Union Berlin: Nullnummer im Kampf um Klassenerhalt gegen Mönchengladbach

Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga: Kevin Vogt (rechts) von Union Berlin attackiert in dieser Szene den Mönchengladbacher Robin Hack.
Federico Gambarini/dpaDer Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga bleibt eine Zitterpartie für den 1. FC Union Berlin. Mit dem 0:0 im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach holten die Eisernen aus Köpenick am Sonntagnachmittag zwar einen weiteren Punkt im Abstiegskampf, aber in den verbleibenden drei Spielen könnte es noch einmal ganz eng für die Mannschaft von Trainer Nenad Bjelica werden.
Am kommenden Sonntag (5. Mai) geht es mit dem Kellerduell gegen den VfL Bochum im Stadion An der Alten Försterei weiter. Beide Teams sind punktgleich, der FCU ist nur um ein Tor besser.
Vor 53.723 Zuschauern in Mönchengladbach hatten die Gäste vor allem in der zweiten Halbzeit die besseren Chancen. Sie verpassten aber einmal mehr das Erfolgserlebnis. In den vergangenen fünf Partien hat Union Berlin nur ein einziges Tor erzielt.
Kevin Volland erklärte danach bei DAZN: „Mit der zweiten Halbzeit können wir schon zufrieden sein, mit der Chancenauswertung natürlich nicht. Am Ende fehlt ein bisschen das Quäntchen Glück. Aber wir nehmen den Punkt gern mit.“
Union Berlin wieder mit Rani Khedira
Union-Coach Nenad Bjelica hatte vor dem Spiel personelle Kontinuität im Abstiegskampf versprochen. Im Vergleich zum klaren 1:5 gegen Bayern München nahm der Kroate drei Wechsel in der Startelf vor. Die Wichtigste: Rani Khedira durfte im defensiven Mittelfeld wieder von Beginn an ran. „Rani ist ein Führungsspieler.
Er spricht viel mit den Mitspielern und gibt der Mannschaft Stabilität“, betonte Bjelica vor dem Spiel bei DAZN. Ebenfalls neu im Team waren Josip Juranovic und Yorbe Vertessen. Dafür mussten Kapitän Christopher Trimmel, Andras Schäfer und Benedict Hollerbach zunächst auf die Bank.
Der Borussia-Park empfing den 1. FC Union sowie die 2750 mitgereisten Anhänger aus der Hauptstadt mit böigem Wind und einer deutlich besseren Offensiv-Quote. 53 Tore hat Mönchengladbach erzielt, bei Union sind es nur 26 Treffer. Trotzdem stecken auch die Fohlen mitten im Abstiegskampf.
Und wo Abstiegskampf draufsteht, da ist meistens auch Abstiegskampf drin. Die Spannung in dieser Partie wurde zunächst von den Unzulänglichkeiten beider Teams im Aufbauspiel genährt. Mönchengladbachs Ko Itakura brachte die Eisernen in der 23. Minute das erste Mal in Bedrängnis. Sein Schuss flog aber über das Tor. Auf der anderen Seite knallte Kevin Volland einen Distanzschuss an die Latte (25.). Es blieb der einzige Überraschungs-Moment des FCU in Halbzeit eins. Die Gäste waren auf defensive Stabilität bedacht ‒ Mönchengladbach aber das aktivere Team mit den besseren Chancen.
Chancen für Union Berlin
Das änderte sich nach dem Wechsel. Nenad Bjelica brachte mit Andras Schäfer und Robin Knoche zwei neue Spieler. Vor allem aber verstärkten die Gäste jetzt ihre Offensiv-Aktivitäten. Brenden Aaronson (52.) und Lucas Tousart (53.) probierten es jeweils mit Distanzschüssen.
In der 63. Minute traf Kevin Volland aus spitzem Winkel nur das Außennetz des leeren Mönchengladbacher Tores. Auch Andras Schäfer scheiterte aus verheißungsvoller Position (73.). Der Führungstreffer wäre in dieser Phase verdient gewesen. Allerdings musste Torhüter Frederik Rönnow in der Nachspielzeit noch einmal zupacken und das 0:0 retten.
Es blieb deshalb am Ende bei der torlosen Nullnummer in diesem Abstiegsduell. Das Fazit von Trainer Nenad Bjelica: „Uns hat auch heute wieder die Effektivität gefehlt. Deshalb gehen wir mit nur einem Punkt nach Hause. Ich bin einverstanden und zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft – mit dem Ergebnis nicht.“
Wirklich weiter hilft das Remis am 31. Spieltag weder Borussia Mönchengladbach noch Union Berlin. Welche Bedeutung dieser Punktgewinn am Ende hat, muss sich in den verbleibenden drei Spielen zeigen. Rani Khedira zeigte sich zuversichtlich, er wertete die Leistung in Gladbach als Mutmacher: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind stabil gewesen. Das ist im Abstiegskampf nötig, das haben wir auf den Platz gebracht."

