Tennis
: Renaissance in Berlin

Die Absagen von Zverev und Krygios schwächen die Tennisturnier in dieser Woche in Berlin. Gleichwohl könne sie eine Vorreiterrolle einnehmen.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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  • Aktiv in Berlin: Julia Görges tritt bereits heute beim Tennisturnier im Grunewald an.

    Aktiv in Berlin: Julia Görges tritt bereits heute beim Tennisturnier im Grunewald an.

    Chris Symes/dpa
  • Comeback mit 42 Jahren: Tommy Haas

    Comeback mit 42 Jahren: Tommy Haas

    Jörg Carstensen
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Ganz wichtig seien die Abstandskontrollen. Die Zuschauer müssen bis zum Erreichen ihrer Plätze jeweils Mund-schutz tragen, alle müssen durch eine Desinfektions-maschine. „Natürlich geht es dann nicht, dass ein Spieler in Interaktion mit Zuschauern tritt, auch wenn wir das alle vermissen werden“, erklärte die langjährige Bundestrainerin und jetzige Turnierdirektorin Barbara Rittner.“ Und Spieler-Partys finden hier nicht statt“, betonte Weindorfer mit einem Seitenhieb auf Alexander Zverev.

Attraktives Teilnehmerfeld

Der deutsche Topspieler hatte mit seinem Auftritt auf einer Party in Coronazeiten während der Adria-Tour vom Spielerkollegen Novak Djokovic reichlich Kritik kassiert und war dafür auch von Weindorfer heftig kritisiert worden. Die Absage als Retourkutsche zu werten, käme diesem aber nicht in den Sinn. Das Teilnehmerfeld ist auch ohne Zverev und den ebenso fehlenden Australier Nick Kyrgios attraktiv.

Neben dem Turnierfavoriten Dominic Thiem aus Österreich kehrt der 42 Jahre alte Tommy Haas an der Spree drei Jahre nach seinem Rücktritt auf den Rasen zurück. Im Grunewald trifft der Turnierdirektor von Indian Wells heute im Viertelfinale auf den 18 Jahre alten Italiener Jannik Sinner. „Es ist interessant zu sehen, wie die Jüngeren spielen“, sagte Haas zum Duell der Generationen.

Die deutsche Nummer 2, Jan-Lennard Struff, bekommt es mit dem Spanier Roberto Bautista Agut zu tun. „Sicherheit geht aber über alles und muss gewährleistet sein für alle Beteiligten. Ich will aber unbedingt zurück auf den Platz“, betonte Struff. Beim zweiten Einladungsturnier in Tempelhof spielt der Russe Karen Chatschanow anstelle von Matteo Berrettini. Bei den Frauen trifft im Grunewald Julia Görges auf Anastasija Sevastova aus Lettland Andrea Petkovic  misst sich mit der zweimaligen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova.

Die beiden Turniere in der Hauptstadt, bei denen insgesamt 200 000 Euro Preisgeld ausgeschüttet werden, könnten auch eine Vorreiterrolle im Tennis übernehmen – analog der Fußball-Bundesliga, deren Hygienekonzept in Italien oder England übernommen wurde und für einen dortigen Re-Start sorgte. Es sei wichtig, sich der Verantwortung für die Tennis-Szene bewusst zu sein, sagte Barbara Rittner. Zwar wurde bereits – wie zuletzt in Kitzbühel – auch andernorts schon vor Zuschauern gespielt, doch das Konzept der Berliner Macher ließ aufhorchen und könnte für die Weltverbände WTA und ATP, die jeweils Vertreter nach Berlin senden, auf ihrem Weg zurück in die Normalität Einfluss haben.

Der Modus

Die Turniere werden im K.o.-Modus ausgespielt. Es gibt bei den Frauen und Männern jeweils drei Runden: Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Besonders ist, dass es nur zwei Viertelfinalpartien gibt, dazu kommen jeweils zwei Top-Spielerinnen und Spieler, die bereits für das Halbfinale gesetzt sind. Die Gewinner der Viertelfinal-Duelle treffen dann im Halbfinale auf die gesetzten Stars. Im aktuellen Frauen-Feld sind die Elina Svitolina und Kiki Bertens gesetzt. Bei den Männern dürfen Dominic Thiem und Matteo Berrettini zunächst zuschauen.⇥red