Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Investiert Union Berlin in Steine statt Beine?

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.
Matthias Koch- Union baut ein Trainingszentrum an der Alten Försterei – Kosten rund 40 Millionen Euro.
- Männer- und Frauenteam trainieren künftig unter gleichen Bedingungen, unter einem Dach.
- Ein Parkhaus entsteht; oben kommt bis Ende des Sommers ein zweiter Platz in Spielfeldmaßen.
- Ende des Jahres ziehen beide Profiteams ein, trotz Winterpausen liefen die Arbeiten weiter.
- Stadionausbau geplant: Männer sollen 2027/2028 ins Olympiastadion umziehen für Erweiterung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An diesem Mittwoch gab es große Aufregung im Stadion An der Alten Försterei. Auf dem Stadiongelände fielen nach einer Verfolgungsjagd Schüsse der Polizei. Rund 360 Meter entfernt wurden beim Richtfest für das Trainingszentrum Alte Försterei aber parallel in sicherer Umgebung feierliche Reden gehalten.
In Anwesenheit der Profiteams der Frauen und Männer, der Vereinsführung, zahlreicher Clubmitarbeiter sowie Sponsoren und beauftragter Baufirmen sprach natürlich auch Präsident Dirk Zingler. „Wir investieren rund 40 Millionen Euro und schaffen ein Novum im deutschen Profifußball: Erstmals werden unsere beiden Profimannschaften – Männer und Frauen – ihren Beruf unter gleichen Bedingungen ausüben, unter einem Dach und auf den gleichen Trainingsplätzen.“
Die 500 geladenen Besucher konnten sich im Anschluss bei geführten Rundgängen durch den Rohbau ein Bild davon machen, was neben dem Trainingsplatz der Männer seit Juli 2025 bereits entstanden ist. Regelmäßige Trainingskiebitze sahen das dreistöckige Funktionsgebäude bei den öffentlichen Einheiten Woche für Woche wachsen.
Die größte Baustelle bei Union muss noch angepackt werden
Der harte Winter konnte die Arbeiten zeitweise stoppen, aber nicht verhindern. Ende des Jahres werden die weiblichen und männlichen Profis der Eisern gemeinsam einziehen. Ein Paradebeispiel für die zunehmende Verzahnung der Geschlechter beim FCU ist natürlich auch Trainerin Marie-Louise Eta, die aktuell die Männer in der 1. Bundesliga halten soll und in der kommenden Saison die Frauen weiter nach oben führen soll. Die haben unter der aktuellen Trainerin Ailien Poese den Klassenerhalt bereits sicher.
Zwischen dem Funktionsgebäude und dem Stadion entsteht aktuell auch noch ein Parkhaus, auf dem bis Ende des Sommers ein zweiter Trainingsplatz mit Spielfeldmaßen errichtet wird. Union ist praktisch jetzt schon im Bau-Wahn, obwohl die größte und wichtigste Baustelle erst noch angepackt werden muss.
2027/2028 ziehen die Männer ins Olympiastadion um, damit die Alte Försterei von 22.012 auf 34.500 Besucher ausgebaut werden kann. Das alles wird weitere Millionen verschlingen. Hoffentlich verzettelt sich der Verein da nicht. Unweigerlich stellt sich da die Frage, ob Union zu viel in Steine anstatt Beine investiert.
Abstieg aus der Bundesliga hätte wirtschaftlich fatale Folgen
Nein, lautet da ganz klar die Antwort der Vereinsbosse. Nur die Verbesserung der Rahmenbedingungen führe mittel- und langfristig zu besseren sportlichen Leistungen. Dem Vernehmen nach würde man zur Not auch einen Abstieg in Kauf nehmen.
Die Männer bleiben allerdings für alles der Pacemaker. Ein Abstieg in dieser oder einer der nächsten Spielzeiten hätte wirtschaftlich fatale Folgen. Im letzten Winter wurde das Team von Union Berlin wohl auch aus finanziellen Gründen nicht verstärkt, obwohl dem Kader mindestens ein treffsicherer Stürmer und ein weiterer Verteidiger gutgetan hätte.
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