Koch aus Köpenick
: Union Berlin muss jetzt die richtigen Schlüsse ziehen

Matze Koch spricht in der Kolumne „Koch aus Köpenick“ über den Klassenerhalt des 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga. Wie geht es mit Geschäftsführer Horst Heldt weiter?
Von
Matthias Koch
Berlin
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Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Union Berlin hält die Klasse, doch die Rückrunde ist die schwächste seit dem Aufstieg 2019.
  • In 15 Rückrundenspielen gab es zehn Punkte – nur Wolfsburg holte weniger.
  • Die Trainerfrage steht an, bevor ein Eta-Nachfolger kommt: Bleibt Geschäftsführer Heldt?
  • Fan-Kritik an Heldt ist groß, doch viele Spieler stammen noch von Vorgänger Ruhnert.
  • Union verweist auf 2017/18: Damals folgte ein Schnitt mit neuem Manager und Trainer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Klassenerhalt des 1. FC Union Berlin ist sicher. Die Eisernen gehen in ihre achte Bundesliga-Saison. Riesenjubel ist deshalb aber nicht in Köpenick ausgebrochen. Denn Union spielt die schlechteste Bundesliga-Halbserie seit dem Aufstieg 2019. Aus den ersten 15 Begegnungen der Rückrunde stehen lediglich zehn Punkte zu Buche. Nur der VfL Wolfsburg (8) fristet ein noch finsteres Dasein.

Die bislang schlimmsten Union-Halbserien gab es in den ersten 17 Partien der Saison 2023/24 (14 Zähler) und 2024/25 (16). Das kann die Elf von Interims-Trainerin Marie-Louise Eta in den verbleibenden Spielen beim 1. FSV Mainz 05 und daheim gegen den FC Augsburg noch erreichen. Aber die aktuelle Formkurve mit sechs Spielen ohne Sieg in Folge spricht nicht unbedingt für eine Punkteschwemme.

Immerhin wurde das hauptsächliche Saisonziel vorzeitig erreicht. Im Gegensatz zu St. Pauli oder Wolfsburg oder den auf den Aufstieg hoffenden Zweitligisten SV Elversberg, Hannover 96 und SC Paderborn haben die Berliner Planungssicherheit.

Bleibt Geschäftsführer Horst Heldt im Amt?

Der Verein, allen voran der allmächtige Präsident Dirk Zingler, müssen aber jetzt die richtigen Schlüsse ziehen, sonst ist der erstmalige Abstieg in die 2. Liga nur eine Frage der Zeit. Noch bevor ein Nachfolger für Eta präsentiert wird, stellt sich bei Union die Manager-Frage.

Horst Heldt ist seit dem 1. Juli 2024 im Amt. Mit Bo Svennson und Steffen Baumgart verloren unter seiner Regie bereits zwei Fußball-Lehrer ihre Jobs, weil sie mit ihren Teams am Rande der Abstiegsgefahr lancierten.

Der zukünftige Trainer sollte mit dem Profifußball-Geschäftsführer möglichst auf einer Wellenlänge liegen. Heldt steht in Fan-Kreisen arg in der Kritik, wenngleich ein Großteil des Kaders noch von Vorgänger Oliver Ruhnert zusammengeholt wurde. Sollte Heldt im Amt bleiben, liegt es an ihm, den richtigen Coach zu finden – und qualitativ bessere Spieler.

Wenn sich Union gegen Heldt entscheiden sollte, muss dies zeitnah geschehen, weil dann der zukünftige Trainer auch vom neuen Manager verpflichtet werden sollte.

Union Berlin vollzog schon einmal einen radikalen Schnitt

Nach der schwierigen Zweitliga-Saison 2017/18 vollzog Union schon einmal einen radikalen Schnitt. 24 Stunden nach dem letzten Spiel bei Dynamo Dresden (1:0) mussten der sechs Monate zuvor von der U19 zu den Profis beorderte Trainer André Hofschneider, Sport-Geschäftsführer Lutz Munack und Kaderplaner Helmut Schulte ihre Posten räumen.

Ruhnert wurde Manager. Seine erste Amtshandlung war die Verpflichtung von Trainer Urs Fischer. Das Duo bugsierte Union in die Bundesliga und Champions League. Mit den Nachwehen der Königsklasse, die die Erwartungshaltung im Umfeld überhöht hat, kämpft Union trotz der schönen Erinnerungen bis heute.

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