Kantersieg: Demonstration der Offensivstärke

Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Magnus Wybranietz ein wenig heraus, er hatte bei seinen zehn Toren nur zwei Fehlversuche.
Martin TersteggeAusgehend von einer soliden Deckungsarbeit konnten die Gastgeber von Beginn an ihr Tempospiel aufziehen. Abgefangene Bälle wurden sofort auf die nach vorn eilenden Mitspieler gepasst, die relativ sicher verwandelten. Wenn man den unbedingt ein „Härchen“ finden will im Glanzauftritt der erste Hälfte, dann, dass einige gute Möglichkeiten zu lässig vertan wurden.
Aber das relativiert sich schnell beim Blick auf die nackten Zahlen. Während die Brandenburger bei ihren 22 Treffern zur Pause vier, fünf Tore verschenkten, hatten die Gäste mit ihren sieben Toren das Optimum erreicht. Sie durften übrigens erst in der 11. Minute zum ersten Mal jubeln, zum 1:8-Zwischenstand.
Doch nicht nur über den Kontergegenstoß waren die Hausherren erfolgreich - in den ersten Minuten kamen sie nie zu der Gelegenheit ihren Kreisspieler für die Offensive einzuwechseln -, auch im Positionsangriff wussten sie ihr Publikum zu unterhalten. Mit flotten Ballpassagen rissen sie die GSV-Abwehr immer wieder auseinander, liefen dann in die Lücken am Kreis um abzuschließen. Mit dem 22:7 zur Halbzeit hatten die West-Akteure fast genau das gleiche Resultat wie im Hinspiel erreicht. In Grünheide führten sie sogar mit 23:7.
Die Crux bei solchen Zwischenergebnissen ist es die Spannung hoch zu halten. „So ein Spiel kannst du nicht mehr verlieren, also habe ich als nächste Zielvorgabe gesagt, unter 20 Gegentoren zu bleiben“, sagte Schößler in seiner Pausenansprache.
Mit Beginn des zweiten Durchgangs stand Jurij Benkendorf zwischen den Pfosten. Er hatte ein klein wenig das Pech, dass seine Vorderleute mit dem Wiederanpfiff noch nicht so präsent agierten. Er kassierte drei eher unglückliche Gegentore, ehe das West-Bollwerk wieder die Grünheider zermürbte. Benkendorf stand dann Andy Witowski (der in der ersten Hälfte kaum etwas zu tun bekam) in Nichts nach, er entschärfte auch den einzigen Siebenmeter des Spiels in der 56. Minute. Nach der „kleinen Findungsphase“ zu Beginn des zweiten Abschnitts begaben sich die Gastgeber wieder auf Torejagd. Sven Schößler konnte munter durchwechseln, ohne dass es zu einem Bruch im Ablauf kam. Man merkte den West-Handballern ihre Spielfreude an, sie ließen Ball und Gegner laufen. Ihr vom Trainer vorgegebenes Ziel unter 20 Gegentoren zu bleiben geriet im Verlauf nie in Gefahr, aber es gab wohl noch ein Zweites: die 40-Tore-Marke. Dies gelang Felix Meysel in der Schlussminute, was nochmals mit donnerndem Applaus belohnt wurde.
Der 40:17-Erfolg gelang sicherlich gegen einen bemittelten Kontrahenten, aber die West-Mannschaft hat trotz der Überlegenheit über beinah die gesamten 60 Minuten die Konzentration oben behalten und dafür gebührt ihr der Respekt.
Kommenden Sonnabend (2. März) wird die Aufgabe wesentlich schwerer, es geht zum SV Jahn Bad Freienwalde. Als Ziel gibt es für Sven Schößler dennoch nur die nächsten zwei Punkte, um so früh wie möglich als Meister fest zustehen.
SV 63 West: Witowski, Benkendorf, Wybranietz 10, M. Schößler 5, Nhantumbo 1, Wollweber 1, Heuer 1, Meysel 2, Stenzel 2, Teichert, Fleischer 6, T. Kryszon 5, P. Kryszon 7.