Großveranstaltungen: Frust in vielen Sportarten wegen Corona-Regeln groß

Will Klarheit: Stefan Holz, Chef der BBL
Nicolas ArmerFußball
Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht in den Entscheidungen ein klares Signal. „Meiner Meinung nach sind die Beschlüsse ein Zeichen der Politik, dass man ab Anfang November wieder mit Zuschauern spielen möchte“, sagte Watzke der „WAZ“. Und auch die DFL erklärte in einem Statement, dass, „auf Basis von Fakten verantwortungsvolle Stufen-Lösungen je nach Pandemie-Lage vereinbart werden, um im November mit der Umsetzung zu starten, sofern das Infektionsgeschehen dies erlaubt“. Die von den Clubs erarbeiteten Pläne sehen schließlich Kontaktverfolgung und Hygieneregelungen vor. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach zudem von „schrittweisen Möglichkeiten noch vor Weihnachten.“
Basketball
Auch der Basketball überzeugte mit seinem Hygienekonzept beim Meisterschaftsturnier in München, ist aber alles andere als erfreut über das Vorgehen der Politik. „Natürlich steht die Gesundheit weiter über allem. Aber es wäre schon wichtig, dass allmählich mal verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit denen man planen kann“, sagte Liga-Geschäftsführer Stefan Holz. „Konzepte gibt es schon genug“, bemerkte er weiter. Man brauche Klarheit und könne sich nicht immer weiter von Monat zu Monat hangeln. Die Liga will ihre Saison am 6. November beginnen, zuvor soll es Mitte Oktober an mehreren Standorten ein Turnier um den BBL-Pokal. Ob und mit wie vielen Zuschauern hänge aber aber individuell vom Spielort in Vechta, Bonn, Weißenfels und Ulm ab.
Eishockey
„Wir werden und können nicht ohne Zuschauer bzw. ohne finanzielle Hilfen in den Spielbetrieb gehen und hierfür brauchen wir 6-8 Wochen Vorlauf“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke am Freitag. Tripcke sagte auch: „Wir lesen den gestrigen Beschluss nicht so, dass Zuschauer grundsätzlich ausgeschlossen sind. Zunächst müssen wir aus Erfahrung abwarten, wie dieser Beschluss nun in den Ländern umgesetzt wird.“
Handball
„Die Aufregung ist groß, ganz klar. Man spielt hier schon mit der Geschäftsgrundlage eines jeden Clubs“, sagt Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga. „Man muss dazu bemerken, dass wir seit Anfang März unsere Geschäftsmodelle nicht mehr durchführen können, das heißt, die Clubs haben nur noch Ausgaben und keine Einnahmen.“ Die HBL setzt trotz der jüngsten Aussagen der Politik weiter darauf, schon zum Saisonstart am 1. Oktober mit Hilfe von schlüssigen Hygienekonzepten vom Zuschauer-Verbot nicht betroffen zu sein und so die Zulassung von Fans zu ermöglichen. „Das ist die Absprache, die wir mit der Politik getroffen hatten“, sagte Bohmann. Ohne Fans sei ein langes Überleben nicht möglich.
Volleyball
Berlin Volleys-Manager Kaweeh Niroomand hat Verständnis für die Entscheidungen der Politik, aber verdeutlichte: „Es ist wie bei einem Unternehmen, das keinen Kundenkontakt mehr hat. Da bricht dann langsam alles weg.“ Ein gemeinsames Konzept zur schnelleren Rückkehr der Fans, das die Berliner Clubs um die Volleys gemeinsam mit Alba Berlin, den Füchsen und den Eisbären erarbeitet haben, ist nun nicht mehr zu gebrauchen.