Union Berlin gegen Hertha BSC
: Viele Fans beim Derby ‒ eiserne Frauen kämpfen um Aufstieg

Der 1. FC Union Berlin empfängt Hertha BSC zum Derby in der Frauen-Regionalliga Nordost. Für die Eisernen geht es um den Aufstieg, es wird eine große Kulisse an der Alten Försterei erwartet.
Von
Josephine Japke, Patricia Bartos
Berlin
Jetzt in der App anhören
Hauptstadt–Derby der Frauen: ARCHIV - 20.08.2023, Berlin: Regionalliga Frauen: Hertha BSC - Union Berlin. Die Unionerin Dina Sophia Orschmann (r) trifft zum 1:4 im Regionalliga-Spiel gegen Hertha BSC im Hanns-Braun-Stadion und wird von einer Mitspielerin dazu beglückwünscht. Die Hauptstadt-Clubs treffen am Sonntag im Derby der Frauen aufeinander. (zu dpa: «Unionerin Orschmann vor Derby: «Das wird ein anderes Kaliber»») Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dina Orschmann (rechts) und die Frauen des 1. FC Union Berlin treffen in der Regionalliga Nordost im Stadion An der Alten Försterei auf Hertha BSC.

Jörg Carstensen/dpa

Am Wochenende könnte es im Stadion An der Alten Försterei wieder ordentlich laut werden ‒ aus einem guten Grund. Denn der 1. FC Union Berlin empfängt Hertha BSC. Diesmal jedoch nicht in der Fußball-Bundesliga der Männer, sondern in der Regionalliga Nordost der Frauen. "Das wird definitiv für alle etwas Einmaliges", ist sich Union-Stürmerin Dina Orschmann vor dem Topspiel am Sonntag, 13 Uhr, sicher.

Das letzte Duell der beiden Hauptstadt-Mannschaften ist schon etwas her: Am 28. Januar 2023 gewann Union Berlin mit 2:0 das Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Am Ende der Saison stieg das Team aus dem Westen der Stadt ab und kämpft seitdem um die Rückkehr in die Bundesliga. Generell trafen beide Teams in Pflichtspielen erst 13-mal aufeinander.

10.000 Zuschauer werden im Stadion An der Alten Försterei erwartet

Und die Frauen? Für sie ist es gar die erste Begegnung dieser Art. Seit dieser Saison spielt die neu gegründete Frauenmannschaft des Hertha BSC nach ihrem Umzug von Hertha 03 Zehlendorf erstmals in den Vereinsstrukturen des Berliner Traditionsclubs. Dass dieses Duell nun im Stadion An der Alten Försterei ausgetragen wird und nicht auf dem Nebenplatz an der Dörpfeldsraße macht das Spiel zusätzlich zu etwas ganz Besonderem.

„Ich meine, die Dörpfeldstraße wird auch von Spiel zu Spiel jetzt schon regelmäßig sehr voll, aber im Stadion ist es einfach noch mal ein ganz anderes Feeling, was viele jetzt auch zum ersten Mal erleben“, sagte Orschmann am Mittwoch.

Hauptstadt–Derby der Frauen: ARCHIV - 20.08.2023, Berlin: Regionalliga Frauen: Hertha BSC - Union Berlin. Die Unionerin Dina Sophia Orschmann steigt hoch zum Kopfball im Regionalliga-Spiel gegen Hertha BSC im Hanns-Braun-Stadion. Die Hauptstadt-Clubs treffen am Sonntag im Derby der Frauen aufeinander. (zu dpa: ««Wird einmalig»: Unionerinnen freuen sich auf besonderes Derby») Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Hinspiel in der Frauen-Regionalliga Nordost endete mit einem 6:1-Sieg für Union Berlin.

Jörg Carstensen/dpa

Etwa 10.000 Besucherinnen und Besucher erwarten die Eisernen ‒ für ein Regionalliga-Spiel der Frauen eine beachtliche Zahl. „Unsere Fans, die sonst auf der Dörpfeldstraße stehen, machen ja auch ordentlich Stimmung, aber es wird noch mal ein anderes Kaliber werden und da freuen wir uns einfach gerade riesig“, betonte die 26-Jährige.

„Spannende Zeit“ für Frauen-Clubs in Berlin

Dass das Stadion so gut besucht werden könnte, hänge auch mit den Bemühungen der Berliner Clubs zusammen, befand Orschmann. „Ich sehe speziell seit letztem Sommer natürlich einen unglaublichen Fokus und auch eine Sichtbarkeit, wo natürlich auch Viktoria Berlin viel für getan hat, was so die Außendarstellung angeht“, sagte die Unionerin über den Stellenwert des Frauenfußballs. „Ich glaube, für Berlin ist gerade eine spannende Zeit angebrochen seit dem letzten Sommer.“

Die Unionerinnen legten bisher eine beachtliche Saison an den Start und könnten sich bald über den Aufstieg in die Zweite Liga freuen. Und auch das Team von Viktoria Berlin setzt sich seit Langem für die Entwicklung und Förderung des Frauenfußballs ein.

Dass sich bei den Frauen viel tut, erkennt auch Union-Spieler Christopher Trimmel. „Ich finde es super, wenn dann auch in den Stadien gespielt wird und vor ausverkauften Häusern“, sagte der Österreicher am Mittwoch. „Man sieht es immer mehr. Und ich bin froh über die allgemeine Entwicklung des Frauenfußballs und natürlich über die Entwicklung bei Union auch.“

Unions Frauenteam kann in die 2. Bundesliga aufsteigen

Dank einer herausragenden Leistung gelten die Eisernen am Sonntag als klarer Favorit. Die Unionerinnen blieben bisher ungeschlagen, viele Spiele konnten sie mit einem regelrechten Torregen im zweistelligen Bereich für sich entscheiden. Setzt sich die Siegesserie fort, haben die Köpenickerinnen gute Chancen auf den Aufstieg in die 2. Liga. Für den Vorstoß in die höhere Spielklasse müsste am Ende die Relegation gegen den Nord-Meister bestritten werden. Dort führt derzeit Henstedt-Ulzburg aus Schleswig-Holstein die Tabelle an.

Die Herthanerinnen befinden sich hingegen auf einer Durststrecke. Seit fünf Spielen konnte die Alte Dame keinen Sieg mehr einfahren. Im letzten Derby schlugen die Unionerinnen die Hertha-Spielerinnen mit 6:1. „Wir schätzen Hertha als sehr starken Gegner ein“, betonte Orschmann dennoch. Die Mannschaft würde jedes Spiel „mit der gleichen Energie, mit dem gleichen Fokus“ angehen ‒ ganz egal, ob der Hauptstadt-Rivale oder ein anderes Team auf dem Platz steht.