Union Berlin gegen Leverkusen
: Niederlage und Rot – aber kein Debakel gegen die Aliens

Union Berlin verliert in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen. Die Eisernen müssen kurz vor der Pause einen doppelten Rückschlag hinnehmen.
Von
Frank Noack
Berlin
Jetzt in der App anhören
Yorbe Vertessen (1.FC Union Berlin, #14) 

GER, 1.FC Union Berlin gegen Bayer 04 Leverkusen, Fussball, Bundesliga, Saison 2023/2024, 28. Spieltag, 06.04.2024

(DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO.)

Foto: Eibner-Pressefoto/Ryan Sleiman

Yorbe Vertessen von Union Berlin muss sich in dieser Szene gegen die beiden Leverkusener Robert Andrich (l.) und Odilon Kossounou behaupten.

Ryan Sleiman/Eibner-Pressefoto

Die Fußball-Aliens waren zu Gast in Berlin-Köpenick und haben dem 1. FC Union erwartungsgemäß keine Chance gelassen. Die Eisernen verloren am Samstagnachmittag das Bundesliga-Heimspiel gegen den souveränen Tabellenführer Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:1).

Für die Werkself aus Leverkusen rückt damit der Titelgewinn immer näher. Bayer blieb wettbewerbsübergreifend auch im 41. Saisonspiel ungeschlagen. In der Bundesliga ist Leverkusen seit 28 Spielen ohne Niederlage und stellte damit die bisherigen Rekorde von Bayern München in der Saison 2013/14 und Borussia Dortmund (2011/12) ein. „Ich bin sehr stolz, die Situation ist super. Aber wir wollen nicht zu früh feiern. Vielleicht haben wir am nächsten Sonntag etwas zu feiern", sagte Bayer-Trainer Xabi Alonso.

Florian Wirtz schoss den Favoriten in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung (45.+8). Union Robin Gosens hatte kurz zuvor Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels gesehen. Die größte Leistung des FCU in diesem Duell: Es gab trotz der Unterzahl kein Debakel gegen die Aliens aus Leverkusen. Das Ergebnis blieb in ganz irdischen Grenzen.

Irgendwie passend zum Duell mit dem souveränen Bundesliga-Tabellenführer liefen die Gastgeber in einem weißen Sondertrikot auf. Unions Hauptsponsor „Paramount+“ tauschte für diese Werbeaktion in eigener Sache sein Logo gegen das Sternenflotten-Delta aus der Serie „Star Trek: Discovery“ aus. Die finale Staffel der Serie ist seit Donnerstag zu sehen – natürlich beim amerikanischen Streaming-Anbieter.

Auch Union Berlin spielte den verbalen Doppelpass

Und auch Union Berlin spielte den verbalen Doppelpass.  „Wenn wir schon am Samstag gegen Aliens spielen, dann richtig“, hieß es auf der Social-Media-Plattform X (vormals Twitter).

Union Berlin gegen Leverkusen: Florian Wirtz trifft

Die 22.012 Zuschauer im – natürlich – ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erlebten von der ersten Minute an das erwartet ungleiche Duell auf dem Rasen. Jede gelungene Abwehraktion der Eisernen gegen den haushohen Favoriten wurde gefeiert wie ein eigenes Tor. Davon war der FCU jedoch erst einmal weit entfernt.

Denn Leverkusen schnürte die Gastgeber mit nicht enden wollenden Ballstafetten in der eigenen Hälfte ein und kam fast zwangsläufig zu hochkarätigen Torchancen. Vor allem Robin Gosens hatte auf der linken Abwehrseite Schwerstarbeit gegen den flinken Nathan Tella zu verrichten.

06.04.2024, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - Bayer Leverkusen, 28. Spieltag, An der Alten Försterei. Florian Wirtz (r) von Bayer Leverkusen verwandelt einen Strafstoß gegen Berlins Torwart Frederik Rönnow (2.v.l) zum 1:0. Foto: Andreas Gora/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Florian Wirtz (r.) traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vom Elfmeterpunkt zur 1:0-Führung für Bayer Leverkusen gegen Union Berlin.

Andreas Gora

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gab es dann einen doppelten Rückschlag für Union Berlin: Erst sah Robin Gosens nach einem weiteren Foul an Nathan Tella die Gelb-Rote Karte. Aus dem Freistoß entwickelte sich eine unübersichtliche Situation vor dem Tor: Der Ball lag zwar im Netz – der Treffer zählte aber wegen einer Abseitsstellung nicht. Zwischenzeitlich bekam Christopher Trimmel aber den Ball an die Hand, den fälligen Strafstoß verwandelte Florian Wirtz zum 1:0 für Leverkusen (45.+8). Trimmel hatte in dieser Situation Glück, dass er nicht auch noch Rot kassierte.

Dennoch: Die zweite Halbzeit mussten die Gastgeber in Unterzahl absolvieren. Die große Aufgabe gegen den Tabellenführer wurde dadurch noch ein Stück größer – und letztlich unlösbar. Das zweite Tor für Leverkusen schien angesichts der Überlegenheit nur eine Frage der Zeit zu sein. Aber Union-Torhüter Frederik Rönnow rettete zunächst mehrmals großartig. Zudem schaltete der Favorit im Gefühl des sicheren Sieges in den Verwaltungsmodus. Am Ende musste Leverkusen sogar noch ein wenig zittern, weil die Eisernen mit letzter Kraft auf den Ausgleich drängten.

„Es war ein verdienter Sieg für Leverkusen und das erwartete Spiel mit viel Ballbesitz des Gegners", bilanzierte Union-Trainer Nenad Bjelica: „In der ersten Halbzeit waren wir noch etwas zurückhaltend. Mit einem Mann weniger haben wir dann sehr gut verteidigt. Aber am Schluss steht das 0:1. Wir gratulieren dem Gegner zum Sieg und zum Titel.“