Niederlage beim VfB Stuttgart
: Union Berlin weiter in Gefahr – Platzverweis und Pyro im Gästeblock

Der 1. FC Union Berlin zittert nach der Niederlage beim VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga weiter um den Klassenerhalt. Am Freitag gab es einen umstrittenen Platzverweis. Zudem droht eine Strafe.
Von
Jan Lehmann
Stuttgart
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  • Robin Gosens (rechts) und der 1. FC Union Berlin kassieren gegen Pascal Stenzel und den VfB Stuttgart bereits die neunte Auswärtsniederlage. Der Freitagabend verläuft für die Eisernen in der Fußball-Bundesliga frustrierend.

    Robin Gosens (rechts) und der 1. FC Union Berlin kassieren gegen Pascal Stenzel und den VfB Stuttgart bereits die neunte Auswärtsniederlage. Der Freitagabend verläuft für die Eisernen in der Fußball-Bundesliga frustrierend.

    Tom Weller/dpa
  • Andras Schäfer kassierte in Stuttgart bereits den fünften Platzverweis in dieser Saison für den 1. FC Union Berlin.

    Andras Schäfer kassierte in Stuttgart bereits den fünften Platzverweis in dieser Saison für den 1. FC Union Berlin.

    Tom Weller/dpa
  • Die Fans des 1. FC Union Berlin zündeten am Freitagabend in Stuttgart Pyro-Technik.

    Die Fans des 1. FC Union Berlin zündeten am Freitagabend in Stuttgart Pyro-Technik.

    Tom Weller/dpa
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Auswärts bleibt es für den 1. FC Union Berlin in der Fußball-Bundesliga schwer: Beim VfB Stuttgart kassierten die Eisernen am Freitag mit dem 0:2 (0:1) bereits die neunte Niederlage auf fremdem Platz. Zudem musste die Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica die umstrittene Rote Karte für Andras Schäfer hinnehmen. Fünfter Platzverweis für die Eisernen in dieser Saison, kein Bundesligist sah öfter Rot.

Die Tore von Serhou Guirassy (19.) und Chris Führich (65.) entschieden die lange Zeit enge Partie vor 53.800 Zuschauern. Trainer Nenad Bjelica und auch die Spieler des 1. FC Union haderten nach der Partie mit der schlechten Chancenverwertung. Für Robin Gosens ist die das „Hauptproblem der Saison“.

Zu wenig Torgefahr bei Union Berlin

Bei den Berlinern kehrte Robin Gosens nach seiner Gelb-Sperre für Jerome Roussillon in die Startelf zurück. Yorbe Vertessen spielte für Benedict Hollerbach im Angriff. Der Belgier hatte in der 4. Spielminute gleich die große Chance zur Union-Führung. Der Neuzugang eroberte im Strafraum clever den Ball, zielte dann aber am kurzen Pfosten vorbei. Weil Andras Schäfer auch die zweite Berliner Möglichkeit (16.) nicht nutzte, konnten die Gastgeber das Spiel an sich reißen.

Torjäger Serhou Guirassy erzielte nach einem perfekten Angriff die 1:0-Führung (19.) für die Schwaben, die um den Einzug in die Champions League kämpfen. Union setzte viel Zweikampfstärke dagegen, strahlte allerdings insgesamt zu wenig Torgefahr aus.

Rote Karte für Andras Schäfer

Das wurde auch nach der Pause deutlich: Lucas Tousart mit einem Kopfball (48.) und Kevin Volland mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (49.) konnten erneut die guten Chancen zum Auftakt nicht nutzen. Und als die konsequent verteidigenden Berliner dann dem VfB immer mehr die Spielfreude genommen hatten, sorgte Chris Führich mit einer Einzelleistung zum 2:0 (65.) für die Vorentscheidung. Der sehenswerte Schlenzer aus dem Strafraumeck war für Union-Keeper Frederik Rönnow unhaltbar.

Bitter für Union: Andras Schäfer sah Rot für ein Foul im Mittelfeld, bei dem er mit der Sohle das Knie von Stuttgarts Josha Vagnoman (69.) berührte – eine zumindest harte Entscheidung.

Pyro-Technik im Gästeblock

Die Berliner müssen nun abwarten, was die Konkurrenz im Tabellenkeller macht. Sollten der 1. FC Köln im Rheinderby bei Borussia Mönchengladbach oder der VfL Bochum zu Hause gegen den SC Freiburg gewinnen, wird es für den 1. FC Union wieder enger im Abstiegskampf.

Teuer wird die Niederlage am Neckar für die Berliner wohl ohnehin: Im Gästeblock zündeten Anhänger des 1. FC Union in der zweiten Halbzeit Pyro-Technik und nebelten so das Stadion ein. Für die Berliner dürfte das erneute eine Geldstrafe nach sich ziehen. Erst im Januar hatte das DFB-Sportgericht die Eisernen zu einer Zahlung in Höhe von 101.000 Euro verurteilt.

Bestraft wurden die Vorfälle bei den Auswärtsspielen in der Bundesliga in Heidenheim und im DFB-Pokal eben genau beim VfB Stuttgart. Für den Einsatz von Pyro-Technik im Dezember 2023 beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln musste Union zudem im Februar 62.500 Euro Strafe zahlen.