Regionalliga Nordost: Babelsberg wirft Zuschauer wegen Wettverdacht aus Stadion

Im Fokus: Das Spiel des SV Babelsberg (hier im Landespokal gegen Energie Cottbus) in der Regionalliga Nordost gegen die VSG Altglienicke ist bei Wettanbietern aufgetaucht.
Sebastian Räppold/Matthias KochSeit Anfang September die „Hamburger Morgenpost“ einen Bericht veröffentlichte, dass seit November 2022 insgesamt 17 Spiele im Deutschen Fußball unter Manipulationsverdacht stehen, sind die Fußballvereine erneut für das Thema Sportwetten sensibilisiert. Neben Drittligapartien sollen dabei auch Spiele aus zwei Regionalligen und mehreren Oberligen betroffen sein.
Nach diesem Wochenende (14. September) steht das Thema Sportwetten auch in der Regionalliga Nordost im Fokus. Einen Manipulationsverdacht gibt es zwar nicht, aber der SV Babelsberg hat beim Spiel gegen die VSG Altglienicke (0:0) eine Person aus dem Stadion geworfen, die in Echtzeit Daten für Wettanbieter übermittelt haben soll.
SV Babelsberg übergibt einen Datenscout an die Polizei
„Am Wochenende erhielten wir einen Hinweis, dass unsere Partie gegen die VSG Altglienicke auf Onlineportalen von Wettanbietern zu finden sei und als Livewette angeboten wird“, erklärt der Verein in einer Mitteilung zwei Tage nach dem Spiel. Dabei habe man gemeinsam mit dem Sicherheitspersonal einen sogenannten Datenscout ausfindig gemacht, der Livedaten an Dritte übermittelt habe.
„Diese Daten dienen vorrangig Wettanbietern, den Verlauf der Partie in Echtzeit anzuzeigen, um darauf Wetten anzubieten“, schreibt der SV Babelsberg weiter. Entsprechend habe man vom Hausrecht Gebrauch gemacht und die Person an die Polizei übergeben. Zudem werde man den Vorfall dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) melden. Verbunden sei das mit dem „dringenden Wunsch, andere Vereine in Kenntnis zu setzen und entsprechende Maßnahmen daraus abzuleiten.“
Sportlich bot die Partie trotz des 0:0-Endstands einige Highlights: Altglienicke war das überlegene Team, traf zweimal die Latte und bekam zudem zwei Tore wegen Abseits aberkannt. „Wenn man am Ende des Tages so oft das Aluminium trifft oder ein Tor macht und Abseits gepfiffen wird, dann steht man ein bisschen ratlos da“, bilanzierte VSG-Trainer Semih Keskin über die ausgelassenen Großchancen und den verpassten Sieg.

