Radsport: Junge Sprintergarde top

Dreikampf der Meisterinnen: Emma Hinze, Lea Sophie Friedrich und Miriam Welte (von links, hier im Keirin-Finale) beeindruckten mit starken Leistungen im Berliner Velodrom.
Frank HammerschmidtBeide Male war Emma Hinze die Unterlegene. Die nur zwei Jahre ältere Cottbuserin hatte sich zuvor die Meistertrikots im 500–Meter–Zeitfahren und zusammen mit Miriam Welte im Teamsprint gesichert, fand dann aber zweimal in ihrer jüngeren Kontrahentin ihre Meisterin. „Das ärgert mich schon ein bisschen“, bekannte Hinze. „Besonders im Keirin, da habe ich zu spät angegriffen, das ist mir schon öfter passiert.“
Grund zur Traurigkeit muss die Wahl–Brandenburgerin aber nicht haben, denn auch sie bot im Velodrom eine formidable Leistung. Zusammen mit Friedrich verkörpert sie nach dem erzwungenen sportlichen Ende von Olympiasiegerin Kristina Vogel die hoffnungsvolle Sprintzukunft im deutschen Bahnradsport. „Bei den Frauen sind wir gut aufgestellt“, sagt Bundestrainer Detlef Uibel. Dabei hat er natürlich auch weiterhin die routinierte Miriam Welte und die 21–jährige Pauline Grabosch trotz ihrer zurzeit etwas abfallenden Leistungskurve im Blick, der natürlich schon Richtung Olympia in Tokio geht.
Unter diesem Aspekt betrachtet deuteten die sprintenden Männer, die den Anschluss an die Weltspitze zuletzt verloren hatten, Besserung an. Vor allem Marc Jurczyk versprüht neue Hoffnung für die kommenden Höhepunkte mit den Europameisterschaften in Apeldoorn, den Weltcups und insbesondere den Heim–Weltmeisterschaften Ende Februar in Berlin.
Der 23 Jahre alte Erfurter setzte sich im Keirin gegen Maximilian Dörnbach durch und revanchierte sich damit am Heiligenstädter für die Niederlage im Sprint. Zuvor hatte sich Jurczyk mit dem Chemnitzer Erdgas–Team im Teamsprint sowie über1000 Meter durchgesetzt und damit seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. „Das ist ein Hoffnungsschimmer, trotzdem bleibt noch viel zu tun, um an alte Stärke heranzukommen“, urteilt Bundestrainer Uibel.
Als Dreifach–Meister durften sich ebenfalls der Berliner Theo Reinhardt und Franziska Brauße aus Öschelbronn feiern lassen, während aus Brandenburger Sicht das Anteils–Gold vom Maximilian Levy und Nik Schröter im Teamsprint, die Silbermedaillen von Moritz Malcharek/Sebastian Schmiedel im Madison, Malcharek im Scratch und der dritte Rang durch Eric Engler im Keirin nicht unerwähnt bleiben sollten. Genau wie die hervorragenden Ergebnisse in den Nachwuchsklassen, in denen sich die Brandenburger mit je sechsmal Gold und Silber sowie viermal Bronze als wahre Medaillensammler entpuppten. Eine bessere Werbung für die Junioren–WM in gut anderthalb Wochen in Frankfurt (Oder) hätten sie nicht machen können.