Union Berlin gegen Borussia Dortmund: Kuriose Rot-Panne und eine bestandene Prüfung

Augen zu und durch: Andras Schäfer (links) von Union Berlin wird durch den Dortmunder Maximilian Beier attackiert. Beide Teams lieferten sich im Stadion an der Alten Försterei ein intensives Bundesliga-Spiel.
Matthias Koch- Union Berlin und Borussia Dortmund trennen sich in der Bundesliga 0:0 – intensives Spiel, kaum Chancen.
- Kurioser Start: Schiedsrichter zeigt erst Rot und korrigiert nach 17 Sekunden auf Gelb gegen Nwaneri.
- Lustrinelli sieht seine „Reifeprüfung“ bestanden und lobt Ordnung, Intensität und Energie seiner Mannschaft.
- Union verteidigt kompakt, Dortmund fehlt Kreativität; Kobel pariert Imeri, Skarke vergibt beste Union-Chance.
- Schreckmoment bei Dortmund: Karetsas knickt am rechten Sprunggelenk um, Ausfalldauer noch unklar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mauro Lustrinelli wusste selbst nicht so recht, was er von diesem Bundesliga-Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund erwarten sollte. Immerhin war der 50-jährige Schweizer mit der großen Aufgabe nach Köpenick geholt worden, den Eisernen eine neue spielerische DNA zu geben.
In der vergangenen Woche hatte er mit dem 1:0 gegen Elversberg am 5. Spieltag endlich seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Lustrinelli erhob deshalb das Duell mit dem Tabellenzweiten aus Dortmund zu einer Reifeprüfung. „Ein solches Spiel ist ein guter Test, um zu wissen: Wie reif wir sind in diesem Moment? Ich bin wirklich gespannt. Deshalb freue ich mich auf dieses Spiel“, erklärte er.
Als Schiedsrichter Daniel Schlager aus Bietigheim am Samstagnachmittag um 17.25 Uhr die Partie beendete, feierte Lustrinelli das 0:0-Remis zwar nicht überschwänglich, aber doch wie einen gefühlten Sieg. Zudem blieb sein Team auch im zweiten Spiel nach der Länderspielpause ohne Gegentor.
Wie bewertet Union-Trainer Lustrinelli das Remis?
Das Urteil von Lustrinelli war eindeutig – Reifeprüfung vorerst bestanden. „Wir haben die Länderspielpause gut genutzt, um uns zu verbessern. Wir spielen mit mehr Intensität und mehr Energie“, lobte er nach der Abwehrschlacht gegen den in der Bundesliga noch ungeschlagenen BVB. „Die Ordnung in der Verteidigung ist viel besser geworden. Wir zeigen jetzt ein ganz anderes Gesicht und sind auf dem richtigen Weg.“

Erst Rot, dann Gelb: Schiedsrichter Daniel Schlager aus Bietigheim sorgte schon 15 Sekunden mit der falschen Karte für Dortmunds Ethan Nwaneri nach Foul an Tom Rothe kurzzeitig für Verwirrung.
Imago/Steinsiek.chWarum begann die Partie mit einem Aufreger?
Kurios: Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte bereits nach sage und schreibe 17 Sekunden die Rote Karte. Dortmunds Ethan Nwaneri hatte Tom Rothe mit offener Sohle am Knöchel getroffen. Schlager zog aber offenbar versehentlich Rot – und korrigierte sich sofort auf Gelb. „Hier erschrickt er sich erstmal, falsche Tasche!“, kommentierte Sky-Experte Torsten Mattuschka in der Halbzeitpause die Bilder des wild gestikulierenden Schiedsrichters. Mattuschka weiter: „Und bei jeder weiteren Gelben Karte, die er zieht, guckt er erstmal: Oh, ist es die richtige Farbe?“
In der 7. Minute gab es dann Gelb für Waldemar Anton, in der 14. Minute auch für Serhou Guirassy. Nach der Champions-League-Niederlage bei Bodö/Glimt (0:1) in Norwegen hatte Trainer Niko Kovac die mangelhafte Zweikampfführung seiner Mannschaft kritisiert. Dieses Mal langten die BVB-Profis gleich richtig hin.
Wie lief das Spiel von Union Berlin gegen Borussia Dortmund?
Es war insgesamt ein Spiel mit hoher Intensität auf beiden Seiten – aber wenigen Torchancen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam Dortmunds Ethan Nwaneri zwar frei zum Schuss (45.+2), traf den Ball aber nicht richtig. Auf der anderen Seite lenkte BVB-Torhüter Gregor Kobel einen tückisch aufsetzenden Freistoß von Kastriot Imeri reaktionsschnell über die Latte (45.+3). Wie wenig Torgefahr beide Mannschaften entwickelten, zeigte auch der xG-Wert, der die statistisch zu erwartenden Tore angibt. Er bewegte sich lange Zeit nahe der Nulllinie. Tim Skarke vergab im zweiten Durchgang die Riesenmöglichkeit für Union aus spitzem Winkel (60.).
Spielerische Elemente waren vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei rar. Union bot kaum Lücken, und Dortmund fehlte es an Kreativität, um das eiserne Bollwerk zu knacken.
„Ich glaube, die haben irgendwann gemerkt, dass es heute keinen Spaß macht. Auch wegen des Wetters und der Fans“, freute sich Felix Uduokhai. „Das wollten wir provozieren, dass wir eklig in den Zweikämpfen und ein harter Gegner sind.“ An der Seite von Zeno van den Bosch hatte Uduokhai in der Innenverteidigung erneut den Vorzug vor Leopold Querfeld erhalten und lieferte sich immer wieder rassige Zweikämpfe mit Serhou Guirassy.
Wie geht es dem verletzten Dortmunder Konstantinos Karetsas?
Statt Toren gab es in der 70. Minute einen weiteren Verletzungsschock für Dortmund. Der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Konstantinos Karetsas verletzte sich nach einem Zweikampf mit Rani Khedira am rechten Sprunggelenk und verließ stark humpelnd den Rasen. Karetsas sei „nach innen umgeknickt. Ich hoffe, dass er nicht zu lange ausfällt“, sagte Khedira bei Sky.
Es ist der nächste gesundheitliche Rückschlag für Karetsas. Schon im Champions-League-Spiel gegen Villarreal war der Neuzugang wegen Kreislaufproblemen zusammengebrochen. Ein weiterer griechischer BVB-Neuzugang, Giannis Konstantelias, fällt zudem seit Ende August 2026 wegen eines Kreuzbandrisses im linken Knie aus. „Wir hoffen, dass es nicht ganz so schlimm ist. Aber im Moment fühlt es sich nicht gut an“, sagte Sportdirektor Ole Book über die Verletzung von Karetsas.
