Union Berlin
: Fans, Sprüche und Bilder – die Tricks fürs Heimspiel im Olympiastadion

Union Berlin bestreitet am 3. Oktober seine Heimspiel-Premiere in der Champions League. Neben dem ersten Sieg in der Königsklasse geht es auch um die sportliche Wende nach zuletzt fünf Niederlagen.
Von
Frank Noack
Berlin
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Union Berlin trifft in der Champions League auf Sporting Braga. Gespielt wird am Dienstagabend im Olympiastadion.

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Ausgerechnet inmitten der sportlichen Talsohle in der Bundesliga steht für den 1. FC Union Berlin schon wieder ein historischer Abend auf der ganz großen Fußballbühne an. Die Eisernen bestreiten gegen Sporting Braga am Dienstag (18.45 Uhr) ihr erstes Heimspiel in der Champions League.

Nach fünf Niederlagen in den letzten fünf Pflichtspielen geht es nun in der europäischen Königsklasse darum, mit der Unterstützung von rund 74 000 Zuschauern im Olympiastadion die Wende einzuleiten. Die Fans spielen laut Trainer Urs Fischer eine ganz wichtige Rolle – auch wenn eben nicht im heimischen Stadion An der Alten Försterei gespielt wird. „Gerade, wenn das Selbstvertrauen nicht so groß ist, brauchst du die Fans als zwölften Mann. Aber zuerst natürlich muss die Mannschaft zeigen, dass sie bereit ist. Ich freue mich jedenfalls auf dieses ungewohnte Spiel im Olympiastadion“, sagte Fischer.

Nach dem erstmaligen Erreichen der Königsklasse hatte Union Berlin entschieden, im Olympiastadion zu spielen, um möglichst viele Anhänger teilhaben zu lassen. Der Heimbereich ist mit 73 345 Zuschauern ausverkauft. Sporting Braga hat 500 Karten abgerufen, aber erst 250 verkauft.

Die Vorbereitung auf die Heimspiel-Premiere inklusive des Abschlusstrainings am Montagvormittag haben die Eisernen allerdings komplett in Köpenick absolviert. Sie verzichten also darauf, bereits vorab die Atmosphäre im Olympiastadion zu schnuppern. Aus logistischen Gründen sei es nicht effizient, für eine einzige Übungseinheit einmal quer durch die Stadt zu fahren, heißt es von Vereinsseite mit Blick auf die aktuelle Stau-Situation in Berlin.

Am Montag herrschte aber auch rund um das Stadion An der Alten Försterei bereits Champions-League-Atmosphäre. An der Fassade prangte ein großes Plakat mit den Logos der drei Gegner der Eisernen. Das Olympiastadion, wo normalerweise Hertha BSC seine Heimspiele austrägt, erstrahlt bereits seit Sonntag ebenfalls in Union-Rot. Der Verein hat rote Teppiche ausgelegt und auch sonst alles unternommen, um die Partie zu einem Heimspiel zu machen. Beispielsweise sind im gesamten Stadion die Union-typischen Slogans als Motivation zu sehen. Im Kabinengang hängen große Fotos der Union-Profis.

Heimspiel-Atmosphäre im Olympiastadion: Im Kabinengang hängen große Bilder der Profis von Union Berlin.

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Das fordert Trainer Urs Fischer vom Team

Durch die 0:1-Niederlage bei Real Madrid stehen die Eisernen auch in der Champions League unter Druck. Soll es in der Gruppe C, in der auch noch die SSC Neapel wartet, mit dem Weiterkommen klappen, müssen in den Heimspielen auf jeden Fall Punkte her. „Es ist klar, dass nach fünf Niederlagen eine gewisse Verunsicherung da ist“, erklärte Urs Fischer: „Auch, wenn ich mich wiederhole – wir müssen die einfachen Dinge richtigmachen und die Basics abrufen. Es gilt, kompakter und effizienter zu sein als in den letzten Spielen. Wenn du dir so viele Möglichkeiten hart erarbeitest, musst du dich auch belohnen.“

Trainer Urs Fischer von Union Berlin freut sich auf das Heimspiel im Olympiastadion.

Matthias Koch

In der Tat mangelt es vor allem Offensive derzeit an den so wichtigen Erfolgserlebnissen. In den letzten drei Pflichtspielen gelang dem 1. FC Union kein einziges Tor. „Wir müssen es positiv sehen. Wir haben uns viele Möglichkeiten erarbeitet“, betonte Innenverteidiger Diogo Leite vor dem Duell mit dem Gegner aus seiner Heimat Portugal.

Die Atmosphäre im vollbesetzten Olympiastadion kennen die Eisernen und ihre Fans bereits auf der Conference League. In der Saison 2021/22 fanden alle drei Gruppenspiele der Köpenicker in Charlottenburg statt. In jedem Fall hat der 1. FC Union gute Erinnerungen an die große Schüssel: Bei den letzten drei Derbys gegen Hertha BSC gingen Fischer und sein Team jeweils als Sieger vom Platz.

Diogo Leite freut sich genau wie sein Trainer auf ein volles Olympiastadion: „Wir spielen zwar nicht in unserem Stadion, aber wir haben unsere Fans dabei. Wir wollen ihnen den Sieg schenken. Es ist ein wichtiger Tag für die Champions League. Es ist aber auch ein wichtiger Tag, um wieder Selbstvertrauen zu gewinnen.“