Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Warum André Rolle nicht vergessen wird

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.
Matthias Koch- Union Berlin trauert: Beisetzung von André Rolle am 27. Februar 2026, 11 Uhr, Adlershof.
- Rolle: Stadionsprecher 1990–2003, prägte Verein, kritisch gegenüber Kommerz.
- Gedenken: Banner am 10. Januar 2026, Fan-Forum in schwarz-weiß, Halbzeit-Erinnerungen.
- Bitte: Keine Blumen/Kränze; Union-Kleidung bei Beisetzung erwünscht.
- Sportlich: Frauen 2:1 vs. Köln, Männer 1:0 vs. Leverkusen; nächstes Spiel in Mönchengladbach.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Berlin-Köpenick herrschen aktuell Frühlingsgefühle. Der Schnee hat sich getrollt. Beiden Profiteams des Clubs gelangen in der 1. Fußball-Bundesliga nach längeren Durststrecken wichtige Siege.
Die Frauen gewannen durch das 2:1 gegen den 1. FC Köln erstmals seit dem 5:0 gegen RB Leipzig am 19. Oktober 2025 mal wieder ein Heimspiel.
Die Männer beendeten durch ein beachtliches 1:0 gegen Bayer Leverkusen eine Serie von sieben Partien ohne Sieg in Folge.
Während die meisten Damen im Rahmen der Länderspiel-Pause bis einschließlich Sonntag eine Woche lang frei machen dürfen, strebt die Elf von Trainer Steffen Baumgart am Sonnabend (15.30 Uhr) in Mönchengladbach die nächsten Zähler an.
Auch Trainer Steffen Baumgart wurde durch André Rolle geprägt
So mancher Anhänger muss am Freitag (27. Februar 2026) aber noch einen harten Gang antreten. Um 11 Uhr wird auf dem Friedhof in Berlin-Adlershof an der Friedlander Straße André Rolle beerdigt. Der frühere Stadionsprecher war am 5. Januar 2026 im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit verstorben.
Im Stadion sah man ihn zuletzt nur noch selten. Aber der Verein und mehr als eine Generation von Anhängern wurden maßgeblich durch ihn geprägt. Das trifft auch auf Spieler zu. „Er war einer meiner Stadionsprecher“, sagte Union-Trainer Steffen Baumgart in den Tagen nach Rolles Tod.
Auf der Waldseite der Alten Försterei wurde am 10. Januar 2026 beim Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (2:2) eine große Gedenk-Botschaft mit seinem Konterfei und der Aufschrift „André, Deine Stimme wird niemals verhallen - kräftig, kritisch, ins Herz von uns allen!“ aufgezogen. Das Internet-Fan-Forum des Vereins, in dem André Rolle viele Jahre zu den Vielschreibern gehörte, hatte erstmals in seiner Historie tagelang ein schwarz-weißes Layout.

Beim Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen den FSV Mainz 05 im Januar 2026 wurde an den verstorbenen früheren Stadionsprecher André Rolle gedacht.
Matthias KochMit Unterbrechung hat der gelernte Schriftsetzer von 1990 bis 2003 mit seiner Stimme die Zuschauer auf dem Laufenden gehalten. Natürlich freute sich der langjährige Union-Fan nach den auch wirtschaftlich harten Nachwende-Jahren über den sportlichen Aufwind.
Kommerzialisierung des Fußballs war ihm ein Dorn im Auge
Er sagte Tore an, die 2001 zum erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga sowie zum Einzug ins DFB-Pokal-Finale und in den UEFA-Cup beitrugen. Aber mit seiner Meinung hielt Rolle nie hinter dem Berg. Die Kommerzialisierung des Fußballs war ihm immer ein Dorn im Auge.
2003 rang er erstmals erfolgreich mit dem Tod. Rolle engagierte sich im Anschluss ehrenamtlich im vielfältigen Union-Kosmos, beispielsweise im Supporter-Verband „Eiserner V.I.R.U.S.“, beim Fanclub „Märtyrer“, den „Kubik-Elfen“ und bei den Exiler-Treffen für auswärtige Union-Fans. Da zahlten sich seine Moderator- und Organisator-Qualitäten aus.
Zu seiner Beisetzung sollen keine Blumen und Kränze mitgebracht werden. Anhänger, die ihm das letzte Geleit geben wollen, dürften aber sehr wohl in Union-Kleidung kommen. Das hätte der gebürtige Altenburger sicher gewollt, der Anfang der 2000er-Jahre den Union-Preisskat wiederbelebt hat.
André Rolle wird nicht vergessen. Dafür ist die Trauerkultur bei Union Berlin zu groß. Christian Arbeit, Rolle-Nachfolger als Stadionsprecher, erinnert bei jedem Heimspiel in der Halbzeitpause an verstorbene Unioner. Das geschieht noch vor der Nennung der Zwischenresultate aus den anderen Stadien. Das Leben, zu dem auch der Tod gehört, ist eben doch wichtiger als Fußball.
Matze Koch – ganz nah dran am 1. FC Union Berlin
Mit Mitte 50 darf Matthias Koch nun regelmäßig eine Kolumne schreiben, die sich mit dem 1. FC Union Berlin beschäftigt. Das ist nur folgerichtig, schließlich ist er als Reporter so nah dran am Fußball-Bundesligisten wie sonst kein anderer.
Seit mehr als 26 Jahren wirft er täglich einen Blick auf den Verein aus Köpenick. Und wahrscheinlich ist er sogar öfter am Stadion an der Alten Försterei als mancher Spieler oder Trainer. Der Köpenicker, den alle nur „Matze“ nennen, hat den Verein wachsen sehen. Er kennt viele Menschen, die den Verein prägen, ganz persönlich. Und Matze kennt die Geschichten, die im und über den Verein erzählt werden. In „Koch aus Köpenick“ hält er sie fest.

