Handball: Mit den Fans im Rücken zum Heimsieg

Zehn Tore: OHC-Spieler Linus Dömeland
Karsten SchirmerDer OHC–Coach musste dann zwar auch ohne Hilfsmittel reden, tat das aber wie immer sachlich–fachlich analysierend. „Wir haben diesmal nur 22 Fehler gemacht, gegen Barmbeck waren es noch 32. Die Halle hat uns nach vorn getrieben, dann gewinnst du auch mal gegen einen solchen Kontrahenten. Man muss sich mal unseren Kader anschauen, um zu wissen, was es für ein Kraftakt war. Wir sind immer noch in der dritten Liga, die so stark und ausgeglichen ist wie nie zuvor.“
Den Kraftakt hatte man OHC–Kapitän Robin Manderscheid nach den 60 Minuten deutlich angesehen. „Das war fast durchgängig Tempo und Körpereinsatz am Limit. Es hat mich überrascht, dass Schwerin so lange mithält. Mein Anteil war diesmal eher bescheiden, ich habe vier, fünf klare Situationen ausgelassen. Aber die Fans hatten diesmal wieder das richtige Gespür.“
Das hatte auch Linus Dömeland, der mit zehn Treffern erfolgreichste Schütze. Sechsmal zeigte er sich dabei nervenstark vom Siebenmeterpunkt. „Ich hatte einen guten Tag. Und wenn dir viel gelingt, dann überlegst du beim Strafwurf auch nicht mehr groß“, sagte er. Sein Mannschaftskamerad Dennis Leroy Schmöker musste ihm diesmal Platz auf Linksaußen machen und kam gar nicht zum Einsatz. „Wir wechseln uns immer ab, das wissen wir. Und Linus war heute überragend“, lobte er.
Die kritische Phase zwischen der 17. und 20. Minute, als der OHC nach 8:6–Führung plötzlich durch vier Gegentreffer in Folge 8:10 zurücklag, war sicher beunruhigend, doch beim 14:16 Pausenstand durchaus noch reparabel. Und zehn Minuten nach dem Wechsel (20:19) wurde dann schon der nervige Schluss–Akkord eingeleitet.