über eine Aktion des FC Liverpool: Geldgier besiegt Moral

Philipp Kaiser
Gerrit FreitagDie Reds werden in ihrer Stadt heiß verehrt. Auch die absurden Gehälter sind akzeptiert – und alle freuten sich auf eine Meisterfeier, die erste seit 30 Jahren, ehe Corona dazwischenkam.
Doch jetzt haben sich die Cluboberen viele Sympathien verscherzt. Sie schickten einen Teil der Mitarbeiter in Zwangsurlaub. Jetzt zahlt der Steuerzahler gemäß des von der Regierung aufgelegten Notfall-Programms 80 Prozent deren Gehälter. Ob der FC Liverpool zur angedachten Schutzgruppe gehört, darf bezweifelt werden. Die Reds machten einen Gewinn von 42 Millionen Pfund, der Marktwert beträgt zwei Milliarden Pfund. Dementsprechend empört sind die Reaktionen. „Das widerspricht den Werten dieses Clubs, wie ich sie kennengelernt habe“, sagte Ex-Nationalspieler Didi Hamann. „Jürgen Klopp hat viel Mitgefühl gezeigt. Und dann ist alles vergessen. Armselig, LFC“, meinte Ex-Kapitän Jamie Carragher.
Mag sein, dass der FC Liverpool durch seine Maßnahme einiges an Geld gespart hat. Das Image dürfte aber enormen Schaden genommen haben.