Union Berlin: Diskussion um Fischer – Präsident Zingler spricht Machtwort
Der 1. FC Union Berlin kämpft gemeinsam mit Trainer Urs Fischer gegen die Krise. Aber wie lange noch? In der Fußball-Bundesliga treffen die Eisernen aus Köpenick am Samstag auf Eintracht Frankfurt und wollen nach elf Niederlagen in Folge endlich wieder jubeln. Spielbeginn im Stadion An der Alten Försterei ist um 15.30 Uhr.
Spätestens nach seiner Roten Karte beim Aus im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (0:1) wird mehr denn je über Urs Fischer und dessen Zukunft beim FCU diskutiert. In diese Diskussion hat sich nun auch Präsident Dirk Zingler eingeschaltet – er spricht ein deutliches Machtwort zugunsten von Urs Fischer.
Zum Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gehöre es laut Zingler dazu, „zu überprüfen, wem wir die anspruchsvolle Aufgabe anvertrauen, unsere Mannschaft wieder in die Spur zu bringen und sie so zu führen, dass sie die nötigen Punkte holt, um uns in der Bundesliga zu halten“, sagt der Präsident in seinem Vorwort im Stadionmagazin zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt: „Die Antwort auf die Frage, wer das tun soll, lautet: Urs Fischer.“
Es ist eine ungewöhnliche Treue zum Trainer im beinharten Bundesliga-Geschäft. Zingler reagiert mit seinem Machtwort auf die angesichts der anhaltenden Niederlagenserie immer lauter werdenden Diskussionen um Urs Fischer. Der Schweizer und Torwart-Trainer Michael Gspurning hatten sich nach dem Schlusspfiff und dem Pokal-Aus in Stuttgart ein Wortgefecht mit Schiedsrichter Sascha Stegemann geliefert. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) belegte beide am Donnerstag wegen unsportlichen Verhaltens jeweils mit einem Innenraumverbot für das nächste DFB-Pokalspiel ihres Vereins.
Weil dieser Ausraster eher untypisch für Urs Fischer ist, wurde er umgehend als Beleg für das dünner werdende Nervenkostüm des 57 Jahre alten Schweizers herangezogen. Für sein Verhalten, das ihm „wirklich leid“ tue, hatte sich Fischer später beim Schiedsrichter entschuldigt: „Ich muss mich da besser unter Kontrolle haben, aber Emotionen gehören zum Fußball dazu.“
Auch bei den Fans genießt Urs Fischer, der den 1. FC Union seit 2019 von der Bundesliga bis in die Champions League geführt hatte, weiterhin sehr großes Vertrauen. Kapitän Christopher Trimmel hatte nach dem Stuttgart-Spiel am Sky-Mikrofon ebenfalls beteuert, dass Fischer nach wie vor „der absolut Richtige“ als Trainer von Union Berlin sei.
Union Berlin am Samstag gegen Frankfurt
Dirk Zingler stellte in seinem Vorwort im Stadionmagazin mit Blick auf den Kampf um den Klassenerhalt klar, dass man an Fischer nicht aus Dankbarkeit für seine Leistungen in der Vergangenheit festhalte, „sondern weil wir überzeugt davon sind, dass er ein hervorragender Trainer ist, der diese schwierige Aufgabe lösen kann“. Gleichzeitig schwört Zingler die Fans auf einen „mühsamen und steinigen Weg“ in Richtung Klassenerhalt ein.
Diese Rückendeckung des Präsidenten kann Urs Fischer gut gebrauchen. Denn nach dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt warten vor der Länderspielpause noch die schweren Auswärtsaufgaben in der Champions League beim SSC Neapel (8. November) sowie bei Bundesliga-Tabellenführer Bayer Leverkusen (12. November).
Das Frankfurt-Spiel scheint dabei – zumindest von der Papierform her – die am ehesten lösbare Aufgabe für Union Berlin zu sein. Allerdings haben die Hessen als Tabellensiebter aus den letzten fünf Pflichtspielen vier Siege sowie ein Remis geholt.
Klar ist: Bei einer weiteren Niederlage dürften die Trainer-Diskussionen neue Nahrung erhalten. Am Dienstag in Stuttgart hatte Urs Fischer sowohl bei der Startelf als auch bei der Taktik erhebliche Änderungen vorgenommen – ohne Erfolg. Am Samstag gegen Frankfurt unternimmt er gemeinsam mit der Mannschaft einen weiteren Versuch, um die quälende Krise in Köpenick endlich zu beenden.
Dirk Zingler jedenfalls will „das nötige Glück gemeinsam erzwingen“, kündigt der Präsident in seinem Vorwort im Stadionmagazin kämpferisch an. Gemeinsam mit Trainer Urs Fischer.



