Radsport: „Eine großartige Bühne für den Nachwuchs“

Patrick Moster
Roth/AugenklickHerr Moster, erst das dritte Mal nach Leipzig 1981 und Stuttgart 1985 findet eine Junioren-WM auf deutschem Boden statt. Welche Erwartungen hegen Sie, hegt der deutsche Verband?
Wir sind froh und stolz, dass wir die Titelkämpfe nach so langer Zeit wieder mal nach Deutschland holen konnten. Unser großer Dank gilt dem Land Brandenburg, den Ministerien, der Stadt Frankfurt und vor allem den fleißigen Organisatoren vom Frankfurter Radsport-Club um Dan Radtke, die es überhaupt erst ermöglicht haben, dass die Weltmeisterschaft hier stattfindet. Ich denke, es werden spannende und für Deutschland hoffentlich auch erfolgreiche Titelkämpfe.
Am Mittwoch fällt der erste Startschuss. Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung?
Ich bin sicher, die Organisatoren haben alles im Griff und bestens vorbereitet. Das Team um Dan Radtke ist ja sehr erfahren, hat schon viele Veranstaltungen in hoher Qualität auf die Beine gestellt. Das wird auch diesmal so sein. Die 315 Teilnehmer aus 48 Ländern werden in der Oderlandhalle und rundherum beste Bedingungen vorfinden.
Mit welchen Chancen gehen die deutschen Jungen und Mädchen an den Start?
Mit recht guten. Ich will hier keine Medaillenprognose abgeben, aber den einen oder anderen Titel und Medaillen wollen wir als Gastgeber schon nach Hause holen. Wir haben einige aussichtsreiche Talente in unserem zwanzigköpfigen Aufgebot.
An wen denken Sie da zuerst?
An die Sprinter um den Erfurter Julien Jäger und Alessa-Catriona Pröpster aus Kaiserslautern, die vor vier Wochen bei den Europameisterschaften jeweils zwei Titel gewannen. Oder an Nicolas Heinrich und Tim Teutenberg, die in Gent ebenfalls Gold holten.
Jetzt wird die Konkurrenz aber größer sein. Mit Australien, Neuseeland, Südkorea und Japan kommen starke Bahnrad-Nationen hinzu.
Das ist so, aber darauf werden wir unsere Sportler einstellen. Vielleicht spricht ja auch der Heimvorteil mit dem Publikum im Rücken für uns.
Erhoffen Sie sich von der WM neben sportlichem Erfolg auch eine längerfristige Wirkung für den deutschen Radsport?
Ja, unbedingt sogar. Die WM bietet dem Nachwuchs eine großartige Bühne, sich zu präsentieren. Aber nicht nur das. Ich hoffe, dass möglichst viele Jungen und Mädchen als Zuschauer die Wettkämpfe verfolgen und der oder die eine oder andere dabei selbst Lust verspürt, sich dem Radsport zuzuwenden. Der 17-jährige Hannes Wilksch, der ja aus der Oderregion stammt und bei der WM mit guten Aussichten startet, ist da ein gutes Beispiel. Es wäre schön, wenn möglichst viele ihm nacheifern würden.