Schach-Regionalliga
: Da war mehr drin

Ersatzgeschwächt verlor die Mannschaft des SV Marzahna 57 ihr Auswärtsspiel in der Schach-Regionalliga West bei der SG Lok Brandenburg II mit 2,5:5,5.
Von
René Liese
Brandenburg
Jetzt in der App anhören
  • Trotz seiner Niederlage verschaffte sich Richard Biller (l.) Respekt bei seinem Kontrahenten. Thomas Müllers (r.) gute Leistungen blieben ebenfalls unbelohnt.

    Trotz seiner Niederlage verschaffte sich Richard Biller (l.) Respekt bei seinem Kontrahenten. Thomas Müllers (r.) gute Leistungen blieben ebenfalls unbelohnt.

    Leser
  • Mit großer Anspannung saßen sich die Schachkontrahenten gegenüber.

    Mit großer Anspannung saßen sich die Schachkontrahenten gegenüber.

    Leser
  • Roland Schimmel (l.) und Klemens Wangerin fuhren für den SV Marzahna die einzigen Siege des Tages ein.

    Roland Schimmel (l.) und Klemens Wangerin fuhren für den SV Marzahna die einzigen Siege des Tages ein.

    Leser
1 / 3

Die Gäste entschieden sich, das Spitzenbrett freizulassen. An den hinteren vier Brettern warren die Brandenburger von der Spielstärke trotzdem teils deutlich im Vorteil, an den Brettern 2 und 3 war Marzahna jeweils stärker einzuschätzen. Am 4. Brett, wo René Liese eine nominell gleichstarke Gegnerin hatte, gab es nach anderthalb Stunden auch das erste Remis.

Richard Biller spielte am 7. Brett seine zweite Partie in der ersten Mannschaft. Ohne selbst einen großen Fehler zu machen, verpasste er nach solider Eröffnung eine gute Möglichkeit trotz einem Bauer weniger seinen Gegner nachhaltig unter Druck zu setzen. Sein Gegenüber konnte danach die Stellung erst vereinfachen und dann weitere Bauern gewinnen. Auch wenn Biller nach zwei Stunden verlor, sagte sein Gegner anerkennend: „In zwei Jahren will ich nicht mehr gegen ihn spielen“.

Am 8. Brett spielte Thomas Müller nach seiner ersten Partie seit langem im letzten Kampf erneut in der ersten Mannschaft. Auch diesmal wurde seine gute Partie nicht belohnt. Nachdem es lange ausgeglichen stand, konnte sein Gegner erst die Initiative übernehmen, Material gewinnen und nach zweieinhalb Stunden auch die Partie.

Es stand 0,5 :3,5 gegen Marzahna, aber der klare Rückstand täuschte: Werner Paul am 5. Brett stand nach einer guten Eröffnung nach Aussage seines Gegners mindestens ausgeglichen. Am 2. Brett hatte Klemens Wangerin den Angriff seines Gegners erfolgreich stoppen können, an Brett 3, bei Roland Schimmel, gab es eine sehr komplizierte Partie mit beiderseitigen Chancen und Heinz-Jürgen Lehmann am 6. Brett stand nach einem Opfer plötzlich auch auf Gewinn. Ein Unentschieden im Mannschaftskampf war noch möglich.

Leider übersah Lehmann ein Zwischenschach seines Gegners und fand anschließend nicht mehr auf den Gewinnweg zurück. Das war ein ziemlich glücklicher Punkt für den Brandenburger, der zwischenzeitlich schon an Aufgabe dachte. Damit war nach gut drei Stunden der Mannschaftskampf für Marzahna doch schon verloren.

Es blieb Schimmel vorbehalten, den ersten Sieg des Tages für Marzahna mit seinem scharfen Angriffsspiel zu erzielen. In sehr komplizierter Stellung mit vielen beidseitigen taktischen Möglichkeiten fand sein Gegner am Ende nicht mehr die richtigen Verteidigungsmöglichkeiten. Nach dreieinhalb Stunden konnte dann auch Wangerin seine zwischenzeitlich immer besser werdende Stellung zum Sieg ummüntzen.

Wenige Minuten danach wurde dann im letzten Spiel des Tages Werner Paul Matt gesetzt. Seine gute Stellung hatte er durch einige Ungenauigkeiten eingebüßt, was sein Gegner konsequent ausnutzte. Endstand damit 2,5:5,5 gegen Marzahna. Da war mehr drin.

Der nächste Gegner ist am 10. Februar der ehemalige Tabellenführer SV Empor Schenkenberg, der durch eine Niederlage gegen Ludwigsfelde auf Platz vier abrutschte. Marzahna fiel auf den siebenten Rang zurück.

Der zweite Vertreter aus dem Fläming, der SV Grün-Weiß Niemegk gewann dagegen sein Spiel gegen die 3. Mannschaft des USV Potsdam mit 4,5:3,5 und übernahm damit die alleinige Tabellenführung. Siege verbuchten dabei am Spitzenbrett Hubert Walkewitz, Heiko Rhode und Fatmir Bahro. Mirko Berndt, Jürgen Liebegott und Wolfgang Führmann spielten Remis. Die Niederlage von Andreas Seichter konnte damit mehr als ausgeglichen werden. Niemegk spielt am 10. Februar gegen Lok Brandenburg II.

Wer Lust hat, ob jung oder alt, ob Anfänger oder Fortgeschritten kann gern Freitag am Abend zum Training des SV Marzahna in die Gaststätte Wangerin nach Dietersdorf kommen.

(rli)