Union Berlin in der Bundesliga: Hollerbach begeistert mit diesem Trick und ist „mega froh“
Er kam, dribbelte und traf: Benedict Hollerbach (22) war einer der Matchwinner beim 3:1-Sieg des 1. FC Union Berlin gegen Borussia Mönchengladbach.
Der neue Trainer Nenad Bjelica holte den schnellen Stürmer in die Startelf. Hollerbach zeigte nicht nur eine starke Leistung, sondern erzielte auch sein erstes Tor in der Fußball-Bundesliga. Dieser Treffer kam nach der langen Leidenszeit als Bankdrücker einer Erlösung gleich. „Das ist eine Riesenerleichterung, da hat sich auf jeden Fall sehr viel angestaut. Ich bin mega froh“, erklärte Hollerbach.
Dabei begeisterte er die Fans und auch seine Mitspieler gegen Mönchengladbach mit einem Trick. Kapitän Rani Khedria berichtete nach dem Schlusspfiff grinsend: Es habe aus der Mannschaft den mehr oder weniger deutlichen Hinweis an Hollerbach gegeben, er möge im Spiel doch bitte auf den einen oder anderen seiner berühmt-berüchtigten Haken verzichten. Kurzum: Er soll sich eher vom Ball trennen. Hollerbach beherzigte den Tipp der Mitspieler und durfte über sein Premieren-Tor in der Bundesliga jubeln.
Getrübt wurde die Freude lediglich durch die Tatsache, dass Benedict Hollerbach auch am Dienstag in der Champions League gegen Real Madrid (21 Uhr) wieder zuschauen muss. Denn Union Berlin hatte den Neuzugang im Sommer nicht für die Königsklasse gemeldet.
Benedict Hollerbach zwischen Jubel und Trauer
Hollerbach über sein erstes Bundesliga-Tor: „Das ist eine Riesenerleichterung, da hat sich auf jeden Fall sehr viel angestaut. Wir haben 16 Spiele nicht mehr gewonnen. Ich bin mega froh und mega erleichtert. Diese Gefühle möchte ich einfach mal inhalieren und mitnehmen für das nächste Spiel.“
Hollerbach über die Atmosphäre im Stadion: „Wir hatten heute ein Riesenerfolgserlebnis und ich durfte endlich mal die Tragweite von diesem Stadion, von diesen Fans und den Emotionen hautnah erleben. Dafür bin ich auch hierhergekommen. Ich bin sehr froh darüber, dass das vor dem Winter noch geklappt hat.“
Hollerbach über seine vielen Haken: „Ich glaube, das ist der Schlüssel. Ich habe vor dem Spiel von mehreren Leuten mit auf den Weg bekommen, dass ich weniger Haken machen und stattdessen geradliniger spielen soll. Im Training klappen die Kunststücke sehr oft. Deshalb habe ich immer das Gefühl, ich muss es auch ins Spiel einbinden. Aber da sieht es dann leider anders aus. Wenn du zu viele Haken machst, kommen immer mehr Verteidiger. Mein Ziel ist es, geradliniger, einfacher zu spielen und mich in manchen Situationen schneller vom Ball zu trennen.“
Hollerbach über seine Leidenszeit als Bankdrücker: „Es war eine sehr schwere Zeit. Ich bin natürlich mit einem gewissen Anspruch hierhergekommen. Ich hatte mir gedacht, dass es für mich früher klappt mit mehr Einsätzen und Toren. Aber auf diesem Niveau ist es manchmal einfach so, dass es dauert. Aber ich bin ruhig geblieben. Wichtig ist für mich, dass ich nicht nachlasse und weitermache. Im Fußball geht es auch schnell wieder nach unten, wenn man keine Leistung bringt.“
Hollerbach über sein Fehlen in der Champions League: „Ich habe es schon mehrmals gesagt – die Champions League war immer ein Traum für mich, vor allem gegen Real Madrid. Ich freue mich auf das nächste Bundesliga-Spiel am Wochenende und nutze die Zeit, um zu regenerieren. Heute war es sehr, sehr anstrengend. Ich drücke den Jungs von draußen die Daumen.“
Hollerbach über den neuen Trainer Nenad Bjelica: „Der Trainer hat mir in erster Linie ein sehr gutes Gefühl gegeben. Ich hatte immer das Gefühl, dass da eine gewisse Wertschätzung herrscht, dass er auch im Training die Qualitäten erkennt. Und er hat mich taktisch sehr gut eingestellt. Ich wusste zu jeder Zeit, was ich taktisch zu tun habe. Das hat mir auch eine gewisse Sicherheit gegeben. Deshalb konnte ich einen kreativen Beitrag einbringen.“



