Union Berlin
: Klassenerhalt in der Nachspielzeit – große Emotionen gegen Freiburg

Der 1. FC Union Berlin bleibt in der Fußball-Bundesliga. Gegen Freiburg gelingt das Siegtor zum Klassenerhalt in der Nachspielzeit. Die Eisernen feiern – ein Leistungsträger steht aber vorm Abschied.
Von
Frank Noack,
Jan Lehmann
Berlin
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1. FC Union Berlin — SC Freiburg: 18.05.2024, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - SC Freiburg, 34. Spieltag, Stadion An der Alten Försterei. Unions Spieler bejubeln das Tor zum 2:1. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Andreas Gora/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Riesiger Jubel in der Nachspielzeit: Union Berlin gelingt der Last-Minute-Sieg gegen den SC Freiburg und damit der Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga.

Andreas Gora/dpa

Berlin-Köpenick kann am letzten Spieltag erneut jubeln. Der 1. FC Union feiert diesmal zwar nicht den Einzug in die Champions-League wie im Mai 2023, sondern den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Für die Eisernen nimmt damit eine turbulente Saison mit mehreren Trainerwechseln sowie der Champions League doch noch ein versöhnliches Ende.

Benedict Hollerbach sorgte beim 2:1 (0:0)-Sieg gegen den SC Freiburg in der 68. Minute zunächst für die Führung. Ritsu Doan (85.) traf zum Ausgleich. In der dritten Minute der Nachspielzeit gelang Janik Haberer der umjubelte Siegtreffer vor 22.012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei. In der Tabelle ist Union Berlin zwar punktgleich mit dem VfL Bochum, rettet sich aber aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem Abstieg und erspart sich die nervenaufreibende Relegation.

„Der Verein spielt seit über 100 Jahren Fußball in diesem Stadion. Das ist die Kraft dieser Region. Ich bin so glücklich, dass wir es den Menschen zurückgeben konnten“, freute sich Präsident Dirk Zingler und gab höchstselbst den Feierbefehl für die Klassenerhalts-Party: „Alle haben so viel reingehauen. Jetzt werde ich mich erstmal volllaufen lassen.“

Besonderer Abschied für Christian Streich

Es war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Fußballnachmittag. Eine besondere Geste gab es schon vor dem Anpfiff durch die Union-Fans: Sie bedachten Christian Streich in seinem letzten Spiel als Trainer des SC Freiburg beim Verlesen der Gästemannschaft durch Stadionsprecher Christian Streich mit dem Ehrentitel als „Fußballgott“. Diesen verbalen Titel bekommen normalerweise nur die aktuellen sowie ehemalige Spieler der Eisernen verliehen.

Auch der Spielverlauf war denkwürdig. In der 38. Minute scheiterte Josip Juranovic vom Elfmeterpunkt. „Legt bitte die Handys weg, nicht verrückt machen lassen und auf uns selbst schauen“, erklärte Präsident Dirk Zingler nach der ersten Halbzeit mit Blick auf die Spannung im Abstiegskampf.

Union Berlin: Hollerbach trifft in den Winkel

Mit zunehmender Spielzeit stellte sich die Frage: Wie viel Risiko kann und will Union Berlin im Kampf um den Siegtreffer eingehen? Kurz danach bebte das Stadion An der Alten Försterei zum ersten Mal. Brenden Aaronson wühlte sich durch die Freiburger Hintermannschaft, legte auf Benedict Hollerbach ab und dessen Schuss schlug links oben im Winkel ein. „Den Ball wollte ich genau so schießen, einfach draufhauen aufs Tor, am besten hart mit dem Vollspann. Dass der Ball dann so reinfliegt, ist natürlich auch etwas Glück“, jubelte der Torschütze. Als dann auch noch die Kunde von der Bremer 3:0-Führung gegen Bochum eintraf, war der Klassenerhalt plötzlich greifbar nahe.

Ritsu Doan machte diese Hoffnungen in der 85. Minute mit dem 1:1-Ausgleichstreffer erst einmal wieder zunichte. In der Nachspielzeit kann aber die späte Rettung. Kevin Volland traf zunächst per Elfmeter nur den Pfosten. Den Nachschuss verwandelte Janik Haberer zum Siegtreffer. Und weil Bremen letztlich mit 4:1 gegen Bochum gewann, durfte in Köpenick gefeiert werden.

Kapitän Christopher Trimmel ging sofort zu den Fans und bedankte sich für die Unterstützung in den vergangenen Monaten. Er verriet dabei auch, dass es zuletzt in der Kabine „geknallt“ habe. Der Publikumsliebling erklärte emotional am Mikrofon: „Wir wissen, dass wir eine beschissene Saison gespielt haben. Und Fakt ist, dass wir ohne Euch abgestiegen wären, das ist mal klar. Deshalb feiert Euch!“

Union Berlin: Robin Gosens vor Wechsel nach Italien

Für Robin Gosens war es womöglich das letzte Spiel für Union Berlin. Er steht laut Gazzetta dello Sport vor der Rückkehr in die Serie A nach Italien. Gosens ist sich angeblich mit Lazio Rom über einen Wechsel einig. Die Ablösesumme soll zehn bis zwölf Millionen Euro betragen. Auch ein Leihgeschäft mit Kaufpflicht sei nicht ausgeschlossen. Ob das letzte Wort schon gesprochen ist, bleibt abzuwarten. In jedem Fall kämpfte auch Gosens nach dem Schlusspfiff mit den Tränen.

Das letzte Spiel war es auf jeden Fall für Christian Streich. Die Trainer-Legende hätte sich gern mit dem erneuten Einzug in das internationale Geschäft verabschiedet. So blieb es am Ende bei emotionalen Worten: „Wir waren nicht in der Lage, im letzten Spiel noch einmal die Energie zu bündeln. Für mich ist dieser letzte Tag als Trainer eine persönliche Enttäuschung. Ich bin enttäuscht über mich selbst.“

Tabelle der Fußball-Bundesliga mit Union Berlin