Union Berlin
: Bjelica weg, Mattuschka froh ‒ „Trainerwechsel war richtig“

Als Legende von Union Berlin fiebert Torsten Mattuschka im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga mit. Er erklärt, was ihm Zuversicht für den Klassenerhalt gibt.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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Union-Legende: Torsten Mattuschka ist mit über 280 Ligaspielen eine absolute Vereinslegende und Identifikationsfigur der Köpenicker. Der Betrieb der Fankneipe ist dabei nur ein Standbein des ehemaligen Profis. Obendrein ist er als Trainer und TV-Experte aktiv.

Fußball: 2. Bundesliga, 29. Spieltag, Hamburger SV - FC St. Pauli im Volksparkstadion. Torsten Mattuschka, ehemaliger Bundesligaspieler und aktueller TV-Experte. Er will sich bald von Bundesliga-Profi Christopher Trimmel tätowieren lassen. (zu dpa: «Wettschuld: Mattuschka mit «Respekt» vor Trimmel-Tattoo») +++ dpa-Bildfunk +++

Torsten Mattuschka fiebert mit dem 1. FC Union Berlin im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga mit. Der einstige Publikumsliebling erklärt, warum er zuversichtlich ist, dass die Eisernen den Klassenerhalt schaffen.

Marcus Brandt/dpa

Als der 1. FC Union Berlin im zurückliegenden Sommer in die Saison 2023/24 der Fußball-Bundesliga und der Champions League startete, gehörte Union-Legende Torsten Mattuschka zu den Mahnern. Er warnte: „Die Champions League ist natürlich völlig irre. Aber nichtsdestotrotz gilt es wirklich, so schnell wie möglich die 40 Punkte zu holen. Das klingt abgedroschen, aber es ist immer noch Union-Berlin“, so der einstige Publikumsliebling damals.

Zehn Monate später hat Mattuschka Recht behalten, zwei Spieltage vor Saisonschluss steckt der 1. FC Union nach einer verkorksten Spielzeit fest im Tabellenkeller und muss um den Klassenerhalt zittern. Mattuschka konstatiert nun: „Union Berlin erlebt jetzt eigentlich so eine Saison, wie man sie seit fünf Jahren erwarten musste. Allerdings ist die Fallhöhe jetzt extrem hoch – aus der Champions League in den Abstiegskampf.“ Er macht den Eisernen Mut: „Vielleicht wollte man zu schnell zu viel, aber der Verein kommt da auf alle Fälle wieder raus.“

Entlassung von Trainer Bjelica wichtig für Union Berlin?

Zuversicht zieht der 43-Jährige vor allem aus den Entscheidungen der vergangenen Tage. Coach Nenad Bjelica musste seinen Hut nehmen, weil auch Präsident Dirk Zingler nicht mehr vom Kroaten überzeugt war. „Der Trainerwechsel war richtig und wichtig. Zuletzt gab es einfach kein Vorankommen mehr. Die Mannschaft hat sich extrem schwergetan, Tore zu schießen. Und das Heimspiel gegen Bochum so zu verlieren, das war bezeichnend. Die erste Halbzeit war erschreckend“, analysiert Mattuschka. Er fordert: „Die Mannschaft braucht jetzt einen anderen Input. Dabei geht es vor allem um eine klare Ansprache und viel Selbstvertrauen. Ich bin zuversichtlich, dass sie das hinbekommen.“

Von Vorteil sei in seinen Augen, dass Interimstrainer Marco Grote sowie Marie-Louise Eta und Sebastian Bönig bereits nach dem Abschied von Erfolgstrainer Urs Fischer im November kurzzeitig die Verantwortung übernommen hatten. „Alle Beteiligten kennen sich, da braucht es keine Eingewöhnungszeit“, so Mattuschka.

Video: So hat Torsten Mattuschka den 1. FC Union gewarnt

Abstiegskampf in der Bundesliga: Union Berlin gegen Köln entscheidend

Am Samstag könnten die Eisernen mit einem Auswärtssieg beim 1. FC Köln den wohl entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt schaffen. Für Mattuschka ist die Partie beim direkten Konkurrenten reine Kopfsache: „Jetzt entscheidet eigentlich nur noch der Schädel“, so der Ex-Profi, der jetzt als Zweitliga-Experte beim Bezahlsender „Sky“ sowie als Co-Trainer beim Fußball-Regionalligisten VSG Altglienicke arbeitet.

Er macht seinem Ex-Club und dessen Fans viel Hoffnung: „Für Union geht es jetzt darum, einfach mal durchzukommen. Danach können sie in Köpenick ganz groß durchpusten und dann auch wieder stolz sein. Denn sechs Jahre Bundesliga-Fußball an der Alten Försterei wären herausragend und immer noch nicht selbstverständlich.“

Mattuschka, der in seiner Berliner Fußballkneipe „Tusches Kick and Rush“ oft mit den Fans der Eisernen zusammenkommt, weiß, worauf sich der Verein jetzt besonders verlassen kann: „Die drei Jahre international zu spielen, hat die Fans vielleicht ein bisschen verwöhnt und auch den Blick auf das Wesentliche etwas verwischt. Aber die Hardcore-Unioner haben schon tausend andere Dinge erlebt. Die verlieren jetzt wegen des Abstiegskampfes garantiert nicht die Nerven.“

Tabelle der Fußball-Bundesliga