Union Berlin: Diskussion um neues System von Nenad Bjelica in Braga

Trainer Nenad Bjelica hat gleich bei seiner Premiere das taktische System des 1. FC Union Berlin umgestellt.
Matthias KochDas war eine faustdicke Überraschung: Gleich bei seiner Premiere als Cheftrainer des 1. FC Union Berlin stellte Nenad Bjelica das taktische System um. Der Kroate ließ die Eisernen aus Köpenick beim 1:1–Remis in der Champions League bei Sporting Braga mit einer Dreierkette in der Abwehr agieren.
Weil der Plan am Ende bestenfalls bedingt aufging, wurde anschließend unter den Fans im Stadion sowie in den sozialen Medien darüber natürlich heftig diskutiert. Denn: Union Berlin präsentierte in Braga zwar ein neues System, aber auch die alten Sorgen.
So hat Trainer Nenad Bjelica das System umgebaut
Nenad Bjelica stellte das System von der Dreierkette auf die Viererkette um. Für die Mannschaft war das eine ganz neue Erfahrung. Denn unter Urs Fischer wurde fast ausschließlich mit Dreierkette gespielt. In der jüngeren Vergangenheit gab es nur einen einzigen Versuch mit Viererkette: am 31. Oktober im DFB–Pokal auswärts beim VfB Stuttgart. Der Versuch endete mit einer 0:1–Niederlage.
Insofern betrat Nenad Bjelica gleich bei seiner Premiere mit einem 4—1-4—1 gewissermaßen taktisches Neuland. Neben den beiden Innenverteidigern Robin Knoche und Diogo Leite kamen Jerome Roussillon und Josip Juranovic als Außenverteidiger zum Einsatz. Robin Gosen rückte von links hinten ins Mittelfeld. Kevin Volland sollte die rechte Außenbahn beackern. Der Plan war, mit dem neuen System die Präsenz im Zentrum zu erhöhen und für spielerische Elemente zu sorgen.
Zumindest beim Führungstreffer in der 42. Minute ging der neue Plan auf: Vorlage Roussillon, Tor Gosens. Allerdings offenbarte die neue Grundordnung auch viele Defizite. Selbst in Überzahl gab es in der zweiten Halbzeit kaum spielerische Ideen. Braga war dem Siegtreffer näher als der FCU.
Das sagen Trainer und Spieler zum neuen System
Trainer Nenad Bjelica: „Die Umstellung der Spieler von der Dreierkette auf die Viererkette ist nicht so groß. Einige Dinge sind schon so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, andere dagegen noch nicht. Zumindest in der Defensiv waren wir solide. Die Probleme liegen nicht am System Wir werden in Zukunft beide Systeme spielen.“
Kapitän Rani Khedira: „Das System spielt keine Rolle. Ich glaube, jeder hat irgendwann im Leben schon mal in diesem System gespielt. Natürlich muss man sich erst finden und in zwei Tagen ist das unfassbar schwierig. Aber trotzdem kann man im Spiel das eine oder andere durch Kommunikation regeln. Es lag nicht am System, sondern an den Spielern.“
Robin Gosens: „Jetzt gilt es, so schnell wie möglich die ganzen Spielideen und alles, was das Trainerteam möchte, umzusetzen. Es ist natürlich nicht einfach so möglich, da helfen nicht nur zwei Tage. Da braucht es teilweise Wochen, aber die haben wir eben nicht. Wir müssen schnellstmöglich einen Dreier einfahren. Ein Unentschieden ist schön und gut, aber aktuell brauchen wir auf jeden Fall Dreier.“

