Radsport
: Kampf ums Regenbogentrikot

Für die 313 Nachwuchs-Radsportler aus 48 Ländern wird es bei der Junioren-WM in Frankfurt (Oder) ab Mittwoch ernst.
Von
Jürgen Leibner
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

Letztes Üben vor dem scharfen Start: Die deutschen Junioren-Verfolger, hier angeführt von Volker Richter auf dem Derny, müssen heute Nachmittag zum Auftakt der WM die Qualifikation bestreiten.

michael benk

Zu Recht, denn der Teamsprint gehört seit Jahr und Tag zu den Paradedisziplinen der deutschen Bahnrad-Asse. Bei den Europameisterschaften vor fünf Wochen im belgischen Gent, die durchaus ein wichtiger Gradmesser auch für die WM sind, räumte der deutsche Nachwuchs mit Gold (Junioren) und Bronze (Juniorinnen) ordentlich ab. „Selbstverständlich wollen wir vor heimischem Publikum ebenfalls erfolgreich sein und in den Medaillenbereich fahren. Das wäre gut für die Stimmung bei den Titelkämpfen“, sagt Sprint-Bundestrainer Jörg Winkler. „Aber bei einer WM ist die Konkurrenz naturgemäß noch größer, insbesondere Australier und Neuseeländer sind stets zu beachten.“

Trotzdem baut der 66-Jährige fest auf sein goldenes EM-Trio mit Domenic Kruse, Laurin Drescher und Julien Jäger. Allerdings: Einem WM-Titel in dieser Disziplin fährt der deutsche Nachwuchs seit acht Jahren hinterher. 2011 in Moskau hatte es zum letzten Mal geklappt. Damals übrigens mit einem gewissen Pascal Ackermann – mittlerweile einer der besten deutschen Straßenprofis und gutes Beispiel für einen kontinuierlichen Weg vom erfolgreichen Nachwuchsfahrer bis hin in die internationale Elite.

Bei den Juniorinnen tragen die EM-Dritten Christina Sperlich und Alessa Pröpster die Hoffnungen der Gastgeber. Pröpster stand bereits im vorigen Jahr im schweizerischen Aigle ganz oben auf dem Podest. Da allerdings noch an der Seite von Überfliegerin Lea Sophie Friedrich. Die ist dem Junioren-Alter entwachsen und nimmt nun nahtlos Kurs auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Bereits am heutigen Nachmittag müssen die Verfolger ihre Beine wirbeln lassen. Die Qualifikation im Mannschafts-Wettbewerb steht an. Am Dienstagnachmittag bat der neue Bundestrainer Tim Zühlke seine Jungs noch einmal zu einem abschließen Test auf das 250-Meter-Holzoval in der Oderlandhalle. Danach fiel die Entscheidung, wer heute von den fünf Kandidaten am Start sein wird. „Hannes Wilksch, Tobias Buck-Gramcko, Nicolas Heinrich und Moritz Kretschy werden die Quali fahren“, informierte Zühlke anschließend. Und machte Hoffnung: „So schnell waren wir noch nie. Das kann am Mittwoch und Donnerstag was werden.“

Insbesondere für den 17-jährigen Hannes Wilksch, geboren in Wriezen und sportlich groß geworden in Strausberg (Märkisch-Oderland), ist die WM praktisch vor der eigenen Haustür schon jetzt ein „Riesending“, wie er sagt.

WM-Programmheute

11.30: Teamverfolgung w⇥Qualifikation13.07: Teamverfolgung m⇥Qualifikation15.04: 5 km Scratch w⇥Qualifikation16.30: Teamsprint w⇥Qualifikation16.58: Teamsprint m ⇥Qualifikation17.50: Eröffnungszeremonie18.10: 7,5 km Scratch w⇥Finale18.25: Teamsprint w⇥1. Runde18.36: Teamsprint m⇥1. Runde18.57: Teamverfolgung m⇥1. Runde19.23: Teamsprint w⇥Finale19.31: Teamsprint m⇥Finale