Union Berlin
: Trainer Grote macht Mut für Freiburg – Relegation aber „kein Tabu“

Trainer Marco Grote hat bei Union Berlin trotz Verletzung, Sperre und EM-Enttäuschung große Zuversicht vor dem dramatischen Finale in der Bundesliga. Eine Vertragsverlängerung soll Schwung geben.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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Öffentliches Training des Bundesligisten 1.FC Union Berlin

Der 1. FC Union Berlin empfängt am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga den SC Freiburg. Im Abstiegskampf ist für die Eisenen am Samstag alles möglich: Klassenerhalt, Relegation oder sogar direkter Abstieg.

Matthias Koch/dpa

Die Vertragsverlängerung von Christopher Trimmel soll dem 1. FC Union Berlin den entscheidenden Schwung im Spiel gegen den SC Freiburg geben. Vor der wegweisenden Partie am letzten Spieltag verkündeten die Eisernen die Vertragsunterschrift des 37-Jährigen, der damit in der kommenden Saison in sein elftes Jahr in Berlin-Köpenick gehen wird. „Viel mehr Zeichen geht ja nicht“, freute sich Union-Trainer Marco Grote.

In welcher Liga der 1. FC Union Berlin nächste Saison mit Trimmel spielen wird, ist angesichts der Ausgangsposition vor dem letzten Bundesliga-Spieltag völlig ungewiss. Zwischen direktem Klassenerhalt, Relegation und direktem Abstieg ist noch alles möglich. Um schon am Samstag den Abstieg erfolgreich zu vermeiden, benötigen die Berliner einen Sieg gegen den SC Freiburg und zudem Schützenhilfe von Werder Bremen gegen den VfL Bochum oder vom VfL Wolfsburg gegen den FSV Mainz. Der 1. FC Köln könnte die Unioner mit einem deutlichen Sieg in Heidenheim zusätzlich in Bedrängnis bringen. Bei einer Niederlage der Eisernen droht dann der direkte Abstieg.

Interimstrainer Marco Grote legt Wert darauf, dass er sich nicht mit den Ergebnissen der anderen Plätze beschäftigen will: „Ich kann nicht beeinflussen, was in Heidenheim oder sonst wo passiert“, konstatierte der 51-Jährige am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Union Berlin: Ausfälle gegen den SC Freiburg

Gegen Freiburg muss er auf den verletzten Jerome Roussillon verzichten. Inwieweit Kevin Vogt nach seiner Verletzungspause einsatzfähig ist, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass Mittelfeldspieler Rani Khedira wegen seiner Gelbsperre nicht dabei ist. Zudem muss der 1. FC Union auch noch die EM-Enttäuschung von Robin Gosens verarbeiten.

Der 29-Jährige gehört nicht zum Aufgebot, das Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag verkündete. „Es ist nachvollziehbar und menschlich, dass er enttäuscht ist“, berichtete Trainer Grote aus einem Gespräch mit dem Außenbahnspieler. Grote hofft nun: „Das, was eventuell an Enttäuschung und Energie drin ist, wird er am Samstag auf den Platz bringen.“

Wie schon vor der Niederlage gegen den 1. FC Köln macht Grote in der Pressekonferenz deutlich, wie groß sein Vertrauen und seine Zuversicht sind. „Ich glaube an jeden einzelnen Spieler“, bekundete der Interimscoach und macht zugleich deutlich, dass in Berlin-Köpenick auch schon weiter als an das Spiel gegen Freiburg gedacht werde.

„Die Relegation kann in der Situation kein Tabu sein“, so Grote, der die möglichen Entscheidungsspiele gegen den Zweitliga-Dritten Fortuna Düsseldorf auch schon in der Mannschaftskabine thematisiert hat. Er sagte: „Selbstverständlich müssen wir uns mit der Relegation im Hinterkopf beschäftigen.“ Zunächst wolle man jedoch am Samstag „den letzten Funken an den Tag legen, damit wir das Ding komplett auf unsere Seite ziehen“, so der kämpferische Union-Trainer.