Regionalliga Nordost
: VSG Altglienicke widerspricht möglicher Insolvenz

UPDATE 16.25 Uhr: Gegen Regionalligist VSG Altglienicke ist ein Insolvenzantragsverfahren gestartet. Der Verein wehrt sich, auch der vorläufige Insolvenzverwalter kommt zu Wort.
Von
Peter Mertes
Berlin
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RLNO Altglienicke - Greifswalder FC 2024/25: Fussball, Herren, Saison 2024/25, Regionalliga Nordost (13. Spieltag), VSG Altglienicke - Greifswalder FC, VSG-Jubel nach Tor zum 1:1, 26.10. 2024, Foto: Matthias Koch

Dementi: Gegen die VSG Altglienicke wurde die Vorstufe eines Insolvenzverfahrens eingeleitet. Der Verein widerspricht aber Berichten über mögliche Finanzprobleme.

Matthias Koch
  • Amtsgericht Berlin-Charlottenburg leitet Insolvenzverfahren gegen VSG Altglienicke ein.
  • Verein bestreitet Zahlungsprobleme und plant Widerruf, nimmt weiter am Spielbetrieb teil.
  • Vorläufiger Insolvenzverwalter: Anwalt Sebastian Laboga; Antrag möglicherweise von Krankenkasse.
  • NOFV bestätigt Verfahren, mögliche Entscheidung in den kommenden Wochen; bis zu 9 Punkte Abzug drohen.
  • Spiel gegen FSV Luckenwalde wegen Platzmangels abgesagt; Verein könnte bei Rückzug alle bisherigen Ergebnisse verlieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Irgendwie passt es zu den Meldungen bei der VSG Altglienicke in diesen Tagen, dass das geplante Spiel in der Regionalliga Nordost gegen den FSV Luckenwalde am Freitagabend (29. November) wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt wurde. Drei Tage zuvor hatte das Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg am 26. November 2024 im Rahmen eines Insolvenzantragsverfahrens die vorläufige Verwaltung über das Vermögen der ausgegliederten Fußballabteilung der VSG Altglienicke angeordnet.

Wie der formaljuristische Name bereits verrät, ist dies eine Vorstufe zu einem Insolvenzverfahren. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Sebastian Laboga bestimmt.

Den Antrag soll nach Informationen des Kicker ein Gläubiger des Vereins, womöglich eine Krankenkasse, den Antrag beim Amtsgericht gestellt haben. Der Verein dementierte gegenüber dem Fachmagazin aber mögliche Zahlungsprobleme. „Wir sind nicht insolvent und nehmen weiter am Spielbetrieb teil“, erklärte Fußball-Abteilungsleiter Marco Schröder.

VSG Altglienicke will laut Medienberichten in Widerruf gehen

Über den laufenden Vorgang wollte er nicht weiter ins Detail gehen, laut Kicker will der Verein aber in Widerruf gehen. Der für die Regionalliga zuständige Sportverband, der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV), bestätigte das Verfahren gegenüber dem Kicker. Geschäftsführer Till Dahlitz erklärte kurz und knapp: „Wir sind in das insolvenzrechtliche Verfahren involviert.“ Eine endgültige Entscheidung über eine Insolvenzeröffnung erwartet das Gericht in den kommenden Wochen.

Sollte es dazu kommen, können der VSG Altglienicke nach den Regularien des NOFV bis zu neun Punkte abgezogen werden. Aktuell steht der Verein mit 24 Zählern auf Platz 7, mit der maximal möglichen Strafe würde man bis auf Platz 16 und damit direkt in den Abstiegskampf abstürzen. Würde sich der Verein wegen Finanzproblemen sogar komplett zurückziehen, würden alle bisherigen Ergebnisse der Berliner annulliert werden – so weit ist es aber noch lange nicht.

Rechtsanwalt äußert sich zum Insolvenzantragsverfahren

Am Freitagnachmittag (29. November, 16 Uhr) hat sich das Unternehmen Pluta, bei dem der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga angestellt ist, gemeldet. In einer Mail an diese Redaktion heißt es: „Laboga hat bereits ein erstes Gespräch mit dem Geschäftsführer des Fußballclubs geführt. Der Spielbetrieb der Mannschaft läuft weiter.“ VSG-Geschäftsführer Daniel Böhm wird wie folgt zitiert: „Mit dem Verwalter habe ich heute ein sehr gutes Gespräch geführt. Wir werden alle Unterlagen zur Verfügung stellen und alles Nötige veranlassen, um eine Antragsrücknahme zu ermöglichen. Dann können wir das Thema hinter uns lassen.“

In der Mitteilung wird noch einmal betont, dass das Spiel gegen Luckenwalde wegen der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden sei. Die nächsten Spiele sollen planmäßig stattfinden, heißt es. Auch der Geschäftsbetrieb des Fußballclubs laufe ohne Einschränkungen weiter. Laboga erklärt des Weiteren: „Wir führen Gespräche mit allen Beteiligten. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und kein Insolvenzgrund vorliegt, ist eine Rücknahme möglich.“ Erst wenn das Insolvenzverfahren eröffnet sei, bestehe diese Möglichkeit nicht mehr.

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