Union Berlin: Außerirdische Herausforderung – so will Bjelica gegen Leverkusen gewinnen

Große Aufgabe in der Fußball-Bundesliga: Trainer Nenad Bjelica spielt mit dem 1. FC Union Berlin demnächst gegen Bayer Leverkusen.
Arne Dedert/dpa40 Mal haben es die Gegner probiert – 40 Mal ist nichts passiert. Die Überflieger von Bayer Leverkusen sind in dieser Saison wettbewerbsübergreifend jetzt schon seit 40 Spielen ungeschlagen und haben davon insgesamt 35 Partien gewonnen. Mehr als fünf Unentschieden waren für die Konkurrenz nicht zu holen.
Der 1. FC Union Berlin unternimmt also am Samstag den 41. Versuch, Bayer Leverkusen die erste Saisonniederlage beizubringen. Die Partie in der Fußball-Bundesliga beginnt um 15.30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei.
Ist Bayer Leverkusen unbesiegbar? Nein, findet Union-Trainer Nenad Bjelica trotz des riesengroßen Respekts vor der Siegesserie der Mannschaft von Trainer Xabi Alonso. „Das ist ein toller Gegner. Leverkusen spielt super Fußball und ist sehr erfolgreich. Wir können ihnen fast schon zum verdienten Meistertitel gratulieren“, betont Bjelica. Er sagt aber auch klipp und klar: „Wir werden alles unternehmen, um dieses Spiel zu gewinnen.“
Letztes Spiel für Trainer Urs Fischer von Union Berlin
Dafür muss Bjelica mit seinem Team vor allem in der Offensive deutlich effizienter agieren als zuletzt. Das Toreschießen war auch am vergangenen Wochenende beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt wieder das zentrale Problem. In Frankfurt wurde beinahe ein halbes Dutzend aussichtsreicher Möglichkeiten mehr oder weniger fahrlässig vergeben.
Die sportliche Herausforderung für die Eisernen aus Köpenick ist jedenfalls immens. Im Hinspiel in Leverkusen war der FCU nahezu chancenlos. Es war das letzte Spiel von Urs Fischer – danach kam das schmerzhafte Aus für den hochgeschätzten Übungsleiter.
Was spricht also am Samstag überhaupt für Union Berlin? Zunächst einmal die Tatsache, dass es nicht viel desaströser werden kann als im Hinspiel. In Leverkusen lieferte Union am 12. November eines der schlechtesten Saisonspiele ab. „Das Hinspiel war ein bodenloses Spiel von uns“, erklärte Robin Gosens bei seinem Auftritt im ZDF-Sportstudio am vergangenen Samstag: „Wir haben hochverdient verloren. Ich hoffe, dass es diesmal ein bisschen anders aussieht. Wir würden sie natürlich sehr, sehr gern ärgern.“
Heimspiel für Union Berlin gegen Bayer Leverkusen
Für den 1. FC Union spricht außerdem, dass diesmal in Berlin und nicht in Leverkusen gespielt wird. Das Stadion An der Alten Försterei ist am Samstag – natürlich – ausverkauft. „Wir haben zuletzt zu Hause gute Leistungen gezeigt und gemeinsam mit unseren Fans tolle Spiele gemacht. Wir hoffen, das bekommt auch Leverkusen zu spüren“, gibt sich Bjelica kämpferisch.
Allerdings ist der jüngste Coup der Unbesiegbaren aus Leverkusen nicht gerade dazu angetan, dem 1. FC Union Mut zu machen für das Duell mit dem designierten deutschen Meister. Am Mittwoch fegte Bayer Leverkusen mit einem 4:0-Sieg über Zweitligist Fortuna Düsseldorf hinweg und zog mühelos in das DFB-Pokalfinale ein. Am Ende standen 22:8-Torschüsse und 72 Prozent Ballbesitz für Leverkusen zu Buche. Die Quote der angekommenen Pässe lag bei 93 Prozent – also nicht weit entfernt von der fußballerischen Perfektion.
Übrigens: Passend zum scheinbar unbesiegbaren Gegner wird Union Berlin am Samstag mit dem Star-Trek-Logo auf dem Trikot auflaufen. Hintergrund ist eine Werbeaktion des Hauptsponsors der Eisernen, einem Streaming-Anbieter aus den USA. Angesprochen auf diese Werbeaktion, musste Nenad Bjelica schmunzeln. „Ehrlich gesagt, kann ich mit Star Trek nicht so viel anfangen. Ich habe mehr die realistischen Serien geschaut“, erklärte der Kroate und fügte mit Blick auf den unbesiegbaren Gegner hinzu: „Aber vielleicht müssen wir spielen wie Außerirdische. Ich traue das meiner Mannschaft auf jeden Fall zu.“
Die Außerirdischen aus Köpenick besiegen die Unbesiegbaren aus Leverkusen – es wäre in jedem Fall eine galaktische Überschrift für das Spiel am Samstag im Stadion An der Alten Försterei.


