Krise bei Union Berlin
: Was hinter der Fan-Botschaft „Aufwachen, aufwachen“ steckt

Union Berlin ist nach der deutlichen Niederlage gegen Werder Bremen wieder mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die aktuellen Signale sind alarmierend.
Von
Frank Noack,
Jan Lehmann
Berlin
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1.BL 1. FC Union - Werder Bremen 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (25. Spieltag), 1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen, Union-Enttäuschung nach Abpfiff, 08.03.2026, Foto: Matthias Koch

Union Berlin gegen Werder Bremen: Den Eisernen sieht man nach dem Heimspiel-Debakel die Enttäuschung an.

Matthias Koch
  • Union verliert 1:4 gegen Bremen – Abstand auf Rang 16 nur noch vier Punkte.
  • Fans rufen „Aufwachen, aufwachen!“ – Trainer wertet es als Aufmunterung.
  • Baumgart: „Ergebnis ist ein Stimmungskiller“ – erst ein Sieg in zehn Spielen dieses Jahr.
  • Schäfer (Rot) und Querfeld (5. Gelbe) gesperrt – nächste Auswärtsspiele: Freiburg, Bayern.
  • Zwei Gegentore nach Standards – Heldt kritisiert Abwehr; Team warnt vor Abstiegskampf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Wetterbericht stand am Sonntag sinnbildlich für das Heimspiel-Debakel von Union Berlin gegen Werder Bremen (1:4). Vor dem Anpfiff wärmte die Frühlingssonne in der Hauptstadt, nach dem Spiel war es dann empfindlich kühl in Köpenick. Bei der traditionellen Dankesrunde der Mannschaft waren sogar frostige Züge zu vernehmen. „Aufwachen, aufwachen!“, schallte es Christopher Trimmel & Co. von der Waldseite entgegen.

Die Berliner Morgenpost wertete diese, für Union-Verhältnisse durchaus kritischen Rufe als „symbolische Gelbe Karte“ für die Mannschaft, die mit der Niederlage gegen Bremen in den Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga gerutscht ist. Der Abstand auf Relegationsrang 16 beträgt nur noch vier Punkte.

Aber man musste genau hinhören, was wirklich hinter der „Aufwachen“-Botschaft steckte. „Wir können uns immer auf unsere Fans verlassen“, betonte Trainer Steffen Baumgart. „Wir sehen ja genau wie sie auch die Gefahr. Deswegen kann ich das komplett nachvollziehen. Es ging eher um Aufmunterung durch die Fans: Sie sind hier, sie sind bei uns.“

In der Tat schworen die Fans das Team auf den Abstiegskampf ein. Und dennoch: Die Szenerie wirkte kühler als sonst. Zumal Baumgart zugab: „Dieses Ergebnis ist ein Stimmungskiller.“ Mit einem Heimsieg gegen Bremen hätten die Eisernen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen können. Davon waren sie aber spätestens nach der frühen Roten Karte gegen Andras Schäfer weit entfernt. „Jetzt sind wir mittendrin. Wir haben den Vorsprung verspielt. Das ist unfassbar ärgerlich“, konstatierte Geschäftsführer Horst Heldt beim Blick auf den Tabellenkeller.

Mindestens ärgerlich, womöglich aber sogar schon alarmierend sind die aktuellen Fakten. Aus den zehn Spielen in diesem Jahr hat Steffen Baumgart mit seiner Mannschaft erst einen Sieg geholt.  Die von Baumgart geforderte Steigerung nach dem biederen Auftritt in Mönchengladbach (0:1) blieb gegen Bremen aus. Ob es wirklich hauptsächlich am Rot von Andras Schäfer lag, müssen die nächsten Spiele zeigen. Und die haben es in sich: Auf die schlingernden Köpenicker warten gleich zwei Auswärtsspiele – in Freiburg und beim FC Bayern München. Erschwerend kommt hinzu, dass neben Schäfer auch Leopold Querfeld (5. Gelbe Karte) in der nächsten Partie gesperrt ist.

1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen: 08.03.2026, Berlin: Fußball, Männer: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen, 25. Spieltag, An der Alten Försterei, Trainer Steffen Baumgart (1. FC Union Berlin) kommt zum TV-Interview. Foto: Soeren Stache/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

„Wir sehen genau wie die Fans die Gefahr“, erklärte Trainer Steffen Baumgart nach der 1:4-Niederlage von Union Berlin gegen Werder Bremen.

Soeren Stache/dpa

Sogar die ureigenen Stärken scheinen Union Berlin im Frühjahr 2026 abhanden gekommen zu sein. Gegen Bremen gab es zwei Gegentreffer nach Standards. „Das müssen wir besser verteidigen. Das kannst du dir im Abstiegskampf nicht erlauben“, kritisierte Heldt.

In den verbleibenden neun Spielen könnte es noch einmal ungemütlich werden. „Es sieht im Moment natürlich nicht geil aus für uns“, räumte Ilyas Ansah ein. Und natürlich hätten die Fans das Recht, „ihre Sorgen zu äußern“, so der Stürmer. Die Empfehlung von Ansah: „Wir müssen jetzt weiterarbeiten, sollten die Situation aber auch nicht dramatisieren.“ Wachsam sein müssen sie in Köpenick jedoch auf jeden Fall.