Rassismus-Eklat im DFB-Pokal
: Skandal bei RSV-Eintracht-Spiel – Täter ermittelt

Zwei Rassismus-Vorfälle haben die 1. Runde im DFB-Pokal überschattet. Die mutmaßlichen Täter beim Spiel des Brandenburger Pokalsiegers RSV Eintracht Stahnsdorf sind ermittelt.
Von
Peter Mertes
Babelsberg
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RSV Eintracht 1949 - 1. FC Kaiserslautern: 17.08.2025, Brandenburg, Stahnsdorf: Fußball: DFB-Pokal, 1. Runde, RSV Eintracht 1949 - 1. FC Kaiserslautern, Karl-Liebknecht-Stadion. Fans von RSV Eintracht 1949 feiern ihre Mannschaft. (zu dpa: «FIFA-Chef Infantino kritisiert Rassismus-Vorfälle im Pokal») Foto: Andreas Gora/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach rassistischen Beleidigungen eines Spielers in der Partie zwischen dem RSV Eintracht Stahnsdorf und dem 1. FC Kaiserslautern haben sich die Zuschauer mit dem Betroffenen solidarisiert.

Andreas Gora/dpa
  • Zwei Rassismus-Fälle prägen die 1. Runde des DFB-Pokals: Spiele in Babelsberg und Leipzig betroffen.
  • In Babelsberg wurden drei Täter nach Beleidigungen gegen einen Kaiserslautern-Spieler ermittelt.
  • Täter aus Heimblock übergeben; Fans solidarisierten sich und riefen „Nazis raus“.
  • Lok-Leipzig-Spiel: Ermittlungen zu Beleidigungen gegen Schalkes Antwi-Adjei laufen.
  • DFB und FIFA verurteilen Rassismus klar und betonen Einsatz für Vielfalt und Respekt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei rassistische Vorfälle in der 1. Runde des DFB-Pokals beschäftigen den Deutschen Fußball. Beim Spiel von Lok Leipzig gegen Schalke 04 wurde Gästespieler Christopher Antwi-Adjei Opfer einer rassistischen Beleidigung, in der im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion ausgetragenen Partie zwischen dem Brandenburger Pokalsieger RSV Eintracht Stahnsdorf und dem 1. FC Kaiserslautern ein Profi der Gäste beim Aufwärmen hinter dem Tor.

Die mutmaßlichen Täter bei der Partie zwischen dem RSV und dem FCK sind mittlerweile ermittelt. Zwei Männer und eine Frau sollen am Sonntag einen Spieler der Rheinland-Pfälzer rassistisch beleidigt haben. Die zwei Männer im Alter von 20 und 26 Jahren sowie die 24-jährige Frau seien aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark, teilte die Polizeidirektion West am Montag (18. August) in Brandenburg an der Havel mit.

In Babelsberg solidarisieren sich Zuschauer mit dem Spieler

Die Polizei wurde demzufolge zu Beginn der zweiten Halbzeit auf den Vorfall aufmerksam. Die drei Tatverdächtigen seien von Fans aus den eigenen Reihen aus dem Heim-Block der Polizei übergeben worden. Diese habe die Identität der Personen festgestellt und Ermittlungen wegen „verhetzenden Beleidigungen“ eingeleitet. Zum Sachverhalt ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Der Stadionsprecher des RSV Eintracht hatte den Vorfall per Durchsage bekannt gegeben und darin erklärt: „Hier bei uns ist jeder herzlich willkommen. Wir wollen das nicht, wir dulden das nicht. Bitte verhaltet euch anständig.“ Fans beider Lager solidarisierten sich daraufhin mit dem betroffenen Spieler und skandierten „Nazis raus“. Der Verein aus der Südstaffel der NOFV-Oberliga Nord verlor die Partie gegen den Zweitligisten Kaiserslautern mit 0:7.

FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nahm den RSV nach dem Vorfall ausdrücklich in Schutz: „Es ist nicht das Sinnbild, für das Stahnsdorf steht, und wie wir hier empfangen wurden“, sagte er: „Irgendein Vollidiot ist immer dabei.“

Ermittlungen zur rassistischen Beleidigung bei Lok Leipzig laufen

Zum anderen Rassismus-Vorfall in Leipzig laufen aktuell die Ermittlungen der Polizei. Der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) Hermann Winkler forderte dazu auf, diese Ermittlungen vor einer Bewertung der Geschehnisse abzuwarten: „Bei aller Notwendigkeit einer zügigen Aufarbeitung dieses ernsten Themas, hört auf mit Spekulationen und Schuldzuweisungen, bevor nicht Spielbericht und Ergebnisse der polizeilichen Befragungen ausgewertet sind.“ Winkler, der als Ehrengast im Stadion war, sagte, dass er selbst „keine fremdenfeindliche Stimmung wahrgenommen“ habe.

Der Chef des Deutschen Fußball Bundes (DFB) verurteilte die Geschehnisse hingegen klar und erklärte in einem Statement auf der Homepage des DFB: „Rassismus und Diskriminierung, Hass und Ausgrenzung haben im Fußball keinen Platz. Wir stehen für Vielfalt und Respekt. Und an der Seite der Betroffenen sowie derjenigen, die sich für unsere Werte einsetzen.“

Auch der Präsident des internationalen Fußball-Verbandes FIFA hat sich zu Wort gemeldet. Gianni Infantino erklärte, dass die Fifa, das Spieler-Gremium und die gesamte Fußballgemeinde fest an der Seite der Betroffenen stünden. „Wir sind fest entschlossen, dafür zu sorgen, dass Spieler respektiert und geschützt werden und dass die Wettbewerbsorganisatoren sowie die Strafverfolgungsbehörden entsprechenden Maßnahmen treffen.“ (mit dpa)