USA: Mr. President verordnet Sport

Zum Nichtstun verurteilt: Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers
Mark Humphrey/dpaAnsonsten ruht der US-Sport. Dabei würde gerade jetzt die heiße Zeit beginnen. Heute sollte das Masters – immer noch das bedeutendste Golf-Turniers des Jahres – auf dem legendären Platz in Augusta starten. Eishockey- und Basketball-Fans haben sich schon auf die Play-offs gefreut, weil eigentlich erst dann die Saison nach einer ewig langen Hauptrunde richtig losgeht. Damit ist erst mal Essig. Als frühester Termin wird offiziell der 30. April genannt – angesichts der Zustände in Amerika ein geradezu illusorischer Termin. Also denken die Verantwortlichen über Notfall-Szenarien nach. So spielt die NBA mit dem Gedanken, die gesamte Endrunde in Las Vegas unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Die Teams würden kaserniert werden.
Alle Ligen versuchen, noch so viele Spiele wie möglich zu retten, stehen doch auch finanzielle Interessen dahinter. Im Baseball etwa haben die Vereine in der regulären Saison jeweils 81 Heimspiele, und wenn natürlich nicht jede Partie ausverkauft ist, kommt da einiges an Geld zusammen. Dazu Einnahmen aus dem Catering – und vor allem auch die Fernsehgelder. All das ist jetzt in Gefahr, und auch wenn die Besitzer keine armen Leute sind, sondern eher Milliardäre, bei mancher Franchise wird es eng. Zeit also für den Präsidenten, auf den Plan zu treten. „Es wird bald wieder Sport geben“, verlautete Donald Trump unmissverständlich. „Ich will die Fans zurück in den Stadien haben!“
UFC auf einer Insel
Den Start der NFL sieht er als nicht gefährdet. Der ist zwar erst im September, doch angesichts der apokalyptischen Bilder aus New York mag man sich kaum vorstellen, dass sich die Jets und die Giants vor 80 000 Zuschauern duellieren. Und auch Kaliforniens Gouverneur fuhr bereits dazwischen. „Ich will niemanden hinterfragen, aber ich sehe derzeit nicht, wie das möglich sein soll“, sagte Gavin Newsom.
Die NFL ist von den großen Ligen noch am wenigsten betroffen. Ende April findet der Draft statt – die Auswahl der besten Talente. Normalerweise eine glamouröse Show, die in Las Vegas stattfinden sollte. Diesmal regelt sich alles über Home Office.
Der ganze US-Sport ruht also? Nein. Für den 18. April ist ein Kampfabend im Ultimate Fighting geplant, bei dem nur amerikanische Kämpfer antreten – auf einer privaten Insel.