Union Berlin
: „Balljunge“ Urs Fischer verteidigt Schubser von Becker in Bremen

Der Schubser von Sheraldo Becker gegen einen Balljungen beim Spiel des 1. FC Union Berlin in Bremen sorgte für Diskussionen. Trainer Urs Fischer nimmt den Schubser mit Humor.
Von
Frank Noack
Berlin
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Sheraldo Becker sorgte beim Spiel von Union Berlin in Bremen mit einem Schubser gegen einen Balljungen für Diskussionen.

Imago/Comsport

Trainer Urs Fischer muss nach zehn Niederlagen in Serie derzeit eine ganze Reihe von Problemen beim 1. FC Union Berlin lösen — der Schubser von Sheraldo Becker gegen einen Balljungen bei der 0:2–Niederlage am Samstag gegen Werder Bremen gehört laut Fischer nicht dazu. Der Union–Trainer musste sogar ein wenig schmunzeln und plauderte aus seiner eigenen Vergangenheit als Balljunge.

Was war passiert? Weil der Jugendliche ihm den Ball bei einem Einwurf seiner Meinung nach offenbar zu langsam gegeben hatte, schubste Becker in der 47. Minute den Balljungen einfach um, wie auf TV–Bildern zu sehen war. Der Junge saß auf einer Kiste auf der Seite der Trainerbänke. Er war zwar völlig verdutzt, verletzte sich bei der Aktion aber nicht. Kurz danach nahm Schiedsrichter Tobias Stieler den Union–Angreifer noch einmal beiseite und redete auf ihn ein. Mutmaßlich ging es dabei um den Schubser von Becker gegen den Balljungen.

Auch im ZDF–Sportstudio wurde die Szene am Samstagabend gezeigt. Der Sender nahm sie als Beleg dafür, dass die Niederlagenserie an den Nerven der Eisernen aus Köpenick zerrt. „Das finde ich jetzt hart. Dieser Schubser war wirklich nur ein Schubser. Das würde ich nicht überbewerten“, sagte Fischer in der Pressekonferenz vor dem DFB–Pokalspiel am Dienstag beim VfB Stuttgart (18 Uhr). Der Union–Trainer räumte allerdings auch ein: „Sheraldo kann sich da sicher etwas besser verhalten. Dennoch haben sich die Balljungen auch sehr clever angestellt.“

Was Urs Fischer meint: Die Balljungen in Bremen hatten angesichts der Führung der Gastgeber offenkundig überhaupt keine Eile, den Ball an die Union–Spieler zu übergeben. Fischer machte den Balljungen aber keinen Vorwurf: „Ich gehe davon aus, dass die Balljungen ihren Auftrag hatten. Es ist doch logisch, dass man versucht, das auszunutzen. Ich hoffe doch sehr, dass sich auch unsere Balljungen nicht beeilen, wenn wir in Führung liegen.“

Union Berlin plant Wiedergutmachung

Urs Fischer erinnerte sich in diesem Zusammenhang an seine eigene Premiere als Balljunge. „1974 hatte ich mein erstes Spiel als Balljunge. Da gab es vorher eine Besprechung, wie man sich als Balljunge zu verhalten hat. Diese Besprechungen gibt es auch heute noch. Sowas gehört doch zum Fußball dazu“, erklärte der Union–Trainer schmunzelnd.

Übrigens: Fischer verriet auch, dass sich der Verein eine kleine Wiedergutmachung für den Schubser in Bremen überlegt hat. Der Werder–Balljunge bekommt ein Trikot geschenkt — natürlich das Trikot von Sheraldo Becker.