Union Berlin Bundesliga
: Frühe Rote Karte schockt die Eisernen gegen Werder Bremen

Union Berlin gerät im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen schnell in Unterzahl. Der Platzverweis ist Ausgangspunkt für ein Debakel. Die Eisernen rutschen in Richtung Tabellenkeller.
Von
Frank Noack,
Jan Lehmann
Berlin
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1. BL 1. FC Union - Werder Bremen 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (25. Spieltag), 1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen, Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Andras Schäfer (1. FC Union Berlin) die rote Karte, 08.03.2026, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Union Berlin kann es nicht fassen: Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Andras Schäfer (links) im Heimspiel gegen Werder Bremen schon in der 19. Minute die Rote Karte.

Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Union verliert 1:4 gegen Werder Bremen – zweite Niederlage in Folge.
  • Rote Karte für Andras Schäfer in der 19. Minute schockt Union.
  • Führung durch Köhn per Elfmeter (18.), Bremen dreht das Spiel schnell.
  • Deman (31.), Stage (35.), Grüll (66.), Covic (90.+4) treffen für Werder.
  • Abstand auf Relegationsrang 16 schrumpft auf vier Punkte – Abstiegskampf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dem 1. FC Union Berlin droht nach der zweiten Niederlage in Folge plötzlich wieder das Thema Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Eisernen verloren am Sonntagabend das Heimspiel gegen den SV Werder Bremen mit 1:4 (1:2), mussten dabei nach der Roten Karte gegen Andras Schäfer aber lange Zeit in Unterzahl spielen.

Der Abstand auf den Relegationsrang 16 ist auf vier Punkte geschmolzen. Aus den zehn Spielen in diesem Jahr hat Trainer Steffen Baumgart mit seiner Mannschaft erst einen Sieg geholt. Union-Sportchef Horst Heldt erklärte bei Dazn mit Blick auf den Abstiegskampf: „Wir sind mittendrin in dem Thema. Da wollten wir nicht mehr rein.“ Rani Khedira kündigte an: „Wir müssen jetzt jedes Spiel angehen, als ob es das letzte wäre, um uns da herauszuarbeiten.“

Baumgart („Ich bin persönlich enttäuscht“) krempelte nach dem biederen Auftritt bei der 0:1-Auswärtsniederlage gegen Borussia Mönchengladbach die Offensive der Eisernen um. Der in Mönchengladbach gelbgesperrte Andrej Ilic und Ilyas Ansah rückten in die Startelf – für den Ex-Bremer Oliver Burke und Woo-Yeong Jeong blieb zunächst nur der Platz auf der Bank. Speziell die Offensive war gegen Bremen also in der Bringschuld.

Die taktischen Pläne von Baumgart wurden aber schnell über den Haufen geworfen. Dem Elfmeter-Tor von Derrick Köhn zum 1:0 in der 18. Minute ging ein Ziehen und Zerren von Niklas Stark an Ilyas Ansah voraus. Kurz danach sah Andras Schäfer die Rote Karte für ein hartes Einsteigen im Mittelfeld. Schäfer trat Jens Stage im Zweikampf auf den Fuß – Schiedsrichter Timo Gerach blieb bei seiner konsequenten Linie und zog sofort Rot. Schäfer war entsetzt, Union geschockt. „Klar, er trifft ihn unten am, aber nicht am Knöchel. Das ist eine sehr, sehr harte Entscheidung. Da kann man auf jeden Fall auch eine Gelbe Karte geben“, kommentierte der noch verletzte Union-Verteidiger Tom Rothe in der Halbzeitpause bei DAZN.

1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen: 08.03.2026, Berlin: Fußball, Männer: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - SV Werder Bremen, 25. Spieltag, An der Alten Försterei, Niklas Stark (l, Werder Bremen) gegen Ilyas Ansah (1. FC Union Berlin) in Aktion. Die Aktion führte zum Elfmeter für Union Berlin. Foto: Soeren Stache/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Ilyas Ansah (links, Union Berlin) wird hier durch den Bremer Niklas Stark gehalten. Den Elfmeter verwandelte Derrick Köhn zur Führung für die Eisernen.

Soeren Stache/dpa

Ab der 19. Minute musste der FCU also in Unterzahl spielen. Die Partie gegen die ballsicheren und kombinationsfreudigen Gäste wurde frühzeitig zum Einbahnstraßen-Fußball. In der 31. Minute machte es Werder-Linksverteidiger Olivier Deman besonders formschön: Sein Schuss schlug unhaltbar für Keeper Frederik Rönnow im linken Torwinkel ein – ein Traumtor. Mit dem 2:1 durch Jens Stage (35.) hatte Bremen die Partie innerhalb von nur vier Minuten gedreht.

Zu diesem Zeitpunkt musste man ein Debakel aus Sicht der Eisernen befürchten. In der 49. Minute rettete noch der Pfosten beim Schuss von Jens Stage. Marco Grüll erhöhte auf 3:1 (66.), Patrice Covic traf in der Nachspielzeit zum 4:1-Endstand (90.+4). Am Ende wurde es doch noch ein Debakel. Verbesserungen in der Offensive? Sie waren nach dem frühen Platzverweis ohnehin kein Thema mehr. Das neue Thema heißt Kampf um den Klassenerhalt.