Union Berlin: 1. FC Eklig – Baumgarts Plan gegen Mönchengladbach geht auf

Heimsieg für Union Berlin: Cheftrainer Steffen Baumgart gewinnt mit den Eisernen in der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach.
Soeren Stache/dpa- Union Berlin besiegt Borussia Mönchengladbach mit 3:1 – starker Start durch Zweikampfstärke und Standards.
- Doppelpack von Danilho Doekhi und ein Tor von Rani Khedira sichern den Heimsieg vor 22.012 Fans.
- Borussia Mönchengladbach bleibt nach 13 sieglosen Spielen in der Krise – Trainer Polanski enttäuscht.
- Union-Kapitän Christopher Trimmel verletzt ausgewechselt – Einsatz gegen Werder Bremen fraglich.
- Union klettert mit 10 Punkten aus 7 Spielen in der Tabelle – Abstand zur Abstiegszone wächst.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
So richtig lachen mochte Steffen Baumgart nach dem 3:1 (2:1)-Sieg von Union Berlin gegen Borussia Mönchengladbach nicht. Aber die Erleichterung war dem Cheftrainer der Eisernen in der Pressekonferenz anzusehen. Baumgart wirkte abgekämpft – dieses Spiel hatte auch bei ihm Spuren hinterlassen.
„Es war ein Spiel mit viel Intensität und Zweikämpfen. Ich sehe uns als verdienten Sieger“, betonte Baumgart. In seiner Analyse fand sich auch das wohl entscheidende Wort für diese Partie: eklig. „Wir wollten mit hoher Intensität beginnen – das ist uns sehr gut gelungen. Wir wollten in den Zweikämpfen eklig sein“, sagte Baumgart.
Union Berlin als 1. FC Eklig – dieser Plan von Steffen Baumgart ging am Freitagabend vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei weitgehend auf. Mit der von Baumgart geforderten Ekligkeit beeindruckte Union die Gäste vom Niederrhein und lenkte das Spiel frühzeitig in die gewünschte Richtung. In der 3. Minute wuchtete Innenverteidiger Danilho Doekhi einen Eckball per Kopf ins Netz. Doekhi stieg in diesem Luftduell höher als der Ex-Unioner Marvin Friedrich.
Die Mannschaft von Mönchengladbachs Neu-Coach Eugen Polanski wackelte in der ersten halben Stunde bedenklich. Nach 26 Minuten marschierte Ilyas Ansah durch den Borussia-Strafraum. Erneut Doekhi drückte den vom Pfosten zurückspringenden Ball zur 2:0-Führung über die Linie. „Es ist immer schön, wenn man als Abwehrspieler dem Team mit Toren helfen kann“, jubelte der Doppelpacker.
Danach kam Gladbach – saisonübergreifend mit 13 sieglosen Spielen angereist – besser ins Spiel. Haris Tabakovic verkürzte auf 1:2 (33.). Zudem musste Union-Kapitän Christopher Trimmel verletzt ausgewechselt werden. Immerhin: Baumgart gab nach dem Spiel vorsichtig Entwarnung. Die Auswechslung sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Ob Trimmel am Freitag im Auswärtsspiel bei Werder Bremen mitwirken kann, ist aber fraglich.
Union Berlin – Ekligkeit in der Startphase
Apropos eklig: Ein wenig eklig war dann die zweite Halbzeit auch für den FCU. Eugen Polanski sortierte seine Mannschaft nach 60 Minuten noch einmal neu – er brachte gleich vier frische Kräfte. Die Folge: Die Gäste drängten auf den Ausgleich, der FCU suchte mit Kontern die Vorentscheidung. Sie fiel in der 81. Minute, als Rani Khedira aus zwölf Metern trocken abzog.
„Bis zum 2:0 haben wir eine fantastische erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit sind wir zwar etwas geschwommen, Gladbach hat den Druck erhöht. Über die 90 Minuten gesehen, ist der Sieg aber verdient“, erklärte Torschütze Rani Khedira. „Es tut gut, am Freitagabend mit drei Punkten nach Hause zu gehen.“
Letztlich war es die Ekligkeit in der Startphase, mit der sich die Eisernen die drei Heimpunkte sicherten und in der Bundesliga-Tabelle einen großen Sprung in Richtung der internationalen Startphase machten. Zehn Punkte aus den ersten sieben Spielen sorgen erst einmal für einen gewissen Abstand zur Abstiegszone.
Für eine tiefgreifende Analyse ist es nach zehn Spielen natürlich noch zu früh. Aber der Start in die Saison ist okay, fand Danilho Doekhi: „Zehn Punkte sind ordentlich. Wir haben eine gute Gruppe beisammen. Aber wir müssen in jedem Spiel unsere Stärken auch wirklich auf den Platz bekommen. Dann können wir für jeden Kontrahenten ein schwerer Gegner sein.“ Nicht erst seit Freitagabend ist klar: Die Ekligkeit in den Zweikämpfen sowie die Stärke bei Standards gehören zu den ureigenen Tugenden des 1. FC Union. Gegen Mönchengladbach entstanden zwei der drei Tore aus ruhenden Bällen.

Eklig in den Zweikämpfen: Danilho Doekhi (unten) von Union Berlin ist in dieser Szene vor Mönchengladbachs Haris Tabakovic am Ball.
Sebastian Räppold/Matthias KochGanz anders fiel das Fazit von Eugen Polanski aus. Borussia Mönchengladbach steckt auch nach dem Trainerwechsel sowie der Trennung von Sportdirektor Roland Virkus weiter in der Krise und schon früh in der Saison im Tabellenkeller fest. „Das ist ein sehr ernüchternder Abend für uns“, konstatierte Polanski nach dem vierten Spiel unter seiner Regie.
Was dem Nachfolger von Gerardo Seoane besonders missfiel, war die Schläfrigkeit seiner Mannschaft in der Startphase, speziell bei den Standardsituationen. „Wir haben das Spiel in den ersten 15 Minuten verloren. Es gab viele lange Bälle, viele Standardsituationen. Das wollten wir eigentlich vermeiden. Das nervt mich“, meinte er. Logisch – zum Lachen war auch Polanski nicht zumute.


