Union Berlin im DFB-Pokal
: Aus gegen VfB Stuttgart in Runde 2 – Rote Karte für Urs Fischer

Die Krise von Union Berlin geht auch im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart weiter. Die 0:1-Niederlage ist das nächste Spiel ohne eigenes Tor, Trainer Urs Fischer sieht nach Abpfiff rot.
Von
Peter Mertes
Stuttgart
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Nächste Niederlage: Union Berlin verliert im DFB-Pokal in der zweiten Runde gegen den VfB Stuttgart. Damit geht die Negativserie der Köpernicker weiter, erneut gelingt kein eigenes Tor – und Trainer Urs Fischer verliert nach Schlusspfiff die Nerven.

Tom Weller/dpa

Vor zehn Tagen trafen Union Berlin und der VfB Stuttgart in der Bundesliga aufeinander. Es war der Beginn einer ganz eigenen Negativserie in der sowieso schon langen Negativserie der Köpenicker. 0:3 stand es nach 90 Minuten, Union Berlin hat seitdem kein Tor geschossen: 0:1 in der Champions League gegen SSC Neapel, 0:2 in der Bundesliga gegen Werder Bremen und nun das 0:1 gegen Stuttgart im DFB-Pokal.

Der Absturz von Union Berlin geht entsprechend ungebremst weiter. Die Köpenicker kassierten die elfte Pflichtspiel-Niederlage nacheinander. Union-Trainer Urs Fischer verlor die Nerven und sah nach Spielschluss Rot.

Trainer Urs Fischer setzt bei Union Berlin auf Rotation

Deniz Undav traf vor 52 000 Zuschauern im Duell der beiden Fußball-Bundesligisten in der 45. Minute. Der VfB, vorige Saison Pokal-Halbfinalist, meldete sich drei Tage nach der 2:3-Niederlage in der Liga gegen die TSG 1899 Hoffenheim zurück und feierte seinen siebten Sieg in den vergangenen acht Partien. Union-Trainer Fischer hatte seine Startelf großflächig umgebaut und unter anderem den Ex-Stuttgarter Rani Khedira, Nationalspieler Robin Gosens und Routinier Leonardo Bonucci auf die Bank gesetzt.

Eine geplante Umstellung mussten die Gäste allerdings direkt wieder rückgängig machen: Statt Alexander Schwolow, der sich nach dem Aufwärmen mit Oberschenkelproblemen abmeldete, stand doch Stammkeeper Frederik Rönnow im Tor. Das Spiel brauchte eine gewisse Anlaufzeit. Die Berliner standen zunächst sehr tief und lauerten auf Konter. Der VfB hatte viel Ballbesitz, aber kaum zündende Ideen. Chris Führich versuchte mit mehreren Dribblings, die Offensive der Gastgeber anzukurbeln – erfolglos. Dann gab es allerdings gleich zwei Aluminium-Treffer in kurzer Zeit: Erst hämmerte Unions Aissa Laidouni den Ball an die Latte (28.), dann setzte ihn Stuttgarts Undav an den Pfosten (33.).

Union Berlin kassiert kurz vor der Halbzeit das entscheidende Tor

Die Gäste hatten die Null hinten schon fast in die Pause gebracht, als die Schwaben doch noch zuschlugen. Rönnow parierte einen Flachschuss des von Union an den VfB ausgeliehenen Jamie Leweling, der Abpraller landete aber bei Undav. Der 27-Jährige, der seit der Verletzung von Top-Torjäger Serhou Guirassy Stuttgarts große Sturm-Hoffnung ist, traf aus kurzer Distanz zur Führung.

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild nicht groß: Der VfB hatte mehr vom Spiel, richtig brenzlig wurde es aber in beiden Strafräumen nur selten. Vor allem vom Champions-League-Starter aus der Hauptstadt kam offensiv zu wenig, um noch die Wende herbeizuführen. Knapp zehn Minuten vor dem Ende vergab Joker Silas für den VfB, der die Berliner schon eineinhalb Wochen zuvor in der Liga bezwungen hatte, die große Chance zum 2:0. (mit dpa)