Union gegen Leverkusen
: Dumme Rote Karten für Eisern Union

Vielleicht sind die Profis des 1. FC Union Berlin noch ein bisschen zu grün für die Bundesliga – vor allem aber ein bisschen zu rot.
Von
dpa
Leverkusen
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Platzverweis: Schiedsrichter Robert Hartmann (rechts) zeigt Sebastian Polter Rot.

Matthias Koch

Zwar steht der Neuling nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen der Fußball-Bundesliga nicht auf einem Abstiegsplatz und sogar ein Tor vor Stadtrivale Hertha – dennoch zahlten die Eisernen zuletzt kräftig Lehrgeld. Drei Platzverweise und drei Niederlagen sind bereits verzeichnet – im Moment halten nur die Schwäche der Konkurrenz und das furiose 3:1 gegen Borussia Dortmund die Berliner über Wasser.

Vor allem die ständigen Platzverweise gefährden die Mission Klassenerhalt. In Leverkusen flog Sebastian Polter nach einem einzigen Ballkontakt und 151 Sekunden Spielzeit inklusive Videobeweis vom Platz. Bösartigkeit unterstellte ihm niemand, obwohl der Tritt auf Julian Baumgartlingers Achillessehne wüst aussah. „Ich unterstelle ihm keine Absicht“, versicherte der Leverkusener, der mit Polter in Mainz noch zusammenspielte. „Das sind dumme Rote Karten“, sagte Trainer Urs Fischer: „Damit schwächst du dich selbst. Und das darf in dieser Häufigkeit nicht passieren. Wir müssen aus solchen Situationen lernen.“

Platzverweis nicht Pleitengrund

Doch war der Platzverweis bei weitem nicht der einzige Grund für Unions erste Niederlage im zweiten Bundesliga-Auswärtsspiel. Schließlich hatten die Eisernen durch die Tore von Kevin Volland und Lucas Alario da schon 0:2 zurückgelegen – und über 90 Minuten keine wirkliche Torchance. „Das war ein enttäuschender Auftritt von uns“, analysierte Fischer: „Das ist schlussendlich nicht ausreichend.“

Die schwache Leistung sei Kopfsache, meinte Torhüter Rafal Gikiewicz, der in der Schlussphase mehrfach eine höhere Niederlage verhinderte. Um Siege in der Bundesliga zu feiern, werden die Köpenicker ständig über das Limit gehen müssen. Und das geht nicht von Woche zu Woche. In Leverkusen vermochten nicht einmal die rund 4000 Fans mit ihrem lautstarken Gesang bis nach Schlusspfiff diese Sonder-Motivation herauszukitzeln. Und als die Aggressivität kam war es ein Stück zu viel im falschen Moment. Diese Balance wird Union schnell finden müssen.