Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Ilic, Leite und Käsebrötchen am Deadline Day

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union. In seiner Kolumne „Koch aus Köpenick“ verrät er, was den Verein aus dem Berliner Osten wirklich bewegt.
Matthias Koch- Deadline Day in Köpenick: Fokus auf mögliche Abgänge von Diogo Leite und Andrej Ilic
- Reporter wartet am Stadion An der Alten Försterei bei minus neun Grad
- 9.32 Uhr: Ilic erscheint – ein kurzfristiger Wechsel gilt als unwahrscheinlich
- 10.11 Uhr: Leite kommt zum Training – kein Hinweis auf Abgang
- Rückblick: 31. Januar 2023 platzte Isco-Transfer trotz bestandenem Medizincheck
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der letzte Tag der Transferperiode, der Deadline Day, bedeutet vor allem eines: Stress! In erster Linie leiden die Manager der Fußballvereine, weil sie die Spielerwechsel manchmal in letzter Minute abwickeln müssen. Aber auch wir Journalisten geraten an diesem Tag mächtig in Wallung. Oder frieren.
Rückblick gefällig? Am 31. Januar 2023 habe ich den spanischen Superstar Isco schon in Berlin fotografiert, bevor er den Medizincheck beim 1. FC Union Berlin absolvierte und erfolgreich bestand. Doch zur geplanten Vertragsunterschrift kam Isco nie im Stadion An der Alten Försterei an. Die Gehaltsvorstellungen von Spieler und Klub stimmten plötzlich nicht mehr überein. Der Wechsel platzte – der Journalist staunte.
Drei Jahre später: Diesmal hocke ich am Montag (2. Februar 2026) nicht vor der Sportmedizin der Berliner Charité, sondern am Stadion. Denn Neuverpflichtungen sind eher nicht zu erwarten. Aber machen Spieler wie Diogo Leite und Andrej Ilic kurzfristig den Abflug? Und: Wie kalt kann ein Februartag in Köpenick sein? Hier ist mein Frost-Tagebuch am Deadline Day.

Rollendes Büro direkt vor dem Stadion an der Alten Försterei: Auf dem „Stehtisch“ des Lastenfahrrads ist Platz für Laptop, zwei Kameras und die Tüte mit den Käsebrötchen.
Matthias Koch8.45 Uhr: Ich nehme mein Lastenfahrrad und mache mich auf in Richtung Alte Försterei. Bei minus neun Grad ist das kein Vergnügen. Mir war klar: Ich fahre direkt in den Permafrost.
Kurz nach 9 Uhr: Ich erreiche den Parkplatz vor der Haupttribüne. Obwohl das nicht öffentliche Training erst um 11 Uhr beginnt, sind schon einige Union-Profis da. Mittelfeldmann Rani Khedira dribbelt immer sehr früh auf. Ihn bekomme ich nicht zu Gesicht. Aber ich hoffe, dass ich Ilic und Leite ausmachen und somit ihren Wechsel praktisch ausschließen kann. Ilic wurde in den sozialen Medien am Sonntagabend mit dem englischen Erstligisten FC Burnley in Verbindung gebracht, Leite in den Tagen zuvor mit Lazio Rom.
9.05 Uhr: Unweit des Spielereingangs baue ich auf der großen Box meines Fahrrads den „Stehtisch“ auf – für den Laptop und zwei Kameras. Ach ja, und die Tüte mit den Käsebrötchen. Mein Frühstück.
9.11 Uhr: Verteidiger Leopold Querfeld kommt vorbei. Kurz nach ihm folgen die sichtlich fröstelnden Angreifer Woo-Yeong Jeong und Oliver Burke.
9.32 Uhr: Endlich. Da ist er! Andrej Ilic. Ich notiere: Er bleibt Unioner. Denn für einen Flug und einen Medizincheck auf der Insel wäre die Zeit bis zum Transferende um 20 Uhr arg knapp. Aber was ist mit Leite?
10 Uhr: Leite ist immer noch nicht angekommen. Geht der Portugiese doch noch?
10.11 Uhr: Nein. Leite schlendert über den Parkplatz und geht am Eingang der Gästemannschaften quasi über die Hintertür in Richtung Umkleide. Meine Kamera hat ihn trotzdem erspäht und fotografiert.

Das ist doch...? Genau: Diogo Leite schlendert zum Training bei Union Berlin und ist nicht auf dem Weg zu einem anderen Verein.
Matthias KochUhrzeit? Keine Ahnung. In meine Hände kriecht die Kälte, während ich die Fotos bearbeite. Permafrost in Köpenick. Anna Wiesner scheint das zu spüren. Die Assistentin von Manager Horst Heldt bietet mir ein warmes Getränk an. Ob ich möchte? Aber natürlich! Kurze Zeit später bringt sie mir einen Cappuccino aus der Kabine. Den nehme ich dankend an und mache mich bald darauf auf den Heimweg.
Mein Fazit: Ilic und Leite sind noch da – aber wo ist das Gefühl in meinen kalten Fingern? Der nächste Deadline Day am 31. August findet zum Glück im Sommer statt. Mein Lastenfahrrad und ich werden dann wieder dabei sein.
Matze Koch – ganz nah dran am 1. FC Union Berlin
Mit Mitte 50 darf Matthias Koch nun regelmäßig eine Kolumne schreiben, die sich mit dem 1. FC Union Berlin beschäftigt. Das ist nur folgerichtig, schließlich ist er als Reporter so nah dran am Fußball-Bundesligisten wie sonst kein anderer.
Seit mehr als 26 Jahren wirft er täglich einen Blick auf den Verein aus Köpenick. Und wahrscheinlich ist er sogar öfter am Stadion an der Alten Försterei als mancher Spieler oder Trainer. Der Köpenicker, den alle nur „Matze“ nennen, hat den Verein wachsen sehen. Er kennt viele Menschen, die den Verein prägen, ganz persönlich. Und Matze kennt die Geschichten, die im und über den Verein erzählt werden. In „Koch aus Köpenick“ hält er sie fest.
