Regionalliga Nordost: Lok Leipzig siegt in Jena spät – Ärger um zwei Platzverweise

Endes Duell: Zweikämpfe bestimmten in der Regionalliga Nordost das Spitzenspiel zwischen Carl Zeiss Jena (Khalid El Haija, hinten) gegen Lok Leipzig (Stefan Maderer). Zwei Platzverweise und viele gelbe Karten sorgen für Aufregung.
IMAGO/Christoph WorschEs war das absolute Spitzenspiel am achten Spieltag der Regionalliga Nordost: Tabellenführer Carl Zeiss Jena hat am Sonntagmittag (15. September) den Tabellenzweiten Lok Leipzig in der ad Hoc-Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld empfangen. Knapp über 10.000 Zuschauer sorgten für eine würdige Spitzenspiel-Kulisse, das den Fans aber nicht viel Fußball bot.
Wer auf offensive Highlights gehofft hatte, wurde enttäuscht, denn beide Teams zeigten sich defensiv sehr diszipliniert, sodass selbst die starke Jena-Offensive um Top-Torjäger Erik Weinhauer (elf Saisontore in acht Spielen) nicht ins Rollen kam. Stattdessen gab es viele Zweikämpfe und in der Schlussphase zwei Platzverweise gegen Carl Zeiss Jena. Als sich das Publikum bereits auf ein torloses Remis eingestellt hatte, gelang dem eingewechselten Luc Elsner der Siegtreffer für Lok (90.+4).
Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig – das Tor
0:1 Luc Elsner (90.+4)
Spät nutzt Lok die doppelte Überzahl in der Schlussphase aus. Erst pariert Jena-Torhüter Marius Liesegang einen Kopfball von Djamal Ziane stark, der eingewechselte Elsner staubt aber ab.
Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig – das Spiel
Wenn es nach nach der alten Fußballweisheit ginge, dass am Ende die Defensive die Titel gewinnt, dürfte Lok Leipzig zum Meisterfavoriten werden. Nur vier Gegentore haben die Sachsen in den ersten acht Spielen kassiert und behielten auch die starke Jena-Offensive (24 Saisontore) im Griff. Erst nach 44 Minuten kam Jena durch Top-Torjäger Erik Weinhauer (elf Saisontore) gefährlich zum Abschluss, doch Alexander Siebeck kratzte den Schuss von der Linie.
Zuvor hatte Lok zwei Chancen, um selbst in Führung zu gehen: Stefan Maderer zielte aber zu zentral (28.) und stellte Jena-Keeper Marius Liesegang nicht vor Probleme. Nach einer starken Außenrist-Flanke von Theo Ogbidi war zudem Pasqual Verkamp im Abschluss zu hektisch und zielte neben das Tor (33.). Nachdem die erste Hälfte schon mit Torchancen geizte, wurde es nach Wiederanpfiff kaum besser, erst in der 78. Minute gab es den nächsten Torschuss: Lok-Torhüter Andreas Naumann parierte gegen Weinhauer.
In der Schlussphase musste sich der bisherige Tabellenführer aus Jena nur noch auf die Defensive konzentrieren, weil er nach Platzverweisen gegen Joel Richter (75.) und Erik Weinhauer (83.) zu neunt spielte. Weil Lok in der Nachspielzeit der Siegtreffer gelang, muss Carl Zeiss die Leipziger vorbeiziehen lassen und steht nun auf Platz 2.
Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig – die Platzverweise
In der Schlussphase der Partie rückte der Cottbuser Schiedsrichter Henry Müller in den Mittelpunkt, weil er mit Richter und Weinhauer gleich zwei Jena-Spieler per Ampelklarte vom Platz stellte. Während Weinhauer in einem Zweikampf voll durchzog und zurecht vom Platz flog, weil er nur seinen Gegenspieler traf, war die Entscheidung gegen Richter sehr hart.
Jenas Offensivmann hatte am eigenen Strafraum einen Ball vor dem heranstürmen Zak Paulo Piplica fair geklärt und prallte Sekundenbruchteile später mit seinem Gegenspieler zusammen. Neben den Platzverweisen verteilte Müller noch neun Gelbe Karten, zudem sah in der Nachspielzeit auch Jenas Bank noch eine Gelb-Rote Karte.
Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig – Spieler des Spiels
Leipzigs Abwehrchef Lukas Wilton organisierte die Lok-Defensive perfekt und ließ Jena kaum einmal zum Abschluss kommen. Und wenn Erik Weinhauer doch einmal aufs Tor schießen konnte, war Andreas Naumann im Leipziger Tor zur Stelle.
Carl Zeiss Jena gegen Lok Leipzig – die Stimmen
Jochen Seitz (Trainer Lok Leipzig, im MDR): „Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit schon sehr gut gespielt und wenig zugelassen haben. Wir waren defensiv sehr stabil. Ich glaube schon, dass der Sieg verdient ist. Wir wussten um die Stärke von Carl-Zeiss Jena und ihren schnellen Spitzen,. Wir wollten tief stehen und den Spitzen keinen Raum geben, unser Matchplan hat ganz gut funktioniert. Die zweite Gelb-Rote ist für mich eine, die erste kann, muss aber nicht.“
Henning Bürger (Trainer Carl Zeiss Jena, im MDR): „Damit, wie wir in der ersten Halbzeit Fußball gespielt haben, war ich gar nicht zufrieden. Zu den Gelb-Roten Karten möchte ich gar nichts sagen, weil das nichts bringt. Das kostet nur Geld. Ich bin emotional angefasst, deswegen ist es besser, dazu gar nichts zu sagen. Nach den Platzverweisen ging es nur noch darum die Null zu halten, das wird irgendwann schwierig mit zwei Mann weniger.“
Nils Butzen (Kapitän Carl Zeiss Jena, im MDR): „Wahrscheinlich kann man sagen, dass die Karten keine klare Fehlentscheidungen waren. Wobei bei der ersten selbst der Scheidsrichter sagt, dass unser Spieler zuerst am Ball war und danach den Spieler trifft – da verstehe ich die Begründung nicht ganz. Am Ende ist es müßig über den Schiedsrichter zu diskutieren, wenn man leistungsmäßig so viel liegen lässt wie wir heute. Die Schiedsrichterleistung können wir nicht beeinflussen, deswegen tun wir ganz gut, wenn wir bei uns bleiben.“



