Union Berlin Bundesliga: Doppelschlag schockt Werder Bremen – Premiere für Vertessen
Alle waren sie in der 52. Minute zum Jubeln an der Eckfahne erschienen: Maskottchen Ritter Keule, Trainer Nenad Bjelica und natürlich Torschütze Brenden Aaronson. Die Jubeltraube zeigte die große Erleichterung bei Union Berlin über diesen fulminanten Doppelschlag, der den Weg zum 2:1 (0:0)-Heimsieg gegen Werder Bremen ebnete.
In der bis dahin ereignisarmen Partie schockten die Eisernen den Kontrahenten aus Norddeutschland mit einem Doppelschlag unmittelbar nach der Pause. Yorbe Vertessen mit seinem ersten Tor in der Fußball-Bundesliga in der 50. Minute sowie Brenden Aaronson (52.) trafen im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei. Mitchell Weiser verkürzte für Bremen auf 1:2 (63.).
Für den FCU könnte es ein wegweisender Sieg in Richtung Klassenerhalt in der Bundesliga sein. Der Abstand auf den Relegationsplatz 16 beträgt neun Punkte. Trotzdem warnt Trainer Nenad Bjelica vor allzu großer Zufriedenheit. „Ich freue mich für die Mannschaft und den gesamten Verein, dass wir langsam aus einer sehr schwierigen Situation herauskommen. Natürlich gibt uns das eine gewisse Sicherheit. Ich denke aber, 28 Punkte werden noch nicht reichen, um die Klasse zu halten“, betonte Bjelica.
Der FCU-Trainer musste in der Zentrale umbauen. Der zuletzt formstarke Andras Schäfer ist nach seinem Platzverweis beim 0:2 in Stuttgart für zwei Spiele gesperrt. Anstelle von Schäfer rückte Brenden Aaronson in die Startelf der Köpenicker – und lieferte eine starke Leistung ab. Zudem baute Bjelica auch im Angriff um. Mikkel Kaufmann kam an der Seite von Yorbe Vertessen zu seinem zweiten Startelf-Einsatz. Zuletzt durfte der Däne im Januar beim torlosen Remis in Freiburg von Beginn an ran.
Rückendeckung für Robin Gosens
Mit einer Extraportion Motivation lief Robin Gosens auf. Der linke Schienenspieler wurde von Bundestrainer Julian Nagelsmann etwas überraschend nicht für die beiden anstehenden Länderspiele nominiert. Bjelica sieht trotzdem gute Chancen für eine EM-Teilnahme von Gosens und stärkte ihm demonstrativ den Rücken. Natürlich stand Gosens auch gegen Werder Bremen in der Startelf – alles andere wäre ein weiterer Rückschlag für den Sommer-Neuzugang gewesen.
Apropos Rückschlag: Union Berlin und der SV Werder wollten in dieser Partie einen Rückschlag unbedingt vermeiden. Deshalb standen erst einmal die beiden Defensivreihen im Mittelpunkt. Die erste Torannäherung gab es erst nach 24 Minuten. Mitchell Weiser traf bei seinem Schuss den Pfosten. Danilho Doekhi hatten mit einer Grätsche gegen Weiser die Richtung des Balles noch entscheidend verändert. Die Eisernen versprühten in Halbzeit eins allenfalls dann ein wenig Torgefahr, wenn sich Brenden Aaronson im Dribbling durchsetzen konnte. Und Aaronson hatte auch die beste Berliner Möglichkeit: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit lenkte Werder-Torhüter Michael Zetterer den Schuss von Aaronson über die Latte (45.+1).
Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag – genauer gesagt einem Doppelschlag: Erst donnerte Yorbe Vertessen bei seinem Premieren-Tor den Ball an den Innenpfosten und dann ins Netz zum 1:0 (50.). Kurz danach spielten sich Vertessen und Brenden Aaronson durch den Strafraum – Aaronson traf zum 2:0 (52.). Diese Zielstrebigkeit bescherte den Gastgebern plötzlich eine Zwei-Tore-Führung.
Yorbe Vertessen freute sich über sein erstes Tor in der Bundesliga: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, das ich mit den Fans teilen konnte. Ich bin wirklich sehr froh. In der ersten Halbzeit war es schwierig, sich Chancen zu erspielen. In der zweiten Halbzeit waren dann die Lücken da und wir haben zwei Tore erzielt.“
Diese Tore taten dem Spiel gut. Mitchell Weiser traf für Bremen (1:2/63.) – Torhüter Frederik Rönnow ging dabei nicht entschlossen genug zum Ball. Auch Union Berlin kam nun zu weiteren Chancen.
Einziger Wermutstropfen in der unterhaltsamen zweiten Halbzeit: Aus dem Gästeblock flogen immer wieder Feuerwerkskörper in die Luft und auch auf den Rasen. Schiedsrichter Daniel Schlager musste die Partie mehrmals unterbrechen. In der Schlussphase wurde es auch für die Eisernen noch einmal brenzlig, weil Bremen alles nach vorn warf. Aber zum Ausgleich reichte es für die Gäste nicht mehr. „Die spielentscheidende Phase war zu Beginn der zweiten Halbzeit. Da hat uns Union vorgemacht, wie Konsequenz aussieht“, analysierte Werder-Coach Ole Werner.



