das Spielgerät aus 16 Metern unhaltbar in den Winkel knallte. In der Folgezeit stand Union defensiv sicher, hatte eine gute Passqualität und Zweikämpfhärte und ließ Leverkusen offensiv nicht zur Entfaltung kommen. Auffällig dabei, dass die Berliner nicht gewohnt mit langen Bällen agierten, sondern vor allem ein gutes Kurzpassspiel zeigten.
Mit dem ersten gefährlichen Torschuss glichen die Leverkusener aus. Bender setzte sich im Kopfballduell durch, Subotic kam einen Schritt zu spät gegen Havertz und der überlupfte Union–Schlussmann Gikiewicz.
Doch Union Berlin ließ sich vom Gegentor nicht beeindrucken und war weiter das bessere Team. Andersson hatte zwei gute Möglichkeiten, doch der Schwede hatte im ersten Durchgang kein Glück im Abschluss.Im ersten Durchgang beeindruckten die Köpenicker mit einer starken Leistung und waren klar das spielbestimmende Team.
Nach dem Seitenwechsel musste das Spiel mehrmals für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem die Leverkusener Anhänger Pyrotechnik zündeten. Dem Spielfluss tat die Pause nicht gut. Leverkusen hatte weiterhin Probleme vor das Berliner Tor zu kommen und Union ließ jegliche Präzision im Angriffsspiel vermissen und attackierte die Gäste auch nicht mehr so früh wie zu Beginn des Spiels.
Es dauerte bis zur 75. Minute ehe die Fans im Stadion An der Alten Försterei einen gefährlichen Abschluss sahen. Robert Andrich hätte Union in Führung bringen können, aber verzog knapp. Auch im zweiten Abschnitt dominierte Union das Geschehen,doch Leverkusen machte mit dem ersten Torschussdas 2:1. Einen schnellen, gut ausgespielten Konter, vollendete Moussa Diaby.
Doch nur zwei Minuten untermauerte Marius Bülter seine bisherige überragende Form. Zunächst ließ er Lars Bender aussteigen, anschließend schlenzte er den Ball zum verdienten Ausgleich ins obere Eck. Im direkten Gegenzug verhinderte Unions Torhüter Gikiewicz den erneuten Rückstand durch Bellarabi.
In der siebenminütigen Nachspielzeit setzte sich Leverkusens Karim Bellarabi im Strafraum durch und nachdem das Spielgerät mehrmals abgefälscht wurde, kullerte er zum 3:2 für die Gäste ins Tor.
In der siebten Minute der Nachspielzeit eilte Unions Keeper Rafal Gikiewicz für eine Ecke nach vorn und kam sogar zum Abschluss, doch sein Schuss war zu zentral.
Statistik:
Union Berlin:Gikiewicz — Subotic (85. Polter), Schlotterbeck, Friedrich, Lenz, Andrich, Gentner (71. Prömel), Trimmel, Malli (71. Ingvartsen), Bülter, Andersson
Bayer Leverkusen : Hradecky — Tapsoba, Tah, S. Bender, Wendell, Amiri (72. Bellarabi), L. Bender, Weiser (46. Aranguiz), Havertz, Baily (46. Diaby), Volland
Tore: 1:0 Gentner (6.), 1:1 Havertz (21.), 1:2 Diaby (83.), 2:2: Bülter (85.), 2:3 Bellarabi (94.)
Schiedsrichter:Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 22 012 (ausverkauft)
So geht’s weiter: Am 4. März treffen beide Teams im Viertelfinale des DFB–Pokals in Leverkusen erneut aufeinander. Doch zunächst trimuss Union am kommenden Montagabend zum Auswärtsspiel zu Eintracht Frankfurt, Leverkusen empfängt Augsburg.
Stimmen:
Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin): „Die Leistung über 90 Minuten war sehr gut, aber die Gegentore waren alle viel zu einfach“
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): „Heute war der Unterschied, dass Leverkusen sehr effizient war und wir nicht. Aus solchen Situationen gilt es zu lernen. Wir sind toll ins Spiel gekommen und hatten immer Zugriff. Trotz großer Enttäuschung hat die Mannschaft ein gutes Spiel abgeliefert.“