Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Deadline Day bei Union Berlin im Gartenstuhl

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt. Heute berichtet der Reporter, wie er bei Union den Deadline Day verbracht hat.
Matthias Koch- Deadline Day bei Union: Verein meldete Transfers während eines öffentlichen Trainings.
- Union bestätigte den Abgang von Ilyas Ansah zu Hull City sechs Tage nach seinem Abschied.
- Kastriot Imeri kam von Young Boys Bern, präsentierte Trikot mit der Nummer 30.
- Reporter wartete am Stadion im Gartenstuhl und bekam eigenes Foto von Imeri.
- Horst Heldt pendelte zwischen Kabine und Büro – Ogbemudia erneut an Waldhof verliehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Medienvertreter mache ich immer drei Kreuze, wenn die Transferperiode endet. Dann schrecke ich nicht mehr bei jeder Meldung des 1. FC Union Berlin beziehungsweise von Transfer-Vorhersagern von Sky auf. Die Fragen aller Fragen: Betrifft es Union? Wann könnte der Medizincheck sein? Wie komme ich an ein letztes oder frisches Foto jener Profis, die Union verlassen oder kommen?
Der TV-Sender Sky veranstaltet inzwischen vor allem am Deadline-Day eine mehrstündige Transfershow. Im Studio besprechen dann Redakteure, Experten und Promis die Deals.
Am Ende wurde auch am Dienstag der Countdown heruntergezählt und diskutiert, wer wen überteuert oder mit Kalkül geholt hat. Ende Januar wiederholt sich der Wahnsinn wieder. Gefühlt wird unsere schöne Bundesliga immer weiter abgehängt. Während die Engländer über vier Milliarden Euro verpulverten, haben die 18 deutschen Erstligisten „nur“ rund 800 Millionen Euro.
Union verkündet Transfers während des Trainings
Für mich als Union-Reporter spielt sich der Deadline Day nicht nur am TV, sondern größtenteils vor Ort im Stadion An der Alten Försterei ab. Diesmal gab es am Mittag sogar noch ein öffentliches Training.
Da muss man ein Auge auf den Platz und sein Handy haben. Während der Einheit machte Union zwei Transferaktivitäten öffentlich. Zum einen wurde der Abgang von Angreifer Ilyas Ansah zu Hull City sechs (!) Tage nach seinem Abschied endlich bestätigt. Zum anderen vermeldeten die Eisernen die Verpflichtung von Mittelfeldmann Kastriot Imeri von Young Boys Bern.

Neuzugang Kastriot Imeri präsentiert sein Trikot beim 1. FC Union Berlin für die 1. Fußball-Bundesliga.
Matthias KochLetzteres geschah mit Hochglanzfotos des Vereins, die den Medien kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Etwas Schlimmeres gibt es für mich als Freelancer eigentlich nicht, bis ich nicht selbst ein Bild des Protagonisten habe. Und Imeri trainierte in der einzigen öffentlichen Probe der Mannschaft in dieser Woche noch nicht mit.
Doch mein stundenlanges Ausharren auf dem Parkplatz vor der Haupttribüne, das ich mir mit meinem mitgebrachten Gartenstuhl erleichterte, hat sich gelohnt. Imeri, der in der vergangenen Saison mit dem jetzigen Union-Trainer Mauro Lustrinelli mit dem FC Thun als Aufsteiger sensationell die Schweizer Meisterschaft errungen hatte, kam irgendwann aus der Kabinentür. Der Kreativspieler hatte sogar sein Trikot mit der Rückennummer 30 dabei. Mehr geht fast nicht für ein Fotomotiv eines Neuzugangs.
Horst Heldt sah man am Dienstag immer wieder zwischen Kabine und seinem Büro im Forsthaus hin und her laufen. Das Handy hatte der Union-Manager stets am Ohr. Hinten heraus würde es für ihn mutmaßlich noch mal stressig. Die erneute Verleihe von Verteidiger Oluwaseun Ogbemudia an den Drittligisten Waldhof Mannheim vermeldete Union um 20.01 Uhr, eine Minute nach Transferschluss. Da saß ich aber schon auf meiner Couch.
