Zum Tod von Kobe Bryant: Dunkings auf dem Schulhof

Christian Heinig, MOZ-Redakteur.
Photo Porst Eilenstein, Frankfurt1997 war das, da hatte sein damaliger Sponsor Adidas ein Show-Training auf dem Pausenhof einer Schule in Berlin-Charlottenburg organisiert. Doch schon bei diesem Event, bei dem Bryant umringt von Hunderten Schülern massig Autogramme schrieb und nebenbei ein paar Dunkings zeigte, war mir klar: Der wird mal ein ganz Großer. Sein Fokus, sein Hunger – man konnte ihn spüren. Auch wenn er meinte: „Ich bin hier, um Spaß zu haben.“
In den Folgejahren hat sich Bryant mit seinen fünf NBA-Titeln und 18 Allstar-Nominierungen dann nicht nur für die Fans der Los Angeles Lakers unsterblich gemacht. Seine Flugeinlagen, seine Pirouetten, seine Würfe im Zurückfallen mit der Hand des Gegenspielers im Gesicht, seine brutale Gewinner-Mentalität – es war stets faszinierend, ihm zuzusehen.
Auch deshalb wollte ich 2016 auf keinen Fall sein letztes Spiel verpassen. Nachts um drei hockte ich vor meinen Laptop, sah zu, wie Bryant mit 60 Punkten ein geradezu hollywoodreifes Ende produzierte. Ich war gerührt. Mir fiel es schon damals schwer, Good-bye zu sagen. Nur jetzt, nach seinem tragischen Tod, fällt es mir noch schwerer.
